Was ist Bindung?

  • Aktuell schreibe ich mit jemandem, der sich für den Beagle als Zweithund interessiert.

    Dabei ist mir eingefallen wie oft ich von Trainer zu hören bekam, Zelda und ich hätten eine sehr schlechte Bindung.

    Dies war eigentlich nicht der Fall, unser Problem lag ganz woanders, auch heute noch.


    Nun nimmt es mich wunder, woran macht ihr eine gute Bindung fest?

    Erkennt man die an einem fremden Hund und dessen Besitzer?

    Ab wann kann man es Einschätzen?

    Und ist die Art von Bindung Rasse/Typ abhängig?

    Was schadet der Bindung?

    Was stärkt die Bindung?

  • Bindung ist "das Band" zwischen Hund und Halter.


    Man erkennt auch bei fremden Hh und Hund ob Bindung da ist.


    Ist dem Hund der Halter-(Mensch) als "Ressource" das Wichtigste.


    Wir haben im Hundekurs immer mal wieder Reinschnupperer, die null Bindung zum Hund haben.


    Da "verabschiedet" sich der Hund und macht sein Ding. Keine Chance, dass das solche HH ihren Hund mit oder schon gar nicht ohne Leine führen können. Abruf null.


    Stellt man z. B. eine Futternapfstrasse oder Spielzeugstrasse auf ca. 20m, setzt den Hund ans eine Ende und ruft ohn vom anderen Ende her ab, interessiert er sich für's Futtet/Spielzeug oder gehz streunern/pieseln. Einer der Bindung hat wird durch die Strasse zum HH rennen.


    Kommt oft noch dazu, dass jene Hund gar nicht alleine sitzenbleiben und schon beim Weggehen des HH's davonlaufen.


    Bindung hat mit Vertrauen und mit dich verlassen können auf den HH zutun. Ich denke, es ist sogar das Wichtigste, dass sich der eigene Hund immer auf dich verlassen kann, in jeder Situation.


    Wieviele Leute können z. B. ihren Hund nicht in Seitenlage bringen (einfach hinlegen, flach, mit dem Kopf unten, ohne dass der Hund sich bewegt oder gar wehrt). und er entspannt liegen bleibt. Das erfordert höchstes Vertrauen vom Hund dem HH gegenüber.


    Ressourcen jeglicher Art ( z. B. Spielzeug, Aufmerksamkeit, Verfügbarkeit usw.) sollen begrenzt zur Verfügung stehen und vom HH "verteilt" werden und nicht vom Hund eingefordert werden können.


    Ich kann es leider nicht besser beschreiben, als so. Aber stellt man einen Hund mit Halter mit guter Bindung einem Paar ohne Bindung "gegenüber" merkt jeder den Unterschied, auch wenn er "Bindung" als solches nicht Benamsen kann. Was aber anders abläuft, sieht er schon.


    Hunde mit viel Eigenständigkeit, wie viele Exemplare der Beagle, muss man anders erziehen, als z. B. einen Hütehund um zum gewünschten Ziel zukommen. Aber Bindung entsteht bei allen Rassen.


    Bei meinem ersten Hund, meiner Weyla, ist die Bindung in den ersten ca. drei Jahren auch nicht wirklich da gewesen. Ich hatte eben echt keine Ahnung von richtiger Erziehung und dann noch so einen selstbewussten, eigenständigen Hund. Aber mit der richtigen Hundeschule und viel Fleiss und Verständnis und Lernbereitschaft, hat sich das relativ schnell geändert.


    Beim zweiten Hund und auch beim dritten, dem Murphy, kam die Bindung schnell, aber da hatte ich auch genügend Erfahrung.


    Ps: trotz guter Bindung zu Murphy ist es in seiner momentanen pupertären Phase nicht immer ganz einfach. Auch das gehört dazu..........wie ihr ja alle wisst......

  • Eine gute Bindung muss für mich eine gesunde Bindung sein. Dazu gehört meiner Meinung nach auch, dass sich Mensch und Hund auch ohne den anderen wohl fühlen können. Dass es also keine starken Abhängigkeiten gibt.


