Zelda, ein Jagdhund aus Leidenschaft & Marvel ihr Praktikant

  • Kürzlich war ich an einem tollen Seminar von Anja Fiedler, was mich aufgeweckt hat mal wieder mehr mit meinem Hund zu arbeiten.
    Für die uns nicht kennen, Zelda war ein frühzünder was das jagen betrifft und hat mich damals sehr stark überrumpelt und auch überfordert. Ihre Anlagen zu unterdrücken oder ändern gelang mir nicht und ich geriet an viele Trainer die keine Ahnung von Jagdverhalten hatten. So tümpelten wir über ein Jahr lang vor uns her ohne irgend ein Erfolg zu erzielen im Rückruf, Frustrationstoleranz und co. Dazu kamen noch andere Alltagsbaustellen, wie angst beim Auto/Bus/Zug fahren. Zu unsicheres Verhalten bei Hundebegegnungen (hinlegen schon bei Hundesichtung) und so weiter und so fort :) 
    Jetzt ist sie 4 1/2 und wir haben eine Menge hinter uns und sind zusammen gewachsen. Für Sie bzw. für unser Seelenheil habe ich vor ein paar Jahren entschieden, wir leben mit ihrem Jagdinstinkt, nein besser gesagt wir LEBEN ihren Jagdinstinkt.


    So wird Zelda möglichst oft jagdlich ausgelastet. Unser beider liebstes Hobby ist die Rennbahn. Ich kann nicht viel falsch machen und sie darf einfach Hetzen ;) 
    https://youtu.be/pOSPRcEN2Y4


    Für unser beider Disziplin haben wir früh mit dem Futterbeutel angefangen und bald einmal eine Dummygruppe gefunden die unsere Anlaufschwierigkeiten ertragen kann. Es ist nicht einfach einem selbständigen Hund der gerne Fuchs, Reh und bei langeweile auch mal Marder jagen gehen möchte, zu erklären dass wir nun so runde Stoffdinger suchen die nach nichts riechen und sich nicht bewegen. Gerade wenn wir im Wildreichen Gebiet Trainieren kriegen wir beide beinahe die Krise :peinlich: aber das muss eben sein. Disziplin gehört dazu und lernt uns beiden mit Frust umzugehen und gemeinsam auf einen Nenner zu kommen.


    und dann gibt es da noch die Schleppfährten, Schweissfährten und vieles mehr. Das macht sie nun auch immer besser auch unter Ablenkung. So auch gestern abend nach der eindämmerung. Nur hat es ihre Motivation soo arg angehoben, dass wir danach noch weiter jagen gingen. Immer artig an der Leine um kein Wild zu hetzen und nach all den Jahren, weiss ich auch wo Fuchs und Hase sich Gute Nacht sagen.
    Das hört sich dann jeweils so an :D https://youtu.be/yy5L3nEPlM8


    Wenn ihr Interesse habt, werde ich hier gerne bisschen von uns Berichten.

  • Seit Zelda knapp über ein Jahr alt ist, gehen wir so oft es geht nach Kleindöttigen auf die Rennbahn ins Training.
    Es gab immer mal Trainings die Zelda selbständig kreativ gestaltete, ob nun den ganzen Hasen gefressen der an der Maschine hing,
    mit dem Abgefallenen Hasen abhaute und wir sie einfangen mussten, sie Spurlaut von der Bahn abhaute, sie komplett verweigerte aber beim zweiten Anlauf doch noch ging.
    Wir waren immer die Wundertüte vom Tag und jeder mochte Zeldas Art, wir waren und sind stets immer sehr Willkommen gewesen.


    Schon letzte Saison, zeigte Zelda, dass ihr die Bahn nicht mehr so wichtig ist. Mal rannte sie eine ganze Runde am Morgen und am Nachmittag gar nicht mehr.
    Mal rannte sie eine halbe... es war nicht mehr dieser Ehrgeiz in ihren Augen. Auch lief leider etwas schief, als jemand den Ersatzhasen direkt neben der Bahn lagerte und Zelda
    nur noch anfing diesen aufzustöbern. Leider fing sie dann auch ende Saison 2x mit Humpeln an nach einer ganzen Runde und zeigte einen Druckpunkt am Rücken an.
    Sowohl Pfote wie auch der Rücken sind tiptop ausgeheilt über den Winter, doch sie selbst hat sich wahnsinnig verändert in einem Jahr.


    Gestern war also das erste Training der Saison, und auch wenn mein Bauchgefühl schon sagte, sie wird eher nicht rennen, so freute ich mich auf einen tollen Tag mit vielen tollen Hunden und netter Gesellschaft.
    Es kam wie erwartet. Am morgen rannte Zelda keine 5 Meter, kehrte um und stöberte den Ersatzhasen auf und stand vor (YAY ! Kein klauen, kein packen, sondern vorstehen! Das ist für ein Beagle eine grandiose Leistung).
    Am Nachmittag hatten wir die kreative Idee, sie mit ihrem allerliebstenlieblings Windhund gemeinsam Starten zu lassen. Suki ist für ein Rennhund (Podenco Ibicenco) nicht soo schnell wie ein Whippet oder Grey
    und hat keinerlei Ressourcen Probleme. Wir erhofften uns, dass sie als Meutehund die Jagt mit aufnimmt und auch eine gewisse Eifersucht entwickelt.
    Zeldas Reaktion war göttlich! Suki startete etwa 40 Meter vor Zelda, erst kam der Hase, danach Suki und ich liess Zelda los mit dem üblichen "GO". Zelda schaute beiden hinterher, überlegte und kehrte um in die andere Richtung
    ging bis zur ersten Kurve, blieb stehen und hörte wie weit die Maschine noch weg ist. Als diese näher kam, ging sie aus dem Weg, und schloss an Suki auf. Lies Suki zuerst an den Hasen, als diese angeleint wurde, packte sie den Hasen
    und wollte ihn Wegtragen. Kurzum, die Podenca durfte die "Drecksarbeit" erledigen und sie nahm sich den Rest  :spass2: 


    Auf der einen Seite bin ich sooo stolz auf sie. wir waren von morgens 8 Uhr bis abends 17:30 Unterwegs und sie war auch im Bus, trotz meeeega nervigem Labrador sehr entspannt.
    Sie stand vor dem Ersatzhasen vor anstatt stiften zu gehen und war immer und jederzeit Abrufbar.
    Auf der anderen Seite, geht nun mit ihr eine Ära zu ende, die ich echt mega mochte und ich bin bisschen Wehmütig, gönnt sie mir nicht noch 1-2 Jahre länger auf der Rennbahn.
    Weswegen ich schon sehr auf Miyu hoffe, dass es ihr auch spass machen wird, auch wenn ich weiss, sie wird es mir nicht so leicht machen, mit all den Menschen und Hunden.




      

    Hier auf dem Weg Richtung Suki, also völlig falsch herum :D Foto ist von Beatrice Koller

  • Ja, die Beagles sind sehr kreativ. :zwinker: Wir haben auch ein solches Exemplar. Zum Glück hat sie fast keinen Jagdttrieb und wir können sie deswegen gut frei laufen lassen. Ihr Trieb geht leider absolut in Richtung etwas Fressbares zu finden und da ist sie gar nicht wählerisch. :stop:

    :winke: Grüessli Ruth mit Quirine

  • Ja, die Beagles sind sehr kreativ. :zwinker: Wir haben auch ein solches Exemplar. Zum Glück hat sie fast keinen Jagdttrieb und wir können sie deswegen gut frei laufen lassen. Ihr Trieb geht leider absolut in Richtung etwas Fressbares zu finden und da ist sie gar nicht wählerisch. :stop:


    Kann ich (leider) bestätigen. Nur meine hat Jagdtrieb und frisst alles, was rumliegt :wacko:


    sorry für s OT

  • Ich finde es immer schön und faszinierend, wenn ein Hund sich noch seinem Zuchtziel entsprechend verhält, obwohl es manchmal sehr mühsam sein kann.


    Zelda ist eine coole Socke :d

  • ich erkenne doch bei unserem bretonen da soo vieles wieder. oh je...
    ich kann da jedoch im unterschied behaupten: fressbares interessiert ihn draussen überhaupt nicht..jedoch stiehlt er daheim alles was in richtung :man kann es evtl essen..
    geht.
    habe ich nochmal glück gehabt...er hat NUR extremen jagdtrieb...hihi.. :biggrin:

  • Zelda mochte Wasser noch nie, schon als Welpe umging sie jede kleinste Pfütze. Jeder Hund konnte noch so dreckig und nass nachhause kommen.
    Zelda war meist sauber und nur so nass wie es eben gerade notwendig war.


    Um so schöner war, als sie vor einem Jahr das erstemal die Motivation zeigte auch im Wasser Dummyarbeit zu machen. Es war eins der genialsten Trainings und leider auch das letzte mit Barbara.
    Sehr lange hab ich wirklich an diesem Motivationskick "gezehrt", weil ich von da an wusste; mein Hund springt über den eigenen Schatten um mit mir und für mich zu arbeiten.


