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Chiara

Alphadoggie

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1

Mittwoch, 27. Dezember 2017, 17:58

Zu anstrengend zu erziehen - Ausweg Kastration

Ich weiss, Themen über Kastrations gabs schon zig Mal.
Ich weiss, es gehört eigentlich auch nicht in das Unterthema "Erziehung", meine Frage aber schon.


Ich beobachte in letzer Zeit sehr sehr oft, dass die Hunde, vorallem die Rüden sofort kastriert werden, weil sie halt etwas Arbeit bedeuten beim Erziehen.
Sofort wird zum Chip und danach zur Kastration geraten.
Ich glaube aber, ganz vieles ist wirklich einfach Erziehungssache.

Wenn mein Hund jagt, hat das nicht wirklich viel mit den Hormonen zu tun, will er die Rehe beglücken?!? Nein, das ist Erziehung
Wenn ich 2x Sitz sagen muss, bis er sich endlich setzt, hat das nichts mit den Hormonen zu tun.
Wenn mein Rüde das Bein hebt beim Pinkeln, muss ich ihn auch nicht kastrieren (Ja, auch sowas lese udn höre ich oft als Kastrationsgrund).
Wenn mein Hund draussen an dem Pipi einer Hündin riecht, ja ev leckt und nachher mit den Zähnen klappert, renn ich nicht zum TA und lass ihn kastrieren.
Wenn mein Hund halt 1x nicht frisst, oder über längere Zeit eher wenig frisst, shit happens. Der verhungert nicht.

Für mich wäre ein Kastrationsgrund, wenn mein Hund Zuhause nurnoch jault und massiv gestresst ist.
Ist er aber draussen nicht ansprechbar, aber Drinnen normal, dann arbeite ich draussen ganz stark an der Aufmerksamkeit zu mir.

Mein Rüde, klar das kann noch intensiver werden, der arbeitet auch neben läufigen Hündinnen ganz normal. Im Freilauf ist er abrufbar, auch wenn eine läufige rumrennt.

Wie sind so eure Erfahrungen/Beobachtungen?

catba

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Doggie(s): Lagotto "Ghiro" 2006 / Mudi "Dix" 2011

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2

Mittwoch, 27. Dezember 2017, 18:07

bin ganz deiner Meinung :nicken: Ghiro war damals (mit 3jährig) auch kastriert worden, denn er bestieg jeden Hund und er machte keinen Unterschied ob männchen, weibchen, gross oder klein...es waren sehr stressige Spaziergänge und ich konnte ihn kaum noch von der Leine lassen...wir haben beide gelitten :nicken:...einmal hing er an einem Schäferhund, der das zurecht nicht lustig fand und das hätte unschön enden können...
Es wird generell viel zu schnell alles auf die Hormone abgeschoben, darum finde ich es wichtig, dass der TA richtig aufklärt

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »catba« (27. Dezember 2017, 18:12)


cindy

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Doggie(s): Cockerspaniel Rüde Charly und im Herzen für immer Cindy

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3

Mittwoch, 27. Dezember 2017, 18:46

Eigendlich wollte ich Charly nie kastrieren. Aber seit er chemisch katriert ist, haben wir völlig stressfreie und offline Spaziergänge und das tut ihm gut und mir :smile:
Vorher war er nur mit der Nase am Boden und da Gerüche und dort Gerüche, so das er absolut nicht mehr auf mich reagierte. Er war in seiner eigenen Welt. Dazu kam noch das er andere Rüden anging und bei den Weibern fiebte und aufhocken wollte. Ja es waren für und völlig Stressige Spaziergänge und ich hatte nie Gedacht, dass eine Kastration, ihn so runterholt.
Warum sollte ich Jahre mit Erziehung wo nicht fruchtet, weil die Hormone spinnen, unser Leben schwer machen. Neee, das war und ist die beste Entscheidung gewesen ihn chemisch zu Kastrieren. :hopser:
LG Vreni mit Charly und Cindy für immer im Herzen :0herzsm0:

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Tabasco

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4

Mittwoch, 27. Dezember 2017, 18:58

Wenn es um Erziehungsdinge geht, bin ich auch klar gegen die Kastration. Für mich muss eine Kastration zwingend einen - nicht auf andere Weise erreichbaren - Nutzen für den Hund bringen.

Tabasco wurde kastriert (erst Chip, nach OP), weil er nur noch Durchfall hatte (und eh viel zu dünn war), im Haus nicht mehr zur Ruhe kam und dauernd jammerte und er gepaart mit seinem eh fehlenden Nervenkostüm überhaupt nicht mit dieser hormonellen Situation zurecht kam. Die Ansprechbarkeit war auch im Haus völlig weg. Er benahm sich wie eine wilde Freigängerkatze, die nun Hausarrest hat.