    Nein, ich kann die Bindung zwischen einem fremden Mensch/Hund-Team nicht einschätzen. Ausser vielleicht wenn es offensichtlich ist.


    Ich denke schon, dass die Art der Bindung individuell ist. Aber nicht nur abhängig von der Rasse sondern auch vom Menschen. Der Mensch ist schliesslich ein ebenso wichtiger Teil einer Beziehung.


    Was der Bindung bestimmt schadet, ist, dem Hund nicht gerecht werden. Seine Bedürfnisse nicht zu befriedigen. Ich kann mir zum Beispiel nicht vorstellen, dass ein Hund, der die ganze Zeit alleine im Zwinger lebt, eine gute Bindung zu seinem Menschen aufbauen kann.


    Der wichtigste Faktor zu einer guten Bindung ist neben der hundegerechten Haltung die Zeit. Das glückliche Zusammenleben stärkt die Bindung.

  • Ich bin vom Gedanken da in Richtung Tabassco.


    Das was Bello beschreibt hat für mich nicht alles was mit Bindung zu tun, sondern ist eher eine Folge von Erziehung und vielleicht Übung zu tun, weniger von Bindung.

    Nur weil der Hund irgendwas nicht macht, heisst das nicht gleich, dass für mich nicht, dass die Bindung schlecht ist. :noidea:




    Eine gute Bindung zeigt sich daran, dass der Hund sich an seinem Halter orientiert.

    D.h. nicht das er alles macht, was der Besitzer will oder ihm überall hin folgt, oder nicht mal ausbügst.


    Sondern wenn z.b. der Hund wenn er Schnüffeln geht, dann doch immer mal einen Blick Richtung seiner Menschen wirft.

    Oder bei Hindernissen wie einer wackeligen Brücke, dass der Hund vielleicht obwohl er unsicher ist, zusammen da rüber zumind. versucht.

    (Bei einem Hund der in Panik gerät kann die Bindung noch so gross sein, der ist in so einem Bereich, da ist es noch mal was anderes)


    Wenn man fremde Hund-Mensch Teams längere Zeit beobachtet kann man schon eine Einschätzung zur Bindung machen. Jetzt nicht bezogen auf eine Situation, aber wenn man Teams immer wieder in unterschiedlichen Situationen sieht.

    Man erkennt z.B. ob der Hund sich eigenständig immer wieder zum Besitzer zuwendet oder ihn zumind. im Blickfeld hat.

    Ob er bei kleineren Aufgaben zumind. ansatzweise motiviert mitarbeitet.

    Ob der Hund sich freut, wenn man nach Hause kommt.

    Ob der Hund auf ein "Spiel" mit seinem Besitzer eingeht.


    Ich finde nicht man kann sagen "das" ist ausschlaggebend dafür das eine Beziehung da ist, bzw. wie gefestigt sie ist :noidea: - es sind eher viele kleine Dinge die ineinander greifen.


    Bzgl. Rasse und Typ abhängig, würde ich eindeutig sagen "ja".

    Ich glaube das bei Selbstständigeren Rassen es oft wirkt, als wäre ihnen der Besitzer egal. Die gehen dann halt ihren eigenen Weg und Schnüffeln der Spur nach, dass ihnen der Besitzer egal ist.

    Aber das ist nun mal Veranlagung. D.h. nicht das Erziehung und Bindung sich in dem Punkt nicht lohnt ;) - sondern das es so wirken kann, als ob der Besitzer dem Hund egal ist.

    Stimmt aber nicht.



    Was wirkt sich positiv aus was negativ:

    positiv wirkt sich jede Form von Zusammenarbeit aus. Zusammen was erleben, zusammen üben, zusammen auf dem Sofa gammeln

    Alltag wirkt sich positiv auf Bindung aus - ob dabei Erziehung eine Rolle spielt... mmh schwer zu sagen

    Klar zu Erziehung und Alltagsbewähltung sind Regeln unabdingbar, aber auch für die Bindung?

