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Dinkydi

Schnupperdoggie

  • »Dinkydi« ist der Autor dieses Themas

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1

Samstag, 6. Januar 2018, 16:17

Bei Fuss laufen an der Leine - wie bringe ich es dem Hund bei?

Wie bringe ich dem Hund das bei Fuss laufen an der Leine bei? Viele Hunde ziehen nach vorne, andere laufen hinterher. Wie bringe ich dem Hund bei, genau neben mir zu laufen?

Vaku

Schnupperdoggie

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2

Samstag, 6. Januar 2018, 16:58

Da gibt es X Methoden und bei jmd Hund funktioniert etwas anderes.

Man kann nach dem Belohnungsprinzip arbeiten und das neben einem Laufen immer belohnen (verbal mit Guddies).
Bei uns funktioniert das genau bis zur Belohnung :ohmann: .

Dann gibt es noch die Variante "stehen bleiben" bei Druck auf die Leine und erst weiter gehen, wenn der Hund einem zuwendet.
Hier hilft nur extreme Konsequenz.

Wenn du willst das der Hund immer neben dir läuft und im besten Fall nicht hinter oder vor dir: Hund an die lockere Leine und sobald der Hund einen überholt um 180° drehen.
Am Anfang kommt man da nicht weit :d , aber mit der Zeit wird es besser. Hier gilt auch Konsequenz ist alles.




Nach 6 Monaten sind wir bei lockerer Leine ohne ziehen. Neben mir laufen ist immer noch Königsdiziplin :rolleyes: und wenn ein anderer Hund kommt (was für meinen Hubd ja das grösste Problem ist) - ist eh alles vergessen.

Anne

Moderatordoggie

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3

Samstag, 6. Januar 2018, 17:27

Also du meinst einfach das Gehen an lockerer Leine, nicht das korrekte Fusslaufen aus dem Hundesport, bei dem der Hund quasi wirklich auf einen konzentriert genau nebenan läuft, am besten mit Körperkontakt und Blick nach oben?

Ich habe bei Mairin auch mit Stehenbleiben und Richtungswechseln gearbeitet, also entweder: Sobald Zug auf die Leine kam, stehen geblieben, hat sie sich umgewendet gings weiter. Oder: Wenn Zug auf die Leine kam (respektive kurz vorher) habe ich die Richtung gewechselt und bin ohne einfach in die andere Richtung gegangen und hab sie halt so mitgezogen (die erste Variante finde ich freundlicher, die zweite habe ich dann gewählt, wenn ich mit den Nerven soweit war, dass ich nicht mehr freundlich stehen bleiben konnte).

Ganz wichtig finde ich allerdings, nicht nur aufs Fehlverhalten (Zug) zu reagieren, sondern das richtige Verhalten zu belohnen, indem man es zum Beispiel verbal unterstützt (suuuper!) oder auch Gudis gibt (wenns den Hund denn interessiert) oder plötzlich in ein fröhliches Spiel über geht oder den Hund zB damit belohnt, dass er zu einer mega spannenden Schnüffelstelle hin darf etc. pp. - da muss man seinen Hund kennen und wissen, was für ihn eine Belohnung ist.

Ansonsten finde ich auch diese Methode ziemlich gut (wie eigentlich alles, was die Trainerin so macht) und würde das mit einem Hund, der wirklich noch gar nicht begreifen durfte, was eigentlich gewünscht wäre, auch erstmal so erarbeiten. (Sorry, halt englisch..). Sie arbeitet halt mit dem Clicker / Marker, um dem Hund zeitgenau zu verstehen geben zu können, was gewünscht ist (der Mensch ist da mit sprechen tw. zu langsam ;-)).
https://www.youtube.com/watch?v=sFgtqgiAKoQ

Wie Vaku schreibt, ist Konsequenz hier einfach das A und O. Jedes Mal, wenn ein Hund dann eben doch mal ziehen darf, lernt er wieder, dass er mit ziehen halt ans Ziel kommt (es geht vorwärts, dahin wo er will). Das lernt er sogar noch stärker, weil es die sogenannte variable Belohnung ist, d.h.: Führt ein Verhalten nur manchmal zum Erfolg, aber nicht ganz immer, wird es stärker gezeigt, weils ja sein könnte, dass es DIESMAL nutzt. Da man das Ziehen manchmal unterbricht, manchmal aber nicht, lernt der Hund: Ich probiers einfach noch sturer jedesmal, dann komme ich ans Ziel.

Jetzt ist es im Alltag aber so, dass man halt nicht 100% konsequent sein kann, weils manchmal einfach pressiert, man aus einer Situation muss, man keine Lust oder keine Nerven hat und so weiter. Ich empfehle deshalb, für das Leinen-Training ein spezifisches Ritual einzuführen, wenn man sieht, dass man die Möglichkeit hat, konsequent zu üben. Ich selber habe mit einem Halstuch gearbeitet: Wenn ich am Leinelaufen geübt habe, bekam Mairin zusätzlich zum Geschirr ein Halstuch angezogen, und wenn sie dieses trug, habe ich konsequent an der Leinenführigkeit gearbeitet (auch mal nur 100m oder so). Danach kams weg und ich habe auf das Leinenziehen nicht mehr reagiert. aAuf das saubere Leinelaufen aber schon! Wenn sies also mal von sich aus zeigte, gabs von mir Belohnung (Lob, Futter, Rennspiel ... ), auch wenn wir eigentlich nicht am Üben waren). Gibt auch Leute, die die Leine umhängen, also im Geschirr darf gezogen werden, am Halsband nicht.

