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Lagotto

Sportdoggie

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21

Donnerstag, 4. Januar 2018, 11:59

Wenn ein Hund sich in etwas hineinsteigert, hilft in der Tat keine Ablenkung mehr und schon gar kein Leckerli. Wenn der Hund sich ablenken lässt, ist die Situation für ihn auch nicht so dramatisch.
Es ist schwer, sich das vorzustellen. Herr Rückert (Tierarzt) beschreibt das in seinen Beiträgen sehr gut.
Ein Hund liebt Dich immer mehr als sich selber :smile:

Vaku

Schnupperdoggie

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22

Donnerstag, 4. Januar 2018, 13:54

Wenn der Hund sich nicht ablenken lässt, dann hilft nur aus der Situation nehmen und sich von der Stressquelle so weit zu entfernen bis der Hund wieder ansprechbar ist und anschliessend den Stress wieder so zu erhöhen und den Hund dosiert daran gewöhnen (der Hund den dosierten Stress ausfällt).

So was dauert je nach Problem sehr lange, Monate (je nach Hund vielleicht sogar Jahre - gerade bei älteren Hunden).


Habt ihr den einen Raum im Haus / in der Wohnung wo es so ruhig ist, dass Hannibal die Windgeräusche nicht merkt (Auto in der Garage ist auch immer ein guter Ort, wenn der Hund mit Autos kein Problem hat)? Wenn ja, würde ich ihn da rein packen, damit er überhaupt die Chance hat, wieder runter zu kommen. Vorher ist jeder Ansatz sinnlos :noidea: .


Bzgl. wenn Hundeschule nicht geht, dann lass dir doch von deiner Trainerin ein paar schöne Übungen zeigen und die macht ihr halt draussen im Freien auf der Wiese, im Wald oder zu Hause.
Fängt doch schon bei einfachen "Guddie-Suchspielen" an.
Guddies in einen Karton und dann Zeitungspapier rein, der Hund muss es suchen. Guddies in ritzen von Steinen verstecken. Guddies auf Wiese verstreuen und zusammen suchen gehen :d . Dann auf Baumstämme hochhüpfen lassen und dort absitzen und das auf immer grössere Distanzen hochschicken. Apportieren lassen wenn der Hund es kann. Futterbeutel.
Mal Slalom um Bäume mitten im Wald.


Wenn Hanibal so viel "Energie" hat und er nicht tot zu kriegen ist. Sind vielleicht Schnüffelspiele und Dinge wo er sich zurücknehmen muss eh eine gute Option.


Lagotto

Sportdoggie

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23

Donnerstag, 4. Januar 2018, 14:12

Dinkydi, ich denke, dass deine Trainerin mit ihrer Prognose schon ganz richtig liegt. Wenn dein Hund schnell aufgeregt und auf der Palme ist, habe ich bei meinem Hund so erlebt, ist er schnell überfordert und dementsprechend ist weniger mehr. Wenn ihr gemeinsam „ruhige Zeiten“ habt, kann ihm das eventuell mehr helfen, als wenn du versuchst ihn in irgendeiner Form auszulasten und zu beschäftigen.
Ob sich das positiv auf seine Aggressiität auswirken kann, weiss ich nicht, aber vielleicht ist er mit der Zeit (Monate bis Jahre) weniger schnell aufgeregt und verlässt sich mehr auf deine Reaktionen, vertraut dir und muss nicht mehr selber agieren.
Ein Hund liebt Dich immer mehr als sich selber :smile:

Fizzy

Schnupperdoggie

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24

Donnerstag, 4. Januar 2018, 16:16

er wohl das schwaechste Kind in diesem Wurf war. Er war von Anfang an eher der verstossene Typ. Schuechtern, sensibel und aengstlich trifft wohl zu.
Das find ich interessant. Meiner war auch der Aussenseiter. Aber daraus allein entsteht nicht ein so grosses Problem. Da kamen viele weitere Faktoren dazu.
Jetzt kommt natuerlich die doofe Frage: Wie kann ich beim Hund Selbstvertrauen aufbauen? Wie kann ich ihm beibringen, dass er sich auf mich verlassen kann? Ich bin mir aber nicht sicher, ob Hannibal mehr Selbstvertrauen braucht, oder einfach mehr Vertrauen in mich. Manchmal habe ich das Gefuehl, Hannibal hat so viel Selbstvertrauen wie nur moeglich. Wenn es dann zu winden anfaengt, scheint das Gegenteil der Fall zu sein.
Beides. Aber das geht teilweise Hand in Hand. Wie Vaku und Lady schon beschrieben haben, baust du sein Selbstvertrauen mit kleinen Übungen auf, die er sicher schafft. So hat er Erfolge und die streicheln das Ego. Das Vertrauen zu dir wird dabei fast automatisch mitgestärkt. Du bist mit dabei, bei seinem Erfolg. Du hast die Bedinungen geschafft. Das verknüpft er durchaus auch positiv mit dir. Trotzdem ist es sein Erfolg (das ist das wichtige fürs Selbstvertrauen). Generell bist du doch immer da, wenn ihm positives wiederfährt. Nun muss das negative noch verhindert werden, damit das Vertrauen in dich nicht sinkt. Es ist etwas übertrieben, aber mir half damals fürs Verständnis folgendes Beispiel: Wenn Leute mit ihren Hunden Ball spielen, sieht man immer wieder die klassische Situation, in der Herrchen das Werfen nur antäuscht. Der Hund rennt los, sucht verwirrt nach dem Ball und Herrchen findet es irre lustig. Wieso passiert das? Der Hund weiss, dass du wirfst, er kann allein an deiner Körpersprache sogar schon die Richtung vorausahnen, geübte Hunde sogar die Flugbahn berechnen und wissen wo sie hinrennen und wie weit sie hochspringen müssen, um den Ball zu fangen - welch eine Meisterleistung von dem Tier! Und was macht der Werfer? Er verarscht ihn. Jaja so böse kann man einen harmlosen Scherz darstellen. Aber wenn man mal genau hinschaut, wie verwirrt und orientierungslos der Hund da kurz ist... Für uns ist es nur ein Bällchen, für den Hund manchmal den wichtigsten Job den er hat. Als mir das erzählt wurd, fand ich erst "jaja übertreib". Aber n bisschen was ist eben doch dran, wenn man versucht den Hund zu verstehen und aus seiner Sicht zu denken. Das kann man dann auf viele Situationen übertragen. Vermeide Vertrauensbrüche (aus Sicht des Hundes) ist der Kern der Geschichte. Das gilt je nach dem wie sensibel der Hund ist auch für anschreien, etc. Bei meinem darf ich z.B. so einen Leinenruck wie jemand als Beispiel erwähnte nicht wagen, sonst verkriecht er sich und hat die nächste Viertelstunde auch Angst vor mir. Dann is zwar Ruhe, aber geholfen wurde nicht.

Das du das Gefühl hast, Hannibal strotzt vor Selbstvertrauen kann man als Bestätigung der Theorie, die ich gestern geschrieben habe, sehen. Uns wurde damals erklärt, dass Hunde in solchen Situationen eben versuchen eine Rolle auszufüllen in die sie gar nicht reinpassen. Eben nochmal: Hund hatte Angst > bekam keine Hilfe > sucht eigene Lösungswege > fand Erfolg in Aggressivität > denkt so muss man sich verhalten um sicherer zu sein. Denn was passiert wenn er Leute (Angstquelle) anknurrt und nach ihnen schnappt? Sie schrecken zurück. Ergo Erfolgreich die Gefahr abgewehrt! Ergo wenn ich mich stark, laut und gefährlich gebe, haben die anderen mehr Angst und mir passiert nichts. Anders gesagt, er blufft. --- FALLS das ganze auf Hannibal zutrifft. Ich kann das gar nicht genug betonen, auch wenn du weisst, dass es keine Ferndiagnose gibt.
So zum Beispiel habe ich nie danach gefragt, wie wir Hannibal klar machen koennen, dass er keine Angst vor dem Wind haben muss. Das ist auch die Frage, die ich hier gestellt habe, das ganze lief dann etwas aus dem Ruder. Aber ich bin eurer Anteilnahme und Ratschlaege sehr dankbar.
Lass dich davon nicht überrumpeln. :D Auch wenn du natürlich in ganzen kleinen Schritten nun vorgehen musst, ist ein Gesamtbild wichtig. Je mehr du über die Ursache rausfindest, desto besser kannst du das Training anpassen. Es ist daher schon sinnvoll, dass catba das Thema etwas in eine allgemeinere Richtung lenkte. Aber du hast Recht, auf die ursprüngliche Frage sollte man natürlich auch eingehen. Denke die ging bei vielen (jedenfalls bei mir) nur verloren.
Theoretisch gehst du jede Angst mit dem gleichen Prinzip an: Erst baust du das Vertrauen in dich und sein Selbstvertrauen auf, gleichzeitig wird Ruhe praktiziert (natürlich in einer vollkommen sicheren Umgebung ohne Angstquellen). Das ist der Grundstein für jede weitere Angstbewältigung. Die einzelnen Ängste zerlegst du in mini Aufgaben die er sicher bewältigen kann. Also fast wieder gleich wie beim Aufbau des Selbstvertrauen, du steigerst nun nämlich gezielt sein Selbstvertraun in einer Situation mit KLEINEM Angstauslöser. Deine Schritte können kaum zu klein sein! Wie Vaku schon sagte: Stresslevel langsam Schritt für Schritt erhöhen. Ist das Hund nicht ansprechbar, wars zu viel (siehe Beitrag von Lagotto am Seitenanfang) und du musst wieder mehr Abstand reinbringen (siehe Vaku).