    Ich meine jedem ist in der Erziehung ja was anderes wichtig und entsprechend gibt es unterschiedliche Regeln zu Hause.


    negativ wenn man die Grundbedürfnisse nicht stillt, übermässige Form von Gewalt und hinzufügen von Schmerz, Vernachlässigung, sich nicht mit dem Tier in irgendeiner Form beschäftigen

  • Dass der Halter für eine gute Bindung die wichtigste "Ressource" sein sollte, bezweifle ich.


    Deine Beispiele aus der Hundeschule zeigen aber eher die fehlende Erziehung als die Bindung an. Eine Bindung kann sehr gut sein, auch wenn der Hund in vielen Situationen sein eigenes Ding macht, finde ich.


    Dass jegliche Ressourcen nur begrenzt zur Verfügung stehen sollten, und dass sie der Hund nicht auch einfordern darf, sehe ich etwas anders. Auch der Hund darf fordern. Eine Beziehung ist ein gegenseitiges aufeinander-zu-Gehen, einander-Geben.

  • Wenn der Halter nicht die WICHTIGSTE Ressource ist, was/wer dann? Wer gibt ihm einen Schlafplatz/Futter/Liebe/Zuneigung etc.? Schutz und Verlässlichkeit? :)

  • Bello : Ich kenne einige Hunde, für die Futter die wichtigste Ressource ist. Was jedoch nicht bedeutet, dass sie keine gute Bindung zu ihrem Halter haben.


    Tabasco beispielsweise würde eher sein Grundstück verteidigen als mich. Das heisst also auch, dass ich eine weniger wichtige Ressource bin?


    Selbstverständlich ist der Halter etwas sehr Zentrales im Leben eines Hundes. Aber ich möchte nicht seine wichtigste "Ressource" sein. "Wichtigste Ressource" tönt für mich zu stark nach mentaler Abhängigkeit.

  • Wenn der Halter nicht die WICHTIGSTE Ressource ist, was/wer dann? Wer gibt ihm einen Schlafplatz/Futter/Liebe/Zuneigung etc.? Schutz und Verlässlichkeit? :)

    Das könnten alle meine Hunde ohne mich. Sich Schlafplätze suchen, Futter erbeuten, sich schützen. Verlässlichkeit, "Liebe", Zuneigung haben sie innerhalb des Rudels. Das hat für mich nicht mit Bindung, sondern mit Abhängigkeit zu tun. Bindung besteht nicht aus Abhängigkeit oder Ressourcen, meiner Meinung nach.


    Verbringe nicht so viel Zeit mit der Suche nach einem Hindernis.
    Es könnte sein, dass keines da ist.

  • Ich sehe es etwa so wie Vaku es beschreibt. Aus meiner Sicht sucht auch der Hund die Nähe zu seinem Halter und möchte bei ihm sein. Besteht keine gute Bindung, macht er doch sein Ding.


    Vorallem wenn der Hund "Hilfe" oder "Schutz" braucht und sich in so einer Situation ganz auf seinen Führer verlässt oder bei ihm Schutz/Hilfe sucht, zeigt doch das auch, dass eine enge Bindung besteht.

  • Zu beschreiben finde ich es schwer aber Vaku schreibt es gut und trifft meine Meinung. :nicken:


    Futter oder sonst was sein zu lassen, ist für mich Erziehung. Keine Bindung... :nönö:Das sind ganz einfach typische Hundeschule-Übungen. Ist ein Hund verfressen und er kennt die Übung nicht, dann wird er in den Napf steigen.


    Klar, ich soll wichtig sein für mein Hund. Beispiel eben er schnuffelt und ich laufe wortlos davon, dann soll er es bitteschön merken und mir folgen und nicht denken ,,Trottel, endlich bin ich dich los und kann weiter mein Ding machen,, :zwinker: Das ist für mich eher Bindung...


    Aber genau in Worte zu fassen was Bindung ist, finde ich schwer. Auch dies wirklich zu erkennen... da wie schon genannt, es verschiedene Rassen usw. gibt. Gewisse Hunde sind eher mit grossem Radius usw. Da könnte man annehmen, dass die Bindung ja schlecht ist... Wiederum könnte man meinen, dass ein Hund der nonstopp sein Herrchen anhimmelt und bei Fuss geht, die Bindung gut ist. Bin ich aber nicht der Meinung, darum für mich schwer zu erkennen. Weil vieles einfach auch Erziehung/Folgen des Hundes ist (so auch der Abruf).