Wichtig finde ich für die Übungen, dass die Leine lang genug ist, dass der Hund auch tatsächlich 2 Schritte machen kann, ohne dass die Leine gleich auf Zug ist. Im Leinentraining hatte Mairin daher eine 3m Leine, damit habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht. Sonst hat man gar keine Zeit, den Hund auch mal zu loben ;)

Mit der Zeit hat Mairin dann auch ohne Ritual gemerkt, dass wir viel entspannter vom Fleck kommen, wenn sie einfach anständig an der Leine geht. Anständig heisst bei uns aber einfach an lockerer ca. 2m Leine, ob das vor, neben oder hinter mir ist, ist mir egal. Hat dann auch kein Wort bei uns. Kommando "Fuss" ist bei uns wirklich das saubere Hundesport-Fuss.
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catba

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4

Samstag, 6. Januar 2018, 18:35

ich habe es auch mit dem "Stehen bleiben" hinbekommen...hilfreich war natürlich auch das Begleithund Training, wo in der UO das richtige (pefekte) Fusslaufen ein Bestandteil war...

Fizzy

Schnupperdoggie

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5

Samstag, 6. Januar 2018, 19:03

Da hab ich auch direkt ne Frage und werf die hier mal mit rein.

Ich wende die oben genannten Methoden an. Relativ erfolgreich. Loben, wenn ers richtig macht. Stehen bleiben, wenn er vorzieht. Wenden, wenn stehen bleiben nicht inner kürzeser Zeit fruchtet (sehr selten nötig). Klappt soweit für uns beide gut. Mein Problem sind dabei andere Menschen... Die es mir einerseits erschweren konsequent zu bleiben und andererseits, wenn ichs durchzieh, dies mit ihrem Verhalten untergraben... Daraus resultiert, dass ich unseren Fortschritt immer wieder kaputt mache durch Inkonsequenz. Dies bezieht sich auf 2 Situationen, die ich unten erläutere. Meine Frage allg. ist aber: wie reagiert ihr da? bzw. was kann ich da ändern?


1. Zebrastreifen

Von Tag 1 an lernt Ink, dass wir am Strassenrand jeweils anhalten und er sich hinsetzt. Egal ob an einem Fussgängerstreifen oder ohne, Hauptstrasse oder Quartierstrasse, ja sogar bevor wir unseren eigenen Parkplatz verlassen. Ich führe ihn dabei immer extra deutlich in einem 90° Winkel an die Strasse heran, damit ein Unterschied besteht zwischen "wir gehen gleich rüber" und "wir laufen hier nun parallel entlang". Dies klappt sehr gut. Inzwischen setzt er sich meistens schon hin bevor ich was sagen kann. An langer Leine verlangsamt er auch sein Tempo wenn wir auf eine Strasse zu kommen und wartet quasi auf mich. Trägt also langsam Früchte und das gefällt mir. Natürlich kommt es bei einem so jungen Hund auch vor, dass er vielleicht gerade abgelenkt ist und es bisschen länger dauert. Da bleib ich eben stehen bis er sitzt. Muss ja konsequent sein.

Nun gibt es aber die lieben vorausschauenden Autofahrer, die schon wenn wir noch 2m vom Fussgänger entfernt sind anhalten. Dass ich dann noch exakt bis an den Fussgänger rangeh, da einen 90° Dreheung vollziehe und meinen Hund noch ins Sitz bringe bis ich rüber geh, kostet einfach mehr Zeit, als einer der dann schnell querrüber läuft, noch bissl über die Strasse abkürzt. Ohne Hund mach ich das auch. Macht wohl jeder, wenn nicht gerade ein Kind zuschaut. Mit Ink will ich diese Korrektheit aber beibehalten. Egal ob das nun für manche übertrieben ist oder nicht. Die lieben Autofahrer, die es eigentlich nur gut meinten, finden das aber nicht witzig. Auch wenns nur 5Sekunden Unterschied sind. Man sieht schon allein, während ich in der 90° Wendung bin statt schon aufm Fussgänger wie das freundliche Lächeln verschwindet. Während Ink sein Hintern aufn Boden senkt, wird schon genervt mit der Hand gewedelt. Und das allein schon bei einer perfekten Ausführung von Ink. Gott bewahre, dass da auch noch Verzögerungen kommen. Einer ist sogar schon mal entnervt (wie gesagt, sind nur 5 Sekunden Unterschied) losgerauscht, gerade als Ink und ich den ersten Schritt auf den Fussgänger machten. Ich kann einen Satz nach hinten machen bei so einem - sorry - Arsch. Aber fürn Hund ist das echt extrem gefährlich. :angry2: Zu schweigen davon, dass ich ihm n mega Ruck zurück am Halsband verpassen musste, was ebenfalls gefährlich war bei einem Welpen und ihn ausserdem quasi strafte trotz perfektem Verhalten.

Ich versteh ja, dass das den Autofahrer nervt und das tut mir auch Leid. Die meisten Leute werden das wohl auch nicht nachvollziehen können oder Verständnis haben. Aber muss ich deswegen das ganze nun aufgeben?