Im Wissen um Tabascos Schilddrüsenunterfunktion würde ich im Nachhinein nicht kastrieren, sondern ihm nur mit einer einmaligen Chipsetzung über diese schlimme Zeit hinweg helfen.

Chiara

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5

Mittwoch, 27. Dezember 2017, 18:59


Warum sollte ich Jahre mit Erziehung wo nicht fruchtet, weil die Hormone spinnen, unser Leben schwer machen.



Dieser Satz sagt schon alles. Das ist genau das was ich meine. Zu anstrengend, also kastrieren.

Ein Rüde kann lernen mit seinen Hormonen umzugehen, aber das ist halt Arbeit.
Man muss ihn geistig und körperlich auslasten, aber das ist halt Arbeit.
Kastration, easy, bring ich das Tier, nehm ich wichtige Teile für die Entwicklung, aber dafür hab ICH es entspannt. :bad:

Und ja, "Nase ständig am Boden" ist für mich, grad da er, wie du sagst, jagd, kein hormonelles Problem!

Morgana

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6

Mittwoch, 27. Dezember 2017, 19:09

Ich habe meinen Rüden Kastriert, da er sehr gestresst war. In den 3 Wochen wo Läufige Hündinnen unterwegs waren, konnte ich ihn nicht mehr von der Leine lassen, da er sonst abhaute. In dieser Zeit konnte ich keine 5 Meter Laufen mit ihm, ohne das er anhielt und schnüffelte, am Sabbern war und mit den Zähnen klapperte. Auch hatte er in dieser Zeit immer um die 5 Kilo abgenommen und war auch zuhause unruhig. Seit er Kastriert ist, ist diese Phase vorbei und der Spaziergang ist entspannt und er kann frei Laufen ohne Probleme.


Das liebste auf dieser Welt sind meine Tiere.

Chiara

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7

Mittwoch, 27. Dezember 2017, 19:09

Tabasco, in nem Fall wo der Rüde auch Zuhause am Rad dreht oder es gesundheitlich nötig ist, bin ich auch für Kastration. Ich glaube aber, bei den meisten ist es einfach die Faulheit.

cindy

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8

Mittwoch, 27. Dezember 2017, 19:49


Warum sollte ich Jahre mit Erziehung wo nicht fruchtet, weil die Hormone spinnen, unser Leben schwer machen.



Dieser Satz sagt schon alles. Das ist genau das was ich meine. Zu anstrengend, also kastrieren.

Ein Rüde kann lernen mit seinen Hormonen umzugehen, aber das ist halt Arbeit.
Man muss ihn geistig und körperlich auslasten, aber das ist halt Arbeit.
Kastration, easy, bring ich das Tier, nehm ich wichtige Teile für die Entwicklung, aber dafür hab ICH es entspannt. :bad:

Und ja, "Nase ständig am Boden" ist für mich, grad da er, wie du sagst, jagd, kein hormonelles Problem!



Neeee nicht zu anstrengend sondern zu Stressig für Charly (weil er kein Freilauf hat und bei gewissen Situationen gestresst war)

Ich behaupte das nicht alle Rüden lernen können mit den Hormonen umzugehen und nicht jeder Hundehalter will ständiger Kampf mit seinem Hund und auch nicht dauernt den Hund auslasten mit Hundesport. Für mich ist zum Beispiel Hundesport absolut keine Option mehr. Aber Charly und ich arbeiten an Altagssachen und an Plausch. Aber ich will auch ihm Freiheit geben und nicht erst in 4 oder 5 Jahren. Und das hat nichts mit faulheit zu tun.

Ach ja Charly war 2 1/2 Jahre alt als ich ihn chemisch kastiert habe. Also Erwachsen und nichts mit Teile der Entwicklung wegnehmen :smile:

Das mit der Nase am Boden ist bei ihm schon ein Hormoneles Problem oder wie würdest du es sonst sehen, denn seit er chemisch kastriert ist, hat er die Nase nicht mehr so oft am Boden dafür schaut er vieeel mehr auf mich und reagiert auf mich, was er vorher absolut nicht getan hat.
LG Vreni mit Charly und Cindy für immer im Herzen :0herzsm0:

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Chiara

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9

Mittwoch, 27. Dezember 2017, 19:58

Wieso sollte kein Freilauf stressig sein für den Hund? Seh ich überhaupt nicht ein. Man muss ihn ja nicht an der 1m Leine führen.

Ich sag nicht das jeder Hund das lernen kann, aber man sollte es zumindest versuchen. Und wenn ich nicht gewillt bin, meinen Hund auszulasten, geh ich in die Ikea und hol mir einen Stoffhund. Sorry.
Es muss ja nicht Hundesport mit Prüfungsambitionen sein, aber man kann sich draussen sehr wohl mit seinem Hund beschäftigten. Und wenn jemand schreibt, dass sein Hund nicht mal still sitzen kann, bin ich mir zimlich sicher, dass da Erziehungstechnisch noch nichts versucht wurde, um den Hund anständig auszulasten.

Die Hormone dienen ja nicht nur dem Erwachsenwerden. Die haben auch andere Funktionen, aber damit muss man sich halt beschäftigen, auch wieder Arbeit.

Ja klar, schaut er mehr auf dich, die Gerüche die sexuell atraktiv waren für ihn, sind ja nun nicht mehr attraktiv. Du schreibst aber, er ist jagdlich sehr interessiert, konntest ihn deshalb nicht oft freilassen, und das soll nun einfach weg sein? Dann hast du vorher deinen Hund ja komplett falsch eingeschätzt, da du ja auch Hundeschule gibst, hoff ich, dass dies nicht der Fall ist :)

cindy

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10

Mittwoch, 27. Dezember 2017, 20:10

Sorry Chiara jetzt finde ich gehst du zu weit :stop: du hast Charly noch nie gesehen und wie ich arbeite auch nicht. Also nur weil ich Charly kastriert habe Urteilst du über uns. Ok dann bin ich halt in deinen Augen zu faul uml Charly zu erziehen und auszulasten.
Eigendlich muss ich hier niemanden Rechenschaft ablegen warum ich kastriert habe :-p
LG Vreni mit Charly und Cindy für immer im Herzen :0herzsm0:

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erica

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Mittwoch, 27. Dezember 2017, 20:11

Ich bin zu 100 % einig mit Chiara. Wer nicht mit normalem Ruedenverhalten leben kann sollte sich Eine Huendin zulegen. Ja, auch meiner ist auf Spaziergängen an Spuren von Huendinnen interessiert und klappert mit den Zähnen. Ja und, darf er doch, dazu sind Spaziergänge ja da. Ruf ich ihn, gehorcht er. Bei der Arbeit hat er sehr wohl gelernt sich nicht dafür zu interessieren. Ich sehe keinen Grund warum Sporthunde das können und Familienhunde scheinbar nicht. Erziehung!

Chiara

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12

Mittwoch, 27. Dezember 2017, 20:33

Cindy, inwiefern geh ich den zu weit jetzt? Du hast auf meine Frage geantwortet, woraufhin wir Meinung getauscht haben. Ja ich sag nich nur ja und amen. Sorry.
Zudem, wie oft hast du mir gesagt, ich überfordere Scar? Wie oft hast und uns da den arbeiten sehen? Wie oft hast du gesehen, wie ich arbeite mit ihm? Woher wusstest du, wie oft ich wann was mache mit ihm? Stimmt, gar nicht.
Resultat ist jedoch, Scar arbeitet auch neben läufigen Hündinnen normal, anfangs winselt er, sobald wir aber arbeiten ist ales ok. Ich kann ihn freilaufen lassen, da er auch zurück kommt wenn eine läufige unterwegs ist, ich kann ihn im Wald laufen lassen, obwohl er jagd, da er gelernt hat, er darf nicht hinterher rennen.

Und ja, ich versteh deine Beweggründe nicht, weshalb du Charly kastrieren lassen hast, dazu steh ich.


Ich bin zu 100 % einig mit Chiara. Wer nicht mit normalem Ruedenverhalten leben kann sollte sich Eine Huendin zulegen. Ja, auch meiner ist auf Spaziergängen an Spuren von Huendinnen interessiert und klappert mit den Zähnen. Ja und, darf er doch, dazu sind Spaziergänge ja da. Ruf ich ihn, gehorcht er. Bei der Arbeit hat er sehr wohl gelernt sich nicht dafür zu interessieren. Ich sehe keinen Grund warum Sporthunde das können und Familienhunde scheinbar nicht. Erziehung!


:thumbsup: :thumbsup: Zum letzen Satz, wohl weil Sporthunde ausgelastet werden und anderes im Leben kennen lernen als nur jeden Tag den selben Weg herumtrotten. 1_(53)

Lagotto

Sportdoggie

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13

Mittwoch, 27. Dezember 2017, 20:36

Wenn ich mit meinem sechsjährigen, unkastrierten Rüden unterwegs bin, habe ich in Sachen Hundekontakt, gar keine Probleme. Eine Hundesitterin, bei der er einmal zur Probe war, kam mit ihm gar nicht zurecht und erzählte mir, dass er jede Hündin besteigen wollte. Das hat mir gezeigt, dass es sehr wohl einen Unterschied macht, wer wie seinen Hund führt. In unserer Umgebung gibt es zudem immer mehr Tierärzte, die Rüden nicht kastrieren wollen.
Ein Hund liebt Dich immer mehr als sich selber :smile:

Chiara

Alphadoggie

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14

Mittwoch, 27. Dezember 2017, 20:37

Wenn ich mit meinem sechsjährigen, unkastrierten Rüden unterwegs bin, habe ich in Sachen Hundekontakt, gar keine Probleme. Eine Hundesitterin, bei der er einmal zur Probe war, kam mit ihm gar nicht zurecht und erzählte mir, dass er jede Hündin besteigen wollte. Das hat mir gezeigt, dass es sehr wohl einen Unterschied macht, wer wie seinen Hund führt. In unserer Umgebung gibt es zudem immer mehr Tierärzte, die Rüden nicht kastrieren wollen.


Ja klar, wenn die "Rudelordnung" geklärt ist, ist das ja auch weniger ein Problem. Find ich top solche Tierärzte!

cindy

Admindoggie

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Mittwoch, 27. Dezember 2017, 20:41

Zitat

Und ja, ich versteh deine Beweggründe nicht, weshalb du Charly kastrieren lassen hast, dazu steh ich.


Musst du auch nicht verstehen :zwinker:
LG Vreni mit Charly und Cindy für immer im Herzen :0herzsm0:

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Vaku

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16

Mittwoch, 27. Dezember 2017, 20:59

Ich sehe keinen Grund warum Sporthunde das können und Familienhunde scheinbar nicht




Zum Teil ist es aber auch Charakterfrage des Hundes und damit meine ich nicht individuell, sondern Rassetypisch.
Die meisten Sporthunde sind vom Rassecharakter her sogenannt "leichtführig" mit entweder hohem will-to-please oder Arbeitswille. Denen sind gewisse Dinge einfach wichtiger als der Reiz (arbeiten und Besi gefallen).

Dann ist es halt individuell nach Hund ob entsprechend Erziehung anschlägt oder nicht oder ob der Hund entsprechend "im Gehorsam" steht oder eben nicht.

Kailani

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Mittwoch, 27. Dezember 2017, 21:03

Der Titel des Threads impliziert ja bereits eine vorgefertigte Meinung. Was also ist überhaupt das Ziel der Diskussion? ?( Nunja, da ich meine, da schon etwas beitragen zu können, schreib ich trotzdem.

Ich kann nicht beurteilen, ob die Kastration oft als "Ausrede" anstatt Erziehungsarbeit dient - dafür kenne ich zu wenige Leute, bei denen das so war. Eher habe ich (gerade auf dem Land) den Eindruck, dass die Kastration einfach noch "üblich" ist. Viele Leute sind wenig aufgeklärt über die negativen Seiten der Kastra und kennen es halt nur so, dass einfach mal kastriert wird.

Mich persönlich stört es, wenn bei einem Thema in Schubladen gedacht wird. Aber ja, vor dem Hormonchaos meines Rüden hätte ich vielleicht auch gesagt «ach was, die wollen nur nicht erziehen…» - er hat mich aber eines Besseren belehrt.

Mittlerweile glaube ich durchaus, dass es Rüden gibt, die durch die Hormone teilweise massiv gestresst sind. Auch glaube ich, dass es Rüden gibt, die in gewissen Situationen dermassen von ihren Hormonen gesteuert sind, dass ein anderweitiges Lernen schlicht nicht möglich ist. Bei Lotus ist das teilweise durchaus der Fall. Ich hab ihn gerade wieder 1-2 Monate fast nur an der Schlepp gehabt.

Und wieso ich das weiss? Ja, auch Lotus hatte den 6M-Chip, allerdings habe ich damals entschieden, nicht direkt zu kastrieren sondern ihn wieder «intakt» werden zu lassen. Was ich gelernt hab? Ich konnte während der Wirkung des Chips super mit Lotus arbeiten. Wir sind echt toll vorwärtsgekommen. Nun, da er etwa 6 Monate wieder intakt ist kann ich leider sagen, dass es nicht nachhaltig war.
Wir sind wieder fast an derselben Stelle wie vor dem Chip, mit denselben Problematiken. (die teilweise übrigens in der Zwischenzeit wie von selbst weg waren.)