    Ich denke eine Bindung entsteht wie schon schön geschrieben, durch pos. Erlebnisse mit dem Menschen, zusammen Sachen meistern (Hindernisse usw.)... so wächst vertrauen zum Menschen und somit auch der Wille ihm zu folgen und somit die Bindung.


    Kaputt können meiner Meinung nach vor allem Negative Erlebnisse wo der Hund vom Menschen ausgeliefert wird (Beispiel man setzt ihm Hunderaufereien aus und hilft ihm nicht), oder immer wiederholende Gewalt.

  • Weil ihr aussenfokus sehr extrem war und sie ihre Nase nur auf dem Boden hatte. Futter, Jagen und andere Interessen immer über mich stellte, sie draussen nicht mit mir spielte und sich nicht auf die Seite legen liess. ;) Liest sich bekannt oder?


    Gab da noch andere Punkte die ich aber nicht mehr alle weiss, aber schlussendlich waren es eben genau das was Bello ansprach.


    Noch meine Ansicht

    Nun nimmt es mich wunder, woran macht ihr eine gute Bindung fest?

    Gute Bindung ist vielseitig und vielschichtig, so hab ich gelernt, dass jedes Mensch/Hund Team anders ist und eben auch eine andere Bindungsform eingeht. So ist die von Zelda und mir sehr Kommunikativ und ein hin und her. Während die von meinem Vater und Miyu rein.. keine Ahnung einfach da ist? Und Ferienhund und seine Bezugspersonen ist es nochmals was ganz anderes. Eine gute Bindung zwischen mir und Zelda mach ich fest, dass sie am ende vom Tag immer meine Nähe wählt und sehr tolerant mir gegenüber ist. Wenn sie jagen geht, dann kommt sie zu mir zurück weil sie möchte, sie freut sich wieder bei mir zu sein. Auch fühlen wir gegenseitig unsere aktuelle Emotionslage, ich weiss wenn ihr etwas unbehaglich ist ohne sie anzuschauen, auch in einer sonst völlig normalen Situation. Genau so wie sie merkt, ob ich eine Person "heimlich" nicht mag, auch wenn ich freundlich zu ihr bin.


    Erkennt man die an einem fremden Hund und dessen Besitzer?

    Nur wenn die in ein extrem neigen. Sprich wirklich bei "wow" oder "hoppla", alles dazwischen nein, glaube nicht.


    Ab wann kann man es Einschätzen?

    Wenn man weiss, wie Mensch und Hund ticken, einiges an Hintergründe kennt und nicht nur kurzzeitige Einblicke und dazu noch bisschen Erfahrungswerte hat. Bereit ist auch seine eigene Ansichten davon auf die Seite zu schieben um eine neue Form der Bindung bei Mensch/Hund kennen zu lernen.


    Und ist die Art von Bindung Rasse/Typ abhängig?

    JA! Nicht zwingend Rasse, natürlich, aber Typ.. Sowohl Mensch als auch Hund.

    Ich denk auch, dass es Hunde gibt, genau so wie Menschen, die weniger oder mehr an Bindung suchen und geben.

    Genau auch die Art wie sie es zeigen und zurück geben.


    Was schadet der Bindung?

    Ängste, Schmerz, Trauer, Deprivation, Vernachlässigung, Stress uvm.


    Was stärkt die Bindung?