2. Begleiter
Die zweite Situation nervt mich deutlich mehr. Da geht es nämlich nicht um Fremde, die auch noch ursprünglich gute Absichten hatten, sondern um meine Bekannten. :|
Offenbar ist es für meine Mitmenschen unmöglich zu verstehen, warum ich immer wieder Anhalte. Natürlich habe ich es erklärt. Ich kündige den Halt sogar an (ich merk ja, dass Ink vorgeht noch bevor die Leine gespannt ist). Meine Begleiter laufen aber dennoch immer 2-3 Schritte weiter, bevor sie halten. Manche halten gar nicht nachm Prinzip wir würden sie dann schon einholen. Für mich und Ink ist das eine Qual. Er versteht nicht, wieso er jetzt zu mir zurück ins Fuss soll, während unsere Gesellschaft sich davon macht. Selbst wenn er brav zurück kommt. Will er dann eben aufholen und zieht erst recht. Ich komm nicht mehr vom Fleck. Die Begleitung ziegt sich je länger je mehr verständnisloser. Auch die oben genannte Fussgänger Regel klappt nicht. Ist grad kein Auto da, laufen se rüber, noch bevor Ink überhaupt am Fussgänger ankommt und sich hinsetzen könnte. Er muss also wieder der Gruppe oder zusehen wie sie von dannen zieht und er brav sein muss. Ist doch nicht so schwer kurz am Fussgänger anzuhalten... :thumbdown: Das Ergebnis ist Frustration auf ganzer Linie. Ink ist frustriert, dass die immer vorlaufen und er nicht mit darf. Ich bin frustriert, dass sie es usw erschweren. Sie sind frustriert, dass es länger dauert (und durch ihr Verhalten wird ja schlimmer ergo noch länger ergo noch schlimmer usw.). :wall: Dabei sind wir nicht in Eile, aufm Weg irgendwo hin. Nene. Sie begleiten mich freiwilig auf ne Gassi Runde. Es ist auch egal wer. Familie, Freunde, Hunde-Dates. Es versteht scheinbar keiner, ausser unsere Nachbarin. Sie bemüht sich dabei am meisten. Am Fussgänger dreht sie sogar um "ach mist ja das Anhalten" und holt ihren Hund zurück, bringt sie auch ins Sitz. Es sei denn Situation 1 tritt in Kraft und ein Auto ist da, dann ist es ein "oh jetzt müssen wir aber rüber". Andere Hundehalter die mit uns unterwegs wären, laufen mit ihren an der Leine zerrenden Hunden einfach weiter, noch schlimmer für Ink. Es treibt mich in den Wahnsinn und ich stosse nur auf taube Ohren. Stell ich nun Hund über Mensch und bleibe konsequent oder Mensch über Hund und vernachlässige das Fuss, hab dafür mit den Leuten meinen Frieden? Wir laufen übriegns sowieso fast immer nur alleine, nicht zu letzt deswegen...

Das Ritual mit dem Halstuch hat Anne mir schon am 1. Januar empfohlen. Das ist im Aufbau. Weiss nur nicht, ob das auf Dauer dann so auch umsetzbar ist. Mit mir allein, klappt das Fusslaufen ja auch so schon relativ gut. Ein Ritual schadet sicher nicht. Wenn ich das nun nur in sicheren Trainingsphasen verwende, bestärke ich unsere Stärken (alleine Unterwegs) weiter, hab aber immer noch keine Lösung für die Schwächen (Einfluss anderer). :S


Edit:
Es gibt sogar noch eine dritte und vierte Sache, wo Menschen das gemachte Training wieder untergraben. Ich kann Ink z.B. mit niemand anderem laufen lassen. Geb ich ihn nur einmal kurz in andere Hände, weil ich irgendwie nicht kann, dann merk ich nachher eine Woche lang, dass ich die Inkonsequenz des Sitter wieder ausbügeln muss. Das meide ich daher wo es nur geht. Das Ergebnis daraus is, dass er komplett auf mich fixiert ist und bei anderen eh auf gar nix hört... :whistling:

Und bei meinen Gasthunden ist das sowieso ein endloser Kreislauf, aber das ist ja zum grössten Teil nicht mein Problem. Da kann ich Fuss konsequent trainieren wie ich will, wenn der Hund wieder zu Hause war is es weg. :rolleyes: Reglmässigere Gäste unterscheiden aber auch langsam wer nun am anderen Ende der Leine ist, laufen bei mir besser und ziehen nur noch beim eigenen Herrchen. Das ist mir dann egal... :pfeifen:

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Fizzy« (6. Januar 2018, 19:09)


catba

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6

Samstag, 6. Januar 2018, 19:20

zum Zebrastreifen...das wäre mir jetzt ziemlich egal, ob der Autofahrer sich gerade total ärgert oder nicht...ich meine, es ist ja zum Glück nicht immer der gleiche Fahrer, sondern immer ein anderer ;) dann soll er sich doch aufregen :nicken: ich sehe manchmal die Kinder, die das Ueberqueren der Strasse mit den Polizisten üben, da wartet man noch länger ;) oder auch bei älteren, betagten Menschen geht es etwas langsamer

das zweite Problem ist schon etwas komplizierter...wenn ich an deiner Stelle wäre, würde ich wohl auf die Gesellschaft, die das nicht nachvollziehen kann, verzichten :nicken: warum? weil das Ganze sonst sehr kontraproduktiv ist und du jedesmal genervt bist und allenfalls wieder von vorne anfangen kannst :nicken:

Bolotta

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7

Samstag, 6. Januar 2018, 19:26

Ich habe es auch so geübt, dass ich einerseits stehen geblieben bin und anderseits umgekehrt bin. Das ist gut und recht, wenn du Zeit hast. Aber ich will generell nicht, dass mich der Hund hinterher schleift, auch wenn ich in Eile bin.

Dafür gibt es die Methode, dass ich dem Hund quasi vor die Nase trete/laufe, so dass er gar nicht schneller laufen kann. Sieht er mich an, lobe Ich, mit fein Fuss.

Die härtere Methode ist, den Hund mit ĺeichtem Ruck an der Leine zurück zu ziehen und sobald er auf meiner Höhe ist, wieder mit "fein Fuss" loben. Noch heute wende ich das ab und zu an. Vorallem dann, wenn Honey total aufgeregt ist, weil wir raus gehen.

Anne

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8

Samstag, 6. Januar 2018, 19:29

Jaaa im Alltag sind oft Sachen, die einem selber sehr wichtig wären, gar nicht so einfach umzusetzen :d Da gibts zwei Möglichkeiten: Entweder man überdenkt, wie wichtig einem sowas ist, oder man bleibt schonungslos stur ;-)

Bei 1:
Gibts eine Möglichkeit, dass du den Autofahrern mit einem Handzeichen zu verstehen geben kannst, dass sie weiterfahren sollen? Kriegst du das früh genug mit und kannst das multitasken, dass du dich einerseits auf den Hund konzentrierst, andererseits quasi nebenbei den Autofahrer quasi "weiterwedeln" kannst? Ansonsten eben: Schonungslos stur bleiben. Sollen die sich halt nerven, nicht dein Problem. Zieh dein Ding durch. Allenfalls besänftigt es die Gemüter, wenn du beim Rübergehen dann nett lächelst und dankend die Hand hebst.