    Heute gingen wir mit Sonja ans Wasser arbeiten. Während die erste Wasserstelle sumpfig mit viel Strömung war, gabs für Zelda keine richtige Motivation. Sie holte sie bis an Rand aber weiter rein ging sie nicht, obwohl sie Motivation zeigte, war der innere Unwille zu gross. Bei der zweiten Wasserstelle schwamm sie, wie eine eins.. so ging es dann gute 2 Stunden weiter. Mehrere Wasserstellen haben wir ausprobiert, bis wir an einer waren wo es echt steil ins Wasser ging.
    Sie war mega Motiviert, winselte vor verzweiflung aber die eigene Unsicherheit war zu gross. Ich dachte ich tu ihr etwas gutes, nahm sie am Geschirr und wollte sie ins Wasser gleiten lassen. Blöderweise völlig fehlkalkuliert machte mein Beagle einen kompletten Taucher, der ganze Hund inklusive Kopf war 10cm für ganz wenige Sekunden komplett Unterwasser. Lustigerweise, kaum aus dem Wasser machte sie den selben taucher aus eigener "doofheit" nochmals.


    Kurzum die Wasserstelle gewechselt, Hund ins Wasser geschickt und oh nein, sie zögert, obwohl sie diese Stelle schon kannte. Kurz motiviert und sie schwamm.. 1...2...3..4.. Mal !!


    Bin heute sooo unglaublich stolz auf sie. Den ganzen Morgen war sie mega motiviert. Während dem Wasserstellenwechsel trug sie teilweise ein Stöckchen mit sich, warf es auch mal in die Luft
    und war einfach mega Happy. Trotz wirklich sehr viel Wild im Wald, war sie am Wasser am arbeiten und ging nicht stiften. War motiviert und eifrig.


    In so momenten verlieb ich mich immer aufs neue in meinen Hund  :love: 

  • so cool, ein schönes Gefühl gäll :smile: in anderen Situationen geht es mir bei Dix auch so, denn sie hat auch länger, wenn sie bei irgend etwas unsicher ist...wenn sie es dann schafft, bekommt man selber auch ein tolles Gefühl :smile:

  • Spannend zu lesen, da "Neuland" für mich. Finde es aber super, dass Du Zelda so rassegerecht beschäftigst, mir begegnen ab und zu zwei Beagles mit älterem Mann, der Rüde an der Leine, schleppt ihn hinterher, die Hündin unangeleint permanent am Stöbern in der Wiese und interessiert sich überhaupt nicht, ob er ruft oder nicht. Kommt mir sehr unausgelastet vor.

  • Ich hoffe der Grund für Zeldas Abneigung gegenüber dem Schwimmen heisst nicht Amiga :pinch::peinlich:


    Aber ist natürlich super, dass es nun klappt! Ich werde es Barbara brühwarm erzählen :d

  • Warum denkst du Amiga ist daran schuld? :D 
    Nein das hatte sie seit Welpen an und sie würde auch jetzt nicht "einfach so" schwimmen.
    Aber immerhin fürs arbeiten :)


    hasch-key , Rassegerecht ist es in dem Sinne nicht, aber ein Kompromiss für uns beide.
    Es ist für mich Körperlich sehr oft machbar und für sie eine Aufgabe, dazu hat es uns viel im Alltag weiter gebracht.
    Das Fährten ist einfach mega aufwendig und anstrengend.. irgendwie fehlt mir da oft die Motivation, auch ist es relativ monoton für mich selbst :)
    Ja unausgelastet Beagle sind ätzende Tierchen, doch die Schleppleine sagt dabei selten etwas darüber aus. Das komplette ignorieren ist eher ein Indiz für zu wenig Alltagstraining und Auslastung.

  • das hab ich völlig vergessen :D nein Wasser war vorher schon ein Thema.
    so rein rechnerisch wann das gewesen sein müsste, begann sie auch erst nachher zu schwimmen

  • Wenn es im Haus verdächtig raschelt ist es immer der Beagle und immer etwas das nicht sein sollte. Ausnahmslos.
    Ich motz mal prophylaktisch und drohe ihr das Exil an - sie ist Profi darin es zu ignorieren, passiert ja eh nichts.
    Da kommt der Beagle mit einer offenen(!) Packung Rohschinken entgegen, ohne den Inhalt angerührt zu haben und apportiert das ganze einem in die Hand. Tschacka!


    Kehrtwendung? Es gab auf das natürlich den absoluten Leckerlieregen.
    Worauf Fr. Beagle alles, aber wirklich alles noch bringen wollte und sehr empört war, dass es für anderes nicht mal einen Keks gibt!



    Dinge die wohl hauptsächlich Beagle- und Retrieverbesitzer nachfühlen können  :biggrin: 

  • Beagles sind sehr einfallsreich. :zwinker: Wir machen da auch immer wieder ähnliche Erfahrungen :biggrin:

    :winke: Grüessli Ruth mit Quirine