    Grundsätzlich stimm ich schon zu, Zeit mit dem Hund verbringen kann die Bindung stärken. Nur ist diese durchaus nicht das relevanteste. Miyu ist am häufigsten bei meiner Mutter, danach bei mir und zu guter letzt bei meinem Vater. Ihre Bindung aber genau in der Reihenfolge herum gekehrt. In Worte fassen kann ich es nicht genau, aber sie hat zu meinem Vater den grössten Bezug. Ich hab jeweils mit Miyu das "besonders" lustige gemacht, jetzt haben wir mit Dummy begonnen. Mein Vater nimmt nicht mal futter auf die Spaziergänge mit.. Es ist also weder die Zeitdauer noch die Intensität sondern mehr die Verbindung dabei. Ich glaub auch, dass ich zu meinem Ferienhund, die bessere und tiefere Bindung habe als zu Laila obwohl Laila bald 7 Jahre hier lebt und mein Ferienhund erst 5 Jahre geworden ist und ich ihn nur ca. 3 Tage im Monat sehe. Aber Ferienhund und ich, sind emotional sehr verbunden, während Laila und ich uns mögen, viel miteinander unternommen haben, viel gespielt, trainiert, spaziert aber eher "neutral".


    Bindung ist für mich ähnlich im Verhalten wie Liebe auch wenn es nicht ein und das selbe ist.

    Wenn man zu beiden Elternteilen ein sehr gutes Verhältnis hat, sagt man ja auch nicht man liebt diesen oder jenen mehr. Genau so wenig wie Eltern sagen können sie lieben Kind A mehr als Kind B. Und doch ist der Bezug zu dem jeweiligen Menschen ganz anders, wird anders gelebt, ausgedrückt, umgegangen. Genau so wenig, kann man nur anhand von kurzen Einblicken beurteilen ob ein Elternteil sein Kind liebt und wenn ja wie intensiv..

  • Also nach den beschreibung der „Ressource Mensch“ haben Darcy und ich eine super Bindung 😂 hat ja 6Monate gebraucht bis er wenigstens ein paar fremde Menschen an mich rangelassen hat ohne grosses Bramborium.

    Ich denke Bindung ist eher ein Prozess des sich respektierenden Umgang bei dem man sich aufeinander verlässt und auch aufeinander verlassen kann.

    Vieles andere ist eher eine Abhängigkeit und ist unbeständiger als eine richtige Bindung. Als praktisches Beispiel arbeite ich daran, dass die Bindung zwischen Darcy und mir sich so festigt, dass er eben nicht mehr so abhängig von mir ist und mich als verteidigungsnötige Ressource sieht.

    "Man kriegt nicht den Hund den man will, sondern den den man braucht"

  • Ich denke schon, dass es je nach Hund (Persönlichkeit) und Rasse ein grosses Spektrum gibt, wie sich die Bindung zu seiner Bezugsperson zeigt.

    Sicher finde ich auch, dass eine gute Bindung sich darin äussert, dass ein Hund gerne zu seinem Mensch will und sein Mensch für ihn wichtiger ist als andere Dinge, wobei auch das - je nach Hund - kurzfristig/zeitweise nicht so sein muss, sondern der Hund halt auch mal sein Ding für sich tut, gerade sehr unabhängige Rassen. HSH, einfach als Beispiel, gehen nicht so eine enge Bindung zum Menschen ein, sondern sehen ihre Bewachungsaufgabe als prioritär an usw.

    Für mich ist der Blickkontakt zwischen Hund, der diesen von sich aus zum Halter herstellt, immer das beste und erste Zeichen dafür, dass der Hund eine Bindung aufbaut oder hat. Fehlt der Blickkontakt, besteht keine Bindung und kann der Halter nicht mit dem Hund arbeiten.

  • Sicher finde ich auch, dass eine gute Bindung sich darin äussert, dass ein Hund gerne zu seinem Mensch will und sein Mensch für ihn wichtiger ist als andere Dinge, wobei auch das - je nach Hund - kurzfristig/zeitweise nicht so sein muss, sondern der Hund halt auch mal sein Ding für sich tut, gerade sehr unabhängige Rassen. HSH, einfach als Beispiel, gehen nicht so eine enge Bindung zum Menschen ein, sondern sehen ihre Bewachungsaufgabe als prioritär an usw.

    Für mich ist der Blickkontakt zwischen Hund, der diesen von sich aus zum Halter herstellt, immer das beste und erste Zeichen dafür, dass der Hund eine Bindung aufbaut oder hat. Fehlt der Blickkontakt, besteht keine Bindung und kann der Halter nicht mit dem Hund arbeiten.