Bei 2:
Sowas ist extrem mühsam :rolleyes: Ich finds unglaublich, wieviele Leute ganz einfache Instruktionen nicht einhalten können.
Eventuell brauchts mehr insistierende Kommunikation. Also JEDES MAL wenn du jemanden triffst, auch wenn der eigentlich WÜSSTE, dass du das mit Ink so handhabst, nochmal erwähnen, dass das und das deine Regeln sind. Und dass sie doch bitte jeweils auch anhalten sollen, weils für Ink sonst so schwierig ist, also wirklich erklären und verdeutlichen, dass dir das wichtig ist. Und dann wenn ihr auf eine Strasse zugeht nochmal kurz sagen "gleich halten WIR an". Bedingt, dass du mit den anderen mitdenkst, ist etwas mühsam, aber würde die Situation für Ink einfacher machen. ODER du nimmst diese Situationen dankend als Herausforderung an, da Ink es alleine ja offenbar schon super machst, und buchst das unter "Generalisierung" ab: Hund lernt also in X verschiedenen Situationen, das gelernte Verhalten zu zeigen. Dann musst du einfach - schon wieder ;-) - schonungslos stur bleiben und ganz ruhig und konzentriert bei Ink bleiben, ihm die Zeit lassen, die er braucht, eventuell auch mehr helfen, das Verhalten aber konsequent einfordern und dann auch überschwänglich belohnen. Geht jemand voraus und er möchte unbedingt hinterher, kann die Belohnung dann auch sein, dass ihr dieser Person möglichst schnell hinterher flitzt, wenn er das richtige Verhalten gezeigt hat.

Der Clou bei der Generalisierung ist: Wird ein Parameter schwieriger (z.B. eine Person geht voraus), muss anderes an der Situation einfacher werden (z.B. ich helfe mit einem Hand/Hörsignal stärker mit).

Da offenbar öfters Leute mit dir mitgehen und das immer wieder ein Problem ist, nutze das doch ganz bewusst als Generalisierung, d.h.: Wirklich Leinenführigkeitsübungen machen mit halt einer Zweitperson nebendran. Bewusst an Strassen rangehen und darauf vorbereitet sein, dass die andere Person weitergeht, trotzdem aber mit Ink in Ruhe arbeiten und das Verhalten verlangen. Wenn du das konsequent tust, kannst du in diesen Situationen auch das Halstuch drauf haben als "Arbeitsritual", oder du lässt es eben weg und arbeitest dann nicht dran. Wobei du das mit der Strasse ja unabhängig von Leinenführigkeitsübungen immer konsequent zu machen scheinst, also hat es mit dem Halstuch ja eigentlich gar nichts zu tun ;-)

Zum Thema anderen mitgeben: Ich kann verstehen, dass das schwierig ist und nervt, wenn du dann Dinge wieder ausbügeln musst, kann dir aber auch versichern, dass es sich lohnt. Mairin geht regelmässig mit meiner Mama spazieren und manchmal mit einer Freundin, die ganz andere Sachen verlangen (und vieles eben nicht verlangen, v.a. meine Mama :rolleyes: ). Früher war es auch so, dass ich dann auf nachfolgenden Spaziergängen vielleicht etwas mit mehr Nachdruck verlangen musste, mit der Zeit wurde aber immer klarer: Bei Frauchen läufts so, unabhängig davon, wie's bei anderen läuft. Mittlerweile ist mir völlig schnuppe, was meine Mutter ihr alles durchgehen lässt, ich merke davon auf unseren Spaziergängen nichts mehr ;-) Von daher würde ich dir eigentlich eher empfehlen, dir die Mehrarbeit zu machen und dafür einen Hund zu haben, der auch mit anderen mit kann, anstatt dass er immer Du-fixierter wird.
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Anne« (6. Januar 2018, 19:38)


Bolotta

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9

Samstag, 6. Januar 2018, 19:38

A propos Zebrastreifen: die Autofahrer sind verpflichtet, voraus zu schauen und anzuhalten, wenn sich jemand dem Fussgängerstreifen nähert. Leider laufen viel zu oft Fussgänger unvermittelt auf die Strasse. Schuld ist dann der Lenker, da der jederzeit anhalten können muss.

Nähere ich mich einem Fussgängerstreifen und sehe, dass nur 1 Auto kommt- das muss aber wegen mir gar nicht halten, verlangsame ich meinen Schritt und entferne mich extra etwas vom Streifen weg.

Fizzy

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10

Samstag, 6. Januar 2018, 19:46

A propos Zebrastreifen: die Autofahrer sind verpflichtet, voraus zu schauen und anzuhalten, wenn sich jemand dem Fussgängerstreifen nähert. Leider laufen viel zu oft Fussgänger unvermittelt auf die Strasse. Schuld ist dann der Lenker, da der jederzeit anhalten können muss.
Ja ich weiss (bei mir is der Führerschein noch nich lang her :biggrin: ). Bei uns hält aber fast nie einer. Wenn dann aber eben doch, dann will ich die nicht auch noch nerven, für ihr korrektes Verhalten :pinch:
Mir ist übrigens aufgefallen, dass viel - also wirklich eindeutlich VIEL MEHR - Leute halten, wenn ich Ink dabei hab, als wenn ich alleine bin.

Lady

Schnupperdoggie

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11

Samstag, 6. Januar 2018, 21:16

Wie gut klappt es mit dem Blickkontakt bei deinem Hund Dinkydi? Für mich ist das immer der erste Schritt in der Erziehung! Ohne Blickkontakt kann man - so meine persönliche Meinung - nicht mit dem Hund zusammenarbeiten. Erst wenn der Hund von sich aus Blickkontakt herstellt, ist er zur Zusammenarbeit bereit.
Darum habe ich ALLES über Blickkontakt erarbeitet. Lady läuft zu 99% frei. Ich muss mich absolut darauf verlassen können, dass sie zuverlässig hört und zwar in jeder Situation! Egal, ob da eine Katze über die Strasse rennt, ihr liebster Hundefreund auf der anderen Strassenseite auftaucht oder ein Eichhörnchen den Baum hochspringt. Und das klappt und zwar ausgezeichnet :good:
Das korrekte Fusslaufen habe ich aus dem "links neben mir" laufen aufgebaut. Zuerst lernte ich ihr nur, dass sie an meiner linken Seite laufen und relativ in der Nähe bleiben musste. Hiess, sie durfte nicht zum Pinkeln, Schnüffeln usw. weggehen, sondern musste wirklich neben mir laufen, aber es durfte ein wenig vor oder hinter mir sein und der Abstand durfte auch variieren. Wollte sie stehenbleiben, forderte ich sie auf weiterzugehen und wollte sie vorne weggehen, also zog an der Leine, blieb ich stehen. Erst wenn sie Blickkontakt herstellte, lief ich weiter. Dann war ihre Konzentration nämlich wieder bei mir... Als Hilfestellung, damit Lady nicht vor lief, habe ich die Leine in der rechten Hand gehalten und die linke Hand wie ein Stopschild vor sie gehalten, wenn sie zu weit nach vorne ging... Ich fand, dass ihr das eindeutig eine Hilfestellung war. Sie hat sich daran längere Zeit orientiert und ging nicht mehr in die Leine. Nachdem sie das kapiert hatte, arbeitete ich mit Richtungswechseln, damit sie auch lernte damit klarzukommen.


Da ich leider SEHR ungeduldig bin - mein Hauptlaster :peinlich: - muss Lady Konzentrationsübungen machen, wenn sie sich nicht relativ rasch auf mich konzentriert! Die sehen z.B. so aus: ich mache einen grossen Schritt und bleibe stehen, Lady muss nachfolgen und sich schön links neben mich setzen, Blickkontakt machen. Ich mache wieder einen grossen Schritt usw. Normalerweise braucht sie 3 Schritte, dann ist sie konzentriert :d Als Abwechslung mache ich auch 2-3 Schritte vorwärts und dann 1-2 Schritte rückwärts und Lady muss natürlich ebenfalls mit mir vorwärts laufen und ebenfalls rückwärts (nein, sie darf sich nicht umdrehen und vorwärts zurück laufen, sondern muss ebenfalls rückwärts laufen!) und wiederhole das, normalerweise reicht ein einmaliges Wiederholen dann ist sie konzentriert. Oder ich laufe mit ihr ein riesiges Acht auf einer Wiese usw. wobei ich solche UO-Übungen auch eben zum Zweck vom korrekten Fusslaufen gemacht habe.
Und ja klar, einem Hund solche Sachen beibringen, verlangt sehr viel Disziplin und zwar in erster Linie von sich selbst :biggrin: Ich sage ja immer, Erziehung fängt bei sich selbst an! Ich bin mega faul und darum extrem konsequent! Denn mir ist bewusst, dass sobald ich einmal inkonsequent bin, all meine vorher geleistete Arbeit futsch ist... und darum bin ich eben nicht inkonsequent.


Ich bin früher auch immer wieder mit anderen gelaufen, aber habe extra mehrere Übungsspaziergänge allein pro Woche gemacht, wo ich mich nur auf Lady konzentrieren konnte. Auf diesen habe ich dann nur mit ihr geübt und gespielt, die waren für sie und nur für sie zum Arbeiten und Spielen! Mir war und ist wichtig, dass Lady auch mit anderen Hunden laufen und spielen kann, aber gerade in den ersten 3 Jahren, wo es um die Erziehung geht, da hat diese Priorität.
Und was andere Hundehalter und ihre Meinung anbelangt: Lady darf NIE zu angeleinten Hunden! Seit Welpe nicht! Sie erkennt selbst, wenn ein Hund an der Leine ist und schlägt einen grossen Bogen und läuft zuverlässig nicht zu ihm hin ^^ Aber was ich in den Jahren schon alles hören musste, weil mein Hund nicht "hallo" sagen darf, mein armer Hund nicht zu ihrem an der Flexileine hängenden Hund hin darf usw. ich hab mich schon beschimpfen lassen müssen, weil ich so schlimm bin und meinem Hund die "wunderschöne Begegnung" nicht gestatte (tatsächlich, das hat die Frau gesagt) - die irrsten Sachen, unglaublich und alles, weil ich halt nun mal konsequent bin. Werde ich gefragt und sage dann, dass ich meinem Hund keine Ausnahmen erklären kann und es keine Rolle spielt, ob ihr Hund dick, dünn, süss, klein oder gross ist, dann wird es meist gut akzeptiert :) Aber viele meckern einfach und fragen nicht... Mir ist das egal.
Lady ist 10 Jahre alt, hat sehr oft Hundekontakte, spielt oft und gern mit Hunden, kann aber auch ordentlich rumzicken. Sie hat einen genialen Gehorsam, wenn sie will :biggrin: Sprich, sie hört auf mich absolut zuverlässig. Auf meinen Mann ziemlich zuverlässig, auf ihre Hundegotte gut, auf ihre andere Sitterin sehr gut und auf die wenigen anderen Leute, mit denen sie überhaupt in seltenen Ausnahmesituationen läuft, hört sie, solange sie nicht in Reichweite unseres Hauses ist. Dann muss sie an die Leine, sonst haut sie ihnen ab und läuft nach Hause... Mit anderen Worten: ein Hund kann sehr gut unterscheiden, wo was geht. Aber da ich es eh nicht beeinflussen kann, was sie bei anderen macht, versuche ich es gar nicht erst.
Liebe Grüsse
Marianne

www.ladys-huetewiese.jimdo.com

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Lady« (6. Januar 2018, 21:33)


Fizzy

Schnupperdoggie

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12

Samstag, 6. Januar 2018, 22:21

Huch irgendwie sind mir die anderen Antworten vorhin untergegangen. smilie_sh_019
Entschuldigt bitte und vielen Dank @catba & @Bolotta.


