Schleppleine/Rückruf u.a. mit Pfeife

  • Hallo zusammen


    Jimmy läuft seit bald drei Monaten mehrheitlich an der Schleppleine (10m). Eingeführt habe ich diese, nachdem er im Alter von rund sechs Monaten nicht mehr zuverlässig auf Kommando zurückgekommen