    Ich bin hier nicht ganz derselben Meinung..

    Ist ein Hund extrem auf seinen Halter fixiert und lässt den evtl auch nicht mehr *aus den Augen * oder ist gar in ständigem blickkontakt ist der Hund für mich schon mehr als nur fokussiert und nimmt seine Umgebung nicht mehr wirklich wahr. Ich kenne da leider auch ein paar Beispiele und die Hunde tun mir leid. Kann ich denn mit einem Hund nicht arbeiten welcher mich nicht immer ständig im Blick hat? Nein. Ich kann durchaus auch blickkontakt einfordern wenn es der Hund von sich aus nicht tut und erst wenn er sich daraufhin konzentriert lässt sich ebenfalls eine gemeinsame Arbeit ausführen. Was die hsh betrifft widerspreche ich jetzt einfach mal. Sie bauen eine ebenfalls sehr sehr starke Bindung zu ihrem Haltern auf. Nach aussen mag dies jedoch einem Beobachter anderst erscheinen da der Hund auch seine Umgebung sehr genau beobachtet. Bei arbeitenden hsh ist der Fokus ganz bewusst darauf gelegt dass ihnen die Herden Tiere wichtiger sind als der Mensch. Das jedoch hat etwas mit Prägung zu tun und weniger mit dem Charakter.

  • nun, vereinfacht gesagt würde ich sagen, wenn der windhund nach dem jagen von selber zu seinem besi zurück kommt, dann hat er eine sehr gute bindung...:biggrin:


    meine hunde zeigen, je älter sie werden, desto deutlicher ihre bindung. jendayi ist sowieso mein schatten und auch nastassja findet nun, dass sie nicht einfach "bei irgendwem" bleiben will, solange ich noch in der nähe bin. so lief sie mir heute nach zum robidog (obwohl ich sie bei meinem freund lassen wollte um schneller dorthin zu gelangen), was für sie eine enorme anstrengung (körperlich) bedeutet hat und obwohl sie meinen freund kennt und ihn gerne mag.

    meine hunde orientieren sich an mir. auch wenn da etwas spannendes ist zb. eine person die sie kennen, jemand der ihnen immer futter gibt (beide sind doch recht an der ressource futter interessiert) oder eine katze.

    nastassja gerät in panik, wenn sie mich nicht mehr sieht. dann läuft sie so schnell es geht obwohl ihr das körperlich sicher nicht gut tut und sie sonst freiwillig nicht machen würde.

    die bindung war aber schon früher da und ich denke, das zeigt sich, indem sie wissen, ich komme immer wieder zurück. ich kann sie an jedem ort, auch einem ganz fremden, alleine lassen ohne dass sie unruhig werden deshalb.


    bei nastassja gibt es den faktor panik, wenn sie, meistens im wasser, nicht mehr zu mir zurück kann. dann wird sie kopflos und ich muss hinter ihr herlaufen, weil sie für das umgekehrte nicht in er lage wäre. dies war aber schon in jüngeren jahren so. dawn war da weitaus entspannter im suchen nach einem andern weg um wieder zu mir zu gelangen. auch jendayi wird nicht panisch, sondern geht ziemlich "systematisch" vor.

    sie ist auch die, die andere leute jetzt im alter ziemlich ognoriert. sie braucht sie nicht. es ist ihr wichtiger, bei mir zu sein.

    ob ich die wichtigste ressource bin? ja, ich denke schon. das bedeutet bei ihnen aber nicht, dass sie blind für die umwelt sind. sie erinnern sich nur, sobald das spannende, das da eben den weg gekreuzt hat (ob nun ein geruch, ein mensch, ein hund...) seinen reiz etwas verloren hat, sofort daran, dass sie nun wieder zu mir wollen.

    ich glaube, unsere bindung ist perfekt. ich muss nicht so genau wissen, was sie nun ausmacht. meine hunde folgen mir durchs leben und dies taten sie schon immer, ohne nennenswerte probleme und vor allem ohne mich je in frage zu stellen. dies ist aber auch rassebedingt.00100-2:pics

    herzliche grüsse conny und jendayi mit nastassja und dawn im herzen

  • Ich konnte bei meinen bisher 3 TS-Hunden sehr gut beobachten, ob und ab wann eine Bindung besteht, weil sie ja schon erwachsen sind, wenn sie zu mir kommen.