Das sind super Inputs Anne, wie immer. Merci. Tja, dann werd ich eben noch sturer :-p


@Lady sprichst mir aus der Seele. Das hilft sicher auch anderen viel!
Die Konzentrationsübungen Schritt-Stop-Schritt machen wir auch. Hab ich grad beim schreiben gar nicht bedacht. Das hilft uns extrem!! Hat auch mehr Wirkung als Wenden bei Ink (vermutlich weil ich Wenden so selten mach und er das gar daher weniger blickt). Rückwärts hab ich bisher aber nicht gemacht. Wird sofort eingebaut. :good:

:biggrin: Das mit der Faulheit und daraus resultierenden Konsequenz trifft so heftig zu auf mich, ich erhol mich grad kaum vor lachen. :kaputtlach:


@Dinkydi hoffe ist ok, dass ich deinen Thread mit in Beschlag genommen habe. Aber die Tipps helfen dir sicher auch weiter! :brav0:

Dinkydi

Schnupperdoggie

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13

Sonntag, 7. Januar 2018, 03:26

Ich wollte mal schauen welche Antworten man zu diesem Thema kriegt. Ich habe vor Jahren schon auf und ab gegoogelt um meinem Hannibal bei zu bringen wie man einigermassen schoen bei Fuss laeuft. Dabei waren meine Ansprueche ziemlich niedrig. Solange die Leine nicht staendig straff war, waere ich zufrieden gewesen.

Den ersten Ansatz aus dem Internet, den ich verfolgt habe, war das stehen bleiben wenn die Leine angespannt war und erst weiter laufen wenn Hannibal zu mir zurueck kam. Kleinere Variationen, wie zum Beispiel in die andere Richtung laufen sind hier inklusive. Ich habe das mehrere Monate aeusserst konsequent versucht. Hannibal hat das nicht sonderlich interessiert. Meistens kam ich pro 15 Minuten einen halben Katzensprung weit. Das einzige was sich durch diese Methode geandert hat war mein Frustrationslevel: Von niedrig auf, "ach, ich bleibe lieber zu Hause als mit dem Hund Gassi zu gehen". Der Trick mit dem zusaetzlichen Halstuch um zu unterscheiden ob man jetzt "nur" Gassi geht oder Gassi geht mit trainieren hat mir damals gefehlt, das ist wirklich eine ausgezeichnete Idee!

Versuch 2, die Salami-Taktik war auch nicht mit Erfolg gekroent. Hierbei sollte Hannibal belohnt werden mit etwas besonders feinem, wenn er denn neben mir lief. Das ging ziemlich offensichtlich in die Hose, weil Hannibal lieber an der Leine zerrt, als Salami zu vertilgen. Diesbezueglich ist er eh ein komischer Hund. Essen scheint eher ein Uebel als ein Genuss zu sein (mit dieser Einstellung ist er allein in der Familie). Mit Worten und Freude kann man ihn schon belohnen, aber an der Leine zerren ist eben doch spannender.

Die aktuell letzte Variante hat mir dann die Hundetrainerin gezeigt. Sobald Hannibal sich zu weit von mir entfernt stehen bleiben und mit der Leine ihn ruckartig zurueck ziehen. Und - oh Wunder - das hilft. Er mag es gar nicht so zurueck gezogen zu werden, und inzwischen laeuft er fast schon wie ein gut erzogener Hund neben mir her. Es reicht inzwischen stehen zu bleiben, dann macht er einen Satz rueckwaerts, denn er weiss was es geschlagen hat. Schritt und Stop und auch ein paar Schritte rueckwaerts klappen jetzt ganz prima. Blickkontakt ist meistens ganz gut, aber manchmal fixiert er Dinge die er unheimlich spannend findet. So wie zum Beispiel heute der Toeff, der so bunt und laut war. Dann geht's nicht mehr weiter, bis seine Konzentration wieder bei mir ist.

Die Schwierigkeiten konsequent zu bleiben am Zebrastreifen sind mir bekannt. Bei mir war es jeweils der Umstand, dass ich auf dem Zebrastreifen nicht stehen bleiben oder gar umkehren konnte, obwohl Hannibal's Verhalten das erforderlich machten. Als ich die Stehen-Bleiben-Methode konsequent angewendet habe, habe ich gar darauf geachtet an keiner Strasse vorbei zu kommen, die ich haette ueberqueren muessen. Ist aber natuerlich nicht fuer jedermann moeglich. Fizzy, hilft da nicht eine kurze Handbewegung um dem Autofahrer klar zu machen dass er fahren soll? Versteht evt. nicht jeder, weil er gerade vielleicht auch nicht auf dich schaut, aber hey, ein veraergerter Autofahrer mehr oder weniger ist nicht allzu schlimm!

Die Frustration beim zweiten Problem verstehe ich aber nicht so ganz. Sollte Ink sich nicht ausnahmslos auf dich konzentrieren? Wenn eure Regeln sind vor dem Ueberqueren anzuhalten, so wird das gemacht. Der Hund stellt das doch nicht in Frage? Klar will er mit den anderen mithalten, aber wenn sein Frauchen anhaelt, dann muss er auch anhalten. Wenn sein Frauchen will dass er Sitz macht, dann macht er Sitz. So was sollte doch unabhaengig von aeusserem Einfluss sein, im Idealfall zumindest?

PS: Meine Threads zu klauen ist explizit erlaubt. :-p

Fizzy

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14

Sonntag, 7. Januar 2018, 03:49

Na auch so ne Nachteule? :zwinker:

Mir ist gerade noch eingefallen, es gäbe noch die Topf-Methode. Am besten suchst du dir das auf Youtube raus, wenn du es genau wissen willst. Hab ich selbst nicht ausprobiert.

Hannibal verbessert seinen Blickkontakt zu dir, durch zurückreissen? Das ist ja speziell. Früher war das zum reissen am Hund gang und gäbe und wird heute noch oft gesehen, normalerweise eher nicht sehr erfolgreich. Bei nem empfindlichen Welpen-Nacken oder kleinen Hund käme das für mich auf keinen Fall in Frage. Aber das muss jeder für sich wissen und Hannibal ist glaub stabil gebaut...


Die Frustration beim zweiten Problem verstehe ich aber nicht so ganz. Sollte Ink sich nicht ausnahmslos auf dich konzentrieren? Wenn eure Regeln sind vor dem Ueberqueren anzuhalten, so wird das gemacht. Der Hund stellt das doch nicht in Frage? Klar will er mit den anderen mithalten, aber wenn sein Frauchen anhaelt, dann muss er auch anhalten. Wenn sein Frauchen will dass er Sitz macht, dann macht er Sitz. So was sollte doch unabhaengig von aeusserem Einfluss sein, im Idealfall zumindest?
Natürlich sollte Ink sich auf mich konzentrieren. Aber das so zu sagen, ist als wenn ich zu dir sagen würde "Sollte dein Hund nicht Besuch akzeptieren?". Du arbeitest ja dran, aber das geht nicht mit nem Fingerschnippen. Sobald jemand mit dabei ist, ist Ink völlig ausm Häuschen und daher neben der Spur. Es wäre halt deutlich einfacher, wenn sie bei mir bleiben und er das so erst mal lernen kann. Zusätzliche Herausforderungen können danach gerne noch dazu kommen, also eben weglaufen / vorgehen usw. Kleine Schritte eben, wozu überfordern? Das dass bei ihm wie gesagt nur in Frust endet und dann die ganze Leinenführigkeit negativ beeinflusst bringt ja nichts. Da kann man noch so viel sagen, es sollte so klappen. Man muss eben langsam aufbauen. Sind ja schon genug Umwelteinflüsse als grundsätzliche Ablenkung da. Bedenke auch, er kennt die Leute, er mag die Leute und will seine Herde zusammen halten. Fremde die uns überholen sind kein Problem. Auch Fremde die uns ansprechen, sich mit mir unterhalten, ihn streicheln und dann wieder weggehen, sind kein Problem. Auch im Freilauf ist es kein Problem. Würden wir uns unterwegs trennen und auseinander gehen, während er im Freilauf ist, brauch ich nicht mal zu rufen - er folgt mir. Easy. Mich frustet auch nicht, dass Ink das noch nicht kann. Sondern eben, dass meine Mitmenschen sich da so rücksichtslos verhalten. Auch unabhängig von Ink. Wenn ich mit jemadem unterwegs bin und der z.B. anhält um sich die Schuhe zu binden, latsch ich auch nicht einfach davon. Zu guter letzt darf man auch nicht vergessen, Ink ist noch ein junges Hundchen und steht gerade am Anfang der ersten Pupertätsphase. Das dauert schon noch bisschen, bis da alles perfekt sitzt. Ich stelle auch allg. sehr hohe Ansprüche an ihn und man glaubt mir oft nicht, wie jung er ist bei seinem Verhalten. Aber den Fehler hat er eben noch drin.

Edit: Stell dir mal den Ablauf bildlich vor.
Ink und ich fallen ja durchs stehen bleiben zurück. Er hat also einen Fehler gemacht, ist vorgegangen, weil vielleicht was interessant riecht. Ich bleib stehen, damit er sich selbst korrigiert. Das ist eigentlich schon genug verlangt fürn Anfang. Aber dann läuft die andere Person / Personen an ihm vorbei weiter, genau in die Richtung in die er doch auch will und er gehört doch zu denen da auch dazu. Soll nun aber die aus den Augen lassen, sich umdrehen, zu mir zurück kommen, sich dann beim weiter gehen zurückhalten und gedulden, die die ganze zeit 5m vor der Nase, darf sie nicht einholen, weil Frauchen mit ihrem kaputten Knie nicht hinther rennen kann. Find das schon bissl viel verlangt für so n jungen Hund. Lernen dauert. Gerade beim Fuss.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Fizzy« (7. Januar 2018, 03:58)


Dinkydi

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15

Sonntag, 7. Januar 2018, 08:09

Ok, verstanden. :good:

Ueber Nacht wurde mir auch klar, wieso das mit der Stop-Go Taktik bei Hannibal nicht funktioniert haben koennte (Ja, ich lerne im Schlaf!): Tagsueber war er oft in einem Hort, da gingen sie natuerlich anders Gassi und wahrscheinlich hat er dadurch nie kapiert. was ich von ihm wollte. Ich war zwar konsequent, Hannibals Gassigefaehrten als ganzes aber nicht.

Husky- Passion

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16

Sonntag, 7. Januar 2018, 13:34

Die aktuell letzte Variante hat mir dann die Hundetrainerin gezeigt. Sobald Hannibal sich zu weit von mir entfernt stehen bleiben und mit der Leine ihn ruckartig zurueck ziehen. Und - oh Wunder - das hilft. Er mag es gar nicht so zurueck gezogen zu werden, und inzwischen laeuft er fast schon wie ein gut erzogener Hund neben mir her. Es reicht inzwischen stehen zu bleiben, dann macht er einen Satz rueckwaerts, denn er weiss was es geschlagen hat. Schritt und Stop und auch ein paar Schritte rueckwaerts klappen jetzt ganz prima. Blickkontakt ist meistens ganz gut, aber manchmal fixiert er Dinge die er unheimlich spannend findet. So wie zum Beispiel heute der Toeff, der so bunt und laut war. Dann geht's nicht mehr weiter, bis seine Konzentration wieder bei mir ist.

smilie_sh_019 Echt jetzt?