Wieso unterscheidest du, ob der Hund drinnen gestresst ist oder draussen? Das macht doch keinen Unterschied. «Anfangs» hockte Lotus drinnen auch winselnd rum wenn im Dorf eine Hündin läufig war. Mittlerweile merke ich es anfangs noch, er konnte - im Gegensatz zu draussen - aber schon ein Stück weit lernen, schneller wieder runterzufahren. Erstmals hat er tatsächlich 3 h durchgewinselt bis er erschöpft eingeschlafen ist. Aber da ist doch jeder Hund anders…

Zum Schnüffeln: Das «hormonbedingte» Schnüffeln hat mit dem jagdlichen rein gar nicht zu tun. Lotus hat auch Jagdtrieb. Das hat mit den Hormonen aber rein gar nichts zu tun. Und ja, ich erkenne mittlerweile zu 100%, ob er eine Hündin riecht oder ein Wildtier. Und beim Jagdtrieb macht er definitiv bessere Fortschritte als beim Thema mit den Hormonen.

Abschliessend kann ich nur sagen, ICH finde, man muss jeden Hund als Einzelfall sehen. Bei Lotus kann ich mittlerweile sagen, dass ich zur Kastration tendieren würde. Der einzige Grund wieso Lotus mittlerweile nicht ganz kastriert ist ist tatsächlich seine Gesundheit. Ich getrau mich nicht! :|
Noch ist offen, wie es weitergeht. Allerdings habe ich mir auch schon überlegt, ob womöglich auch der «Stress» durch seine Hormone seine Magenbeschwerden herbeiführen könnten.

Zum Thema Arbeitshunde: Ich seh das so - bei denjenigen Arbeitshunderassen, für die ich mich interessiere wären solche Rüden wie Lotus ganz aber GANZ GANZ bestimmt nicht Teil eines Zuchtprogramms. Ihr habt Arbeitshunde, die -mal etwas salopp gesagt - einen bestimmten Zweck erfüllen sollen. Wären die mit derartigen Verhaltensweisen bzgl. Hormonsteuerung bestückt, würde sie ihre Gene bestimmt nicht weitergeben. =) Ich weiss nicht, wie es bei anderen ist, aber nein, bei Lotus ist sein Verhalten definitiv nicht fehlende Auslastung. Und, Chiara, ich denke, es gibt eben nicht nur schwarz und weiss, sondern ganz viele Grautöne. Da eine Grenze zu ziehen bei «wenn er drinnen nicht entspannen kann ist Kastration gerechtfertigt» empfinde ich als etwas willkürlich.
Achja, und last but not least, Arbeitshunde haben normalerweise einen nicht zu unterschätzenden angezüchteten Hang, mit dem Menschen zusammenarbeiten zu wollen...

Chiara

Alphadoggie

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18

Mittwoch, 27. Dezember 2017, 21:12

Warum diese Disskusion? Naja, es gibt nicht nur meine Meinung, und ja ich bin Kastrationsgegener, ich darf doch fragen, was die Gründe der Kastrationsbefürworter sind, oder darf ich das nicht, nur weil ich meine Meinung habe?

Ich erleb das sehr oft, dass die Rüden kastriert werden, bevor man ERNSTHAFT versucht hat, an der Problematik zu arbeiten. Auch habe ich geschrieben, dass ich durchaus glaube, dass es Einzelfälle gibt, bei denen es besser ist zu kastrieren. Man muss die Beiträge halt schon genauer lesen, wenn man drauf rumhacken will :)
Warum ich einen Unterschied zwischen Drinnen und Draussen machen? Wenn er Drinnen abschalten kann, kann man Draussen eher dran arbeiten. Wenn er aber auch Drinnen nicht zur Ruhe kommt, dann ist er ja wirklich gestresst, dann wirds draussen, wo alle Gerüche sind, wohl kaum besser sein.

Snowdog

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19

Mittwoch, 27. Dezember 2017, 21:17

Kurz OT
Sind Arbeitshunde für euch nur Hunde mit „Will to please“?
Schlittenhunde gehören für mich genauso zu den Arbeitshunden - sind aber eher selbständiger Natur... trotzdem können normlerweise läufige Hündinnen zusammen mit unkastrierten Rüden in einem Gespann laufen.

Chiara

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20

Mittwoch, 27. Dezember 2017, 21:18

Für mich sind nicht nur "will to please-Hunde" Arbeitshunde :)

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