Beim Wind ist das nun natürlich schwierig, du kannst den ja schlecht kontrollieren und einfach "Abstand" zu den Geräuschen im Haus halten. :d Da könnte aber tatsächlich allein schon die Basis (Vertrauen und Ruhe) genügen... Wie äussert sich da eigentlich seine Angst? Den Wind kann er ja nicht beissen. Wie reagiert er? Heult er? Verkriecht er sich? Tigert auf und ab? Je nach dem was er tut, würde ich anders reagieren und nicht einfach nur pauschal ignorieren. Da es sich um Geräusche handelt, die du nicht beeinflussen kannst, würd ich übrigens in Erwägung ziehen das ähnlich wie bei Feuerwerk anzugehen. Ich hatte mehrere Tiere bei mir an Silverster, da ich mich für Freunde, bekannte und Familie als Hundesitter zur Verfügung stellte. Jeder reagierte anders auf das Feuerwerk. Jeder bekam seine eigens zugeschnittene "Therapie". Jeden hab ich ruhig bekommen. Hätte ich sie alle einfach ignoriert, würd das Haus vermutlich nicht mehr stehen. :biggrin: Du kennst deinen Hund am besten. Mit beobachtet und ggf. weitere Fragen stellen, wirst du sicher sein ganz besonderes Beruhigungsmittel finden.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Fizzy« (4. Januar 2018, 16:21)


Darcyschatzi

Schnupperdoggie

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25

Donnerstag, 4. Januar 2018, 16:42

Also wenn ich das richtig verstanden hab wurde Hanniball erwachsen (mit 3) und fing dann an zu bewachen/beschützen. Er wurde vorher wahrscheinlich ein wenig verwöhnt (machen ja alle :peinlich: ) und hatte keine Ahnung was genau jetzt sein Job ist und wie er mit der grossen bösen Welt klarkommen soll.
Ich würde mich also den vorherigen Meinungen anschliessen und Ruhe lernen und spezifische Aufgaben geben. Meine Herangehensweise wenn Darcy Leute nicht reinlassen will: Jeder Besuch wird abgeholt, ob am Auto oder vom Bahnhof, so wird der Besuch schon mal beschnuppert und gehört praktisch schon dazu.
"Man kriegt nicht den Hund den man will, sondern den den man braucht"

catba

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26

Donnerstag, 4. Januar 2018, 19:02

was machst du eigentlich um in kopfmässig auszulasten (sorry, falls ich das überlesen hätte)...es gibt nämlich einige Sachen,wo man das Selbstvertrauen des Hundes fördern kann :nicken:

Dinkydi

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27

Freitag, 5. Januar 2018, 11:17

Ich habe soeben einen durchaus langen Beitrag verfasst, als ich den abschicken wollte, teilte mir das Forum mit ich sei ausgeloggt und alle Daten waren weg. Aaaargh! Generell werde ich hier staendig ausgeloggt, was mir auf anderen Webseiten nie passiert. Bin ich der einzige mit diesen technischen Problemen? Ich werde wohl oder uebel noch mal von vorne beginnen muessen mit dem Verfassen dieses Beitrages. Entschuldigt, dass meine Antworten hier etwas knapp ausfallen und sollte ich etwas vergessen haben, einfach nochmals nachfragen.

Zitat

Wenn der Hund sich nicht ablenken lässt, dann hilft nur aus der Situation nehmen und sich von der Stressquelle so weit zu entfernen bis der Hund wieder ansprechbar ist und anschliessend den Stress wieder so zu erhöhen und den Hund dosiert daran gewöhnen (der Hund den dosierten Stress ausfällt).

Moment, der Hund laesst sich nicht ablenken, wenn er aggressiv wird und auf sein Opfer fixiert ist. Wenn er Angst vor dem Wind hat, dann ist er durchaus ansprechbar. Seine Aufmerksamkeit scheint nicht sonderlich konzentriert zu sein und er laesst sich standig ablenken, aber er ist durchaus ansprechbar.

Zitat

Habt ihr den einen Raum im Haus / in der Wohnung wo es so ruhig ist, dass Hannibal die Windgeräusche nicht merkt (Auto in der Garage ist auch immer ein guter Ort, wenn der Hund mit Autos kein Problem hat)? Wenn ja, würde ich ihn da rein packen, damit er überhaupt die Chance hat, wieder runter zu kommen. Vorher ist jeder Ansatz sinnlos :noidea: .

So einen Raum haben wir nicht, sonst wuerden wir ihn ja einfach da rein stecken, beziehungsweise er wuerde selber diesen Raum aufsuchen. Am wohlsten fuehlt er sich in so einer Situation im Badzimmer.

Zitat

Wenn Hanibal so viel "Energie" hat und er nicht tot zu kriegen ist. Sind vielleicht Schnüffelspiele und Dinge wo er sich zurücknehmen muss eh eine gute Option.

Mit Schnueffelspielen haben wir vor einiger Zeit angefangen, und ich glaube das ist wiklich eine gute Sache. Ich denke es macht ihm Spass, obwohl ich den Eindruck habe dass er ziemlich schlecht riecht fuer nen Hund. :zwinker:

Zitat

Ob sich das positiv auf seine Aggressiität auswirken kann, weiss ich nicht, aber vielleicht ist er mit der Zeit (Monate bis Jahre) weniger schnell aufgeregt und verlässt sich mehr auf deine Reaktionen, vertraut dir und muss nicht mehr selber agieren.

:good:

Zitat

Das find ich interessant. Meiner war auch der Aussenseiter. Aber daraus allein entsteht nicht ein so grosses Problem. Da kamen viele weitere Faktoren dazu.

Natuerlich, ich muss da vieles falsch gemacht haben. Aber ich denke auch dass ein anderer Hund nicht unbedingt derart extrem geworden waere, trotz meiner "schlechten Erziehung.

Zitat

Und was macht der Werfer? Er verarscht ihn.

Ich bin schuldig. :peinlich:

Zitat

Wie äussert sich da eigentlich seine Angst? Den Wind kann er ja nicht beissen. Wie reagiert er?

Er bewegt sich langsam und behutsam, Schwanz zwischen die Beine geklemmt (was er sonst nie macht!), und will so nah wie moeglich bei meiner Frau oder mir sein. Am liebsten quetscht er sich zwischen uns. Wir lassen das gewoehnlicherweise zu. Dann guckt er immer hin und her, versucht angestrengt festzustellen woher die Gefahr kommt und beobachtet diese Stelle. Wenn er sich nicht zu uns kuscheln kann, dann verdrueckt er sich meistens in die Badwanne. In jedem Fall ist er mucksmaeuschenstill.

Zitat

Du kennst deinen Hund am besten. Mit beobachtet und ggf. weitere Fragen stellen, wirst du sicher sein ganz besonderes Beruhigungsmittel finden.

Mir sind aber die Ideen ausgegangen, deshalb frage ich ja nach. Hannibal laesst sich einfach nicht beruhigen.

Zitat

Also wenn ich das richtig verstanden hab wurde Hanniball erwachsen (mit 3) und fing dann an zu bewachen/beschützen. Er wurde vorher wahrscheinlich ein wenig verwöhnt (machen ja alle :peinlich: ) und hatte keine Ahnung was genau jetzt sein Job ist und wie er mit der grossen bösen Welt klarkommen soll.

Ja, das trifft ziemlich genau zu.

Zitat

Ich würde mich also den vorherigen Meinungen anschliessen und Ruhe lernen und spezifische Aufgaben geben. Meine Herangehensweise wenn Darcy Leute nicht reinlassen will: Jeder Besuch wird abgeholt, ob am Auto oder vom Bahnhof, so wird der Besuch schon mal beschnuppert und gehört praktisch schon dazu.

Das versuche ich jeweils auch, und es macht in der Tat einen grossen Unterschied. Wenn der Besuch unangekuendigt kommt, dann hilft es jeweils auch kurz mit dem Hund raus zu gehen. Ist der Gast bereits da, wenn Hannibal zurueck kommt, dann arrangiert er sich viel besser mit der Situation.

Zitat

was machst du eigentlich um in kopfmässig auszulasten (sorry, falls ich das überlesen hätte)...es gibt nämlich einige Sachen,wo man das Selbstvertrauen des Hundes fördern kann :nicken:

Wir gucken zusammen fern. :d Nee, im Ernst, das ist eine gute Frage. Die Schnueffelspiele habe ich bereits erwaehnt. Dann muss er jeweils an einem beliebigen Ort ins Platz und warten bis ich ihn "befreie". Zeitliche Groessenordnung ist eine Minute, dann muss er in den naechsten von mir ausgewaehlten Ort. Ausserdem muss er beim Gassi gehen neben mir laufen (nicht hinter oder vor mir), das heisst er muss sich auf mich konzentrieren. Ich glaube das zaehlt auch zur geistigen Auslastung?

Darcyschatzi

Schnupperdoggie

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28

Freitag, 5. Januar 2018, 11:46

Was mir geholfen hat war (wirklich babymässige) UO und eine gewisse Strenge (fand ich auch nicht immer toll aber die Ängste meines Hundes sollten mich einfach nicht einschränken) so hatte Darcy jemanden an dem er sich orientieren konnte und dem er auch gefolgt ist. Bei Hanniball könnte man UO (so nach deinen Beschreibungen) wahrscheinlich schon eher professionell machen.
Wegen dem Besuch, wenn Leute denken einfach reinkommen zu können kann ich Darcy auch nicht beruhigen, da hilft nur alle raus und zusammen wieder reingehen. Man muss aber auch sagen, als klar wurde wie sehr Darcy bewacht und beschützt wurde das nicht aberzogen, sondern umerzogen (da sind wir immer noch dran :zwinker: )
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Dinkydi

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29

Freitag, 5. Januar 2018, 13:27

Was ist denn UO?

Lagotto

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30

Freitag, 5. Januar 2018, 15:00

Unterordnung, vermute ich mal ;)
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Dinkydi

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Freitag, 5. Januar 2018, 15:36

Also ich weiss nicht ob "Unterordnung" einen speziellen Kurs oder was aehnliches beschreibt oder einfach dass sich der Hund uns unterordnen soll. Falls letzteres, so ist das auch was unsere Trainerin sagt. Hannibal muss sich komplett unterordnen und wir sollen sehr streng mit ihm sein. Was uns natuerlich sehr schwer faellt, weil Hannibal so niedlich und unschuldig gucken kann. :0herzsm0:

catba

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32

Freitag, 5. Januar 2018, 19:41

Hannibal muss sich komplett unterordnen und wir sollen sehr streng mit ihm sein. Was uns natuerlich sehr schwer faellt, weil Hannibal so niedlich und unschuldig gucken kann. :0herzsm0:

das musst du lernen auszublenden :nicken: ein unsicherer Hund will geführt werden und wenn er das nicht bekommt, übernimmt er das Kommando, was nicht gut ist, denn er ist dem nicht gewachsen...ich sehe es bei meiner Dix, denn sie ist auch sehr unsicher, wenn ich nicht für sie entscheide...Spaziergänge sind da ziemlich anstrengend, denn du musst alles schneller wahrnehmen als sie...mal ein Beispiel: Dix jagt gerne Vögel, ich will das aber nicht...wenn also Vögel da sind, muss ich bereit sein, warten bis Dix den Vogel wahrnimmt, dann folgt ein klares "NEIN" und schon habe ich Dix aus der Situation geholt...am Anfang war das alles noch mit der Leine abgesichert, aber inzwischen klappt es gut...(nur als Beispiel, was ich damit meine, dass du die Führung übernehmen musst)

Lagotto

Sportdoggie

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33

Freitag, 5. Januar 2018, 20:23

Das ist jetzt nicht dein Ernst, dass Hannibal niedlich gucken kann...das können alle Hunde... :rolleyes:
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Anne

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Freitag, 5. Januar 2018, 20:53

Ich finde ganz ganz vieles, was hier schon geschrieben wurde, richtig super. Vor allem bei den Beiträgen von Fizzy und Vaku: Pfote drauf!

Mit UO, also Unterordnung, sind klassische Übungen aus dem Hundesport gemeint, also: Korrektes Bei-Fuss-Gehen, Sitz, Platz, Steh mit Positionswechseln dazwischen, in die Grundposition (sauberes Sitz an der linken Seite) kommen etc. Das Wort "Unterordnung" ist dafür etwas missverständlich und kommt aus einer Zeit, wo man noch fehlgeleitete Ideen von "Mensch = Alphatier" und sowas hatte und meinte, mit diesen Gehorsamkeitsübungen könnte man irgendwie dem Hund "seinen Platz im Rudel" klarmachen und ihn sich unterordnen ;-)

Zum Glück ist man heute etwas weiter, weiss, dass das mit dem Rudel und der Stellung darin einfach nicht so ganz stimmt und sich der Hund NICHT die ganze Zeit unterzuordnen hat und er im Übrigen auch nicht ständig versucht, irgendeine Alpha-Rolle zu übernehmen.
(Insofern wäre mir eine Trainerin, die mir sagt, "der Hund soll sich unterordnen" und man müsse "sehr streng sein" auch eher suspekt. Konsequent, ja. Aber eben auch fair. Das hat mit Strenge nichts zu tun. Das aber nur am Rande - wenn du ein gutes Gefühl hast mit der Trainerin, bleib dabei. Ständige Trainer- und Methoden-Wechsel richten u.U. mehr schaden an als ein nicht ganz optimales Training. Und ich will mir auch nicht anmassen, hier über irgendwie ein Urteil über die Trainerin oder ihren Trainingsansatz zu bilden, da ja wie du schreibst viele Stunden Gespräch waren und du hier nur kurz zusammenfasst.)

Was diese obengenannten Übungen aber definitiv bringen, ist Konzentration, Ruhe, Beschäftigung und eben: geistige Auslastung. Dafür gibt es auch noch vieles andere - grade Übungen mit der Nase (zB Schnüffelspiele, Spielzeug/Futterbeutel-Suche, Fährten, Gudi-Suche etc.) bringen viel Ruhe und erfordern einiges an Konzentration. Apportierspiele, bei denen der Hund warten muss, bis das Teil gelandet ist, und es dann zurückbringen darf, machen auch mehr Sinn also "Bälleli-Jagen" (und schon gar nicht mit Verarschen!). Toll für die Bindung sind Spiele zum Menschen hin (z.B. Zerrspiele) anstatt vom Menschen weg (Bälleli werfen). Miteinander Aufgaben und Übungen bestreiten fördert sicher den Zusammenhalt, und das (Selbst-)Vertrauen. Ich würde daher also definitiv anfangen, Hannibal mit ruhigen, anfangs noch sehr einfachen Übungen in mehreren (kurzen) Sessions am Tag zu fordern und für korrekte Arbeit (im Aufbau also auch schon für sehr kleine Schritte!) belohnen. Auch auf dem Spaziergang würde ich verschiedene solche Übungen, wo er sich konzentrieren muss, einbauen - dafür eignen sich eben zB die obengenannten Übungen aus dem Hundesport oder Gudi-Such-Übungen.

So oder so würde ich bei Hannibal auch damit arbeiten, erwünschtes Verhalten zu belohnen (und überhaupt wahrzunehmen), anstatt nur auf unerwünschtes Verhalten zu reagieren. Hat auch ein bisschen mit Standpunkt/Sichtweise zu tun. Zum Beispiel bei der Situation, die catba oben mit Dix beschreibt. Anstatt dass ich das Wegdüsen verbiete mit "Nein", würde ich sagen, ich belohne das Hinschauen und Nichtdüsen, von mir käme hier also ein "guet hesch gseh!" ;-) Es ist im Alltag und in der Praxis ein minim kleiner Unterschied, der aber viel verändern kann in der eigenen Sichtweise. Dazu gehört eben auch, dass man den Hund nach Möglichkeit nicht in die Tunnel-Situation bringt, sondern die Situation eben vorhersieht und den Hund abfängt, bevor er ins "falsche" Verhalten kippt.
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Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Anne« (5. Januar 2018, 21:20)


catba

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Freitag, 5. Januar 2018, 22:20

Zum Beispiel bei der Situation, die catba oben mit Dix beschreibt. Anstatt dass ich das Wegdüsen verbiete mit "Nein", würde ich sagen, ich belohne das Hinschauen und Nichtdüsen, von mir käme hier also ein "guet hesch gseh!" ;-)

muss man halt herausfinden, was besser klappt...bei mir folgt die klare Ansage und danach wird das "Nichtdüsen" belohnt ;)

Anne

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36

Freitag, 5. Januar 2018, 22:26

Zum Beispiel bei der Situation, die catba oben mit Dix beschreibt. Anstatt dass ich das Wegdüsen verbiete mit "Nein", würde ich sagen, ich belohne das Hinschauen und Nichtdüsen, von mir käme hier also ein "guet hesch gseh!" ;-)

muss man halt herausfinden, was besser klappt...bei mir folgt die klare Ansage und danach wird das "Nichtdüsen" belohnt ;)


Solange eine Belohnung folgt, find ich das total okay ;) Schwierig finde ich, wenn nur immer verboten wird, auf das Unterlassen keine Belohnung erfolgt und auch kein erwünschtes Alternativverhalten angeboten wird (in diesem Fall z.B. Abruf), das man dann bestätigen könnte. Weil der Hund so nicht lernen kann, was er denn sonst tun soll und auch keinen Anreiz hat, auf das "Nein" etwas zu unterlassen. Mir ist einfach immer wichtig, dass man den Hund wissen lässt, was denn von ihm erwartet wird oder was man gut findet (was du ja mit Belohnung schliesslich auch machst).
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catba

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Freitag, 5. Januar 2018, 22:38

ja, das finde ich auch :good:

Anne

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Freitag, 5. Januar 2018, 22:49

Ach, und auch noch etwas auf die Ausgansfrage einzugehen: Trösten bei Angst verstärkt die Angst nicht. Hier ein guter Artikel dazu: https://www.easy-dogs.net/home/blog/trai…d_troesten.html

Allerdings: Streicheln ist für den Hund oft keine positive Erfahrung, sondern eher stressig (wenns Zwangsstreicheln ist) und tatsächlich vielleicht nicht die beste Reaktion in diesem Fall. Da muss man etwas rauskriegen, was seinem Hund tatsächlich hilft. Mairin hat auch bei einigen Geräuschen ziemlich Angst (v.a. Knallen von Feuerwerk etc., aber auch tw. bei "komischen" Windgeräuschen, v.a. wenns die Storen schüttelt.) Ihr hilfts am ehesten, wenn ich in ihrer Nähe bin und einfach ganz ruhig bleibe und mich nicht stressen lasse. Oft schaue ich TV, damit das Geräusch etwas übertönt wird. Ausserdem halte ich sie vom Rumtigern ab (sie versucht, auf Schränke hochzuklettern), indem ich sie in meiner Nähe anleine.

Beruhigend wirken kann auch ein relativ eng sitzendes T-Shirt (speziell gibts sonst das Thundershirt), das hilft Mairin bei Donner nicht schlecht.
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Darcyschatzi

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Freitag, 5. Januar 2018, 23:31

Ja genau Unterordnung war gemeint :) schon eine einfach Übung: bei Fuss laufen und Hund muss absitzen wenn man stehen bleibt kann viel helfen: Der Hund muss einen beobachten und hat viele Chancen etwas richtig zu machen.
Auch hilfreich ist es dem Hund immer wenn er etwas falsch gemacht hat einen Befehl zu geben, der bombensicher sitzt (zb Sitz) und ihn dann dafür zu loben.
Und in der intensiveren Arbeit mit dem Hund lernt man ihn zu lesen, nur Mut das läuft schon irgendwann :thumbsup: vielleicht nicht immer geradeaus aber es läuft ;)
Ich werde jetzt auch bald wieder mehr in UO investieren, weil es nicht aufdreht, auslastet und die Bindung stärkt.
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Dinkydi

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40

Samstag, 6. Januar 2018, 00:49

Zitat

Ach, und auch noch etwas auf die Ausgansfrage einzugehen: Trösten bei Angst verstärkt die Angst nicht. Hier ein guter Artikel dazu: https://www.easy-dogs.net/home/blog/trai…d_troesten.html

Also der Artikel ist ziemlich trivial. Ich fange nicht mit dem Weinen an, nur weil mein Hund Angst hat. Was ich aber besser machen soll, steht da auch nicht drin. Auf Leckerlis hat er in dem Moment halt keine Lust.

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