Hallo Dinkydi

Habe ich dich richtig verstanden, dass du deinem Hund sozusagen Schmerzen zufügst mit dem ruckartigen nach hinten ziehen, wenn er sich zu weit von dir entfernt?
Das ist doch eine völlig veraltete Methode! Oder hab ich hier irgendwas überlesen, falsch verstanden? Dann entschuldige.

Ich habe sehr viele Hunde die müssen, dürfen, sollen, wollen fest an der Leine ziehen. In erster Linie müssen, dürfen, sollen die das auch tun dürfen, indem ich sie mit Zughundesport auslaste. Vielleicht wäre das grundsätzlich mal eine Überlegung wert bei deinem Energiebündel, wie ich das gelesen habe. Gut, das hilft in erster Linie nicht, dass er nicht an der Leine zieht, aber die erste Power ist mal draussen. Egal.
Bei einer meiner schlimmst zerrenden Hündin, habe ich die Ampelmethode angewandt mit grossem Erfolg.
Leine am Halsband, etwas am Rand laufen, also der Hund ist am Rand, sobald der Hund mit dem Kopf oder der Schulter vor meinem Knie läuft/laufen will, drehe ich mich zu ihm und (be)-dränge ihn mit meiner vollsten Aufmerksamkeit nach hinten. Ein einigermassen sensibler Hund reagiert eigentlich sehr schnell darauf. Man kann dazu den Befehl "zrugg" geben oder auch einfach nichts sagen, dann muss es aber bei JEDEM Leinenlaufen so eingehalten werden. Also diese Stufe ist rot. Der Hund wird bedrängt. Reagiert er darauf mit zurückweichen stellt man seinen Körper sofort auf grün um, d.h. man läuft wieder v.a. mit den Schultern gerade weiter voraus. Merkt man, dass der Hund wieder weiter nach vorne laufen will, kann man den Körper auf orange stellen, d.h. man dreht die Schultern leicht ab Richtung Bord/RAnd oder Hund, aber nicht so extrem wie bei rot, wo man den Hund bedrängt. So merkt der Hund, am angenehmsten für ihn ist es neben, schwach hinter dir zu laufen und auf deine Körpersprache zu achten. Die können das extrem schnell. Und das beste, du tust deinem Hund physisch in keinster Weise weh. Du schränkst ihn lediglich körpersprachlich ein. Versteht man was ich meine? Wenn du Lust hast, probiers mal aus! Kostet ja nix und macht auch ein anderes Training nicht kaputt. ;)


lg
husky-passion

Anne

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17

Sonntag, 7. Januar 2018, 13:45

Danke, Husky-Passion. Hatte keinen Nerv was zu schreiben dazu. Für mich klingen die Ansätze dieser Trainerin auch ziemlich veraltet (Stellung im Rudel klar machen, sehr streng sein, mit Leinenruck arbeiten). Dieser Ansatz für Leinenführigkeit wäre für mich ein No Go.

Das Ampelsystem finde ich auch auch eine gute Möglichkeit, grad bei dieser sehr körperlichen Rasse.
Oder zB mit einem Halti / Geschirr mit Ring vorne arbeiten und den Hund bei Zug umleiten, damit er nicht zum Erfolg kommt.

Für mich klingts aber auch ein bisschen nach mangelnder Konsequenz (eben grade weil es im Hort eben anders läuft und das Ziehen an der Leine/das Vorwärtskommen offenbar sehr belohnend ist für den Hund).

Nicht zu vergessen ist auch, dass sich konsequenter Zug auf den Hals über das Halsband auf die Durchblutung und Sauerstoffversorgung des Gehirns ausübt und immer mehr zum "Tunnelblick" und zu Stress führt, der Hund also sich selber quasi immer mehr in diese Lage reinsteigert.
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erica

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18

Sonntag, 7. Januar 2018, 18:30

Zitat



Nicht zu vergessen ist auch, dass sich konsequenter Zug auf den Hals über das Halsband auf die Durchblutung und Sauerstoffversorgung des Gehirns ausübt und immer mehr zum "Tunnelblick" und zu Stress führt, der Hund also sich selber quasi immer mehr in diese Lage reinsteigert.


Es war nie von Dauerzug auf das Halsband, sondern von einem Leinenzupf die Rede. Davon nimmt kein so grosser Hund Schaden.

Und es gibt durchaus Hunde, die auf körperliches bedrängen nicht ansprechen.

Husky- Passion

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19

Sonntag, 7. Januar 2018, 18:37

Zitat


Und es gibt durchaus Hunde, die auf körperliches bedrängen nicht ansprechen.
Ja, das glaube ich schon. Könnte aber ein Versuch Wert sein, finde ich.

Anne

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20

Sonntag, 7. Januar 2018, 18:47

Zitat



Nicht zu vergessen ist auch, dass sich konsequenter Zug auf den Hals über das Halsband auf die Durchblutung und Sauerstoffversorgung des Gehirns ausübt und immer mehr zum "Tunnelblick" und zu Stress führt, der Hund also sich selber quasi immer mehr in diese Lage reinsteigert.


Es war nie von Dauerzug auf das Halsband, sondern von einem Leinenzupf die Rede. Davon nimmt kein so grosser Hund Schaden.

Und es gibt durchaus Hunde, die auf körperliches bedrängen nicht ansprechen.



Ich meinte auch nicht auf die Taktik mit dem Ruck, sondern generell das viele Ziehen an der Leine, unabhängig von der Methode, die dagegen gewählt wird. Die muss letztlich jeder mit sich selber und dem Hund ausmachen. War etwas unklar formuliert von mir, was ich meinte, ist: Dass der Hund bei ständigem Zug tw auch einfach weniger ansprechbar ist für "sanftere" Methoden wie Stehenbleiben etc, weil er möglicherweise schlichtweg in diesem Tunnel drin ist und die Aussenwelt gar nicht mehr wahrnehmen KANN.
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