    Bei mir fällt also die Welpen-Zeit weg, bei der man eine Bindung aufbauen kann mit einem "hilflosen" Welpi, der schon aus kindlichen Gründen eine enge Bindung sucht zu seinem Menschen (in der Regel...).


    Bei Morelka fiel mir auf, dass sie in den ersten Tagen sehr zielstrebig einfach vorwärts marschierte (an der Leine natürlich), ohne mir auch nur einen einzigen Blick zu schenken. Sie war nur auf den Horizont fokussiert... wenn sie mir entwischt wäre, so glaube ich, dass sie einfach geradeaus gerannt wäre, denn sie nahm mich überhaupt nicht wahr. Es dauerte mind. 2 Wochen, soweit ich mich erinnere, bis sie begann, mir kleine Blicke über die Schulter zuzuwerfen, wenn wir draussen waren.

    Sobald sie mit diesen kleinen Schulterblicken begann, konnte ich sie frei laufen lassen, denn für mich bedeutete dies den Beginn der Bindung, die ich natürlich mit vielen, schönen Gutelis stärkte.

    Morelka war immer ein rel. selbständiger, selbstbewusster, souveräner Hund, daher dauerte es länger, bis sie deutlich eine Bindung zeigte.


    Bei Smilla war es anders, sie hängte sich einfach kommentarlos an meine Fersen, aber trotzdem war ich nicht sicher, ob und wieviel an Bindung in den ersten Tagen vorhanden war. Sie ist noch immer ein sehr unsicherer Hund, die meinen Schutz (und daher enge Bindung) braucht.


    Die dritte, Vicky, teilte mir am zweiten Tag explizit mit, dass sie sich eng an mich binden möchte:

    Am ersten Tag suchte sie nach ihrem Pflegefrauchen und guckte sehnsüchtig aus der Verandatür, aus der diese verschwunden war. Am zweiten Tag drückte sie sich eng an mich auf dem Sofa, legte mir den Kopf an die Schulter, leckte mir das Kinn, seufzte und schloss die Augen. Damit hatte sie sozusagen eine "Bindung" zu mir aufgebaut und bestätigt. Das sah ich dann auch beim Spaziergang, indem sie mir bereits am zweiten Tag kurze Blicke zuwarf.


    Ich mache daher die Bindung am Selbstbewusstsein des Hundes fest und sehe sie wie ein Gummiband, das sich mehr (= selbstbewusst) oder weniger (unsicher) dehnen kann.

    Ausschlaggebend in beiden Fällen ist es aber, dass immer wieder ein Blickkontakt zwischen Mensch und Hund besteht. Das kann manchmal so flüchtig und kurz sein, dass das vielen HH gar nicht auffällt.

    Ich möchte, ehrlich gesagt, keinen Hund, der keinen Blickkontakt aufnimmt mit mir oder mir keine kurzen Schulterblicke zuwirft.

    :) Liebe Grüsse von Fränzi und der Schweine-Bande

  • Meine Erfahrung ist, wie Aika sie schon beschrieben hat. Je selbstbewusster ein Hund, desto „unabhängiger“ vom Menschen ist er. Blickkontakt sollte aber immer wieder zustande kommen, dann besteht in meinen Augen eine Bindung. Eine Bindung hat für mich nichts mit untetwürfigem Verhalten oder mit bedingungslosen Gehorsam zu tun.

    Ein Hund liebt Dich immer mehr als sich selber :smile:

  • Die Frage ist hal auch, wo und wann kann ich Blickkontakt erwarten. :noidea:


    Für mich wäre nie Aussagekräftig ob Bindung da ja/nein, wenn ich gerade draussen im Wald stehe und der Begale am Schnuppern ist.... da kann ich möglicherweise lange warten mit dem Blickkontakt. :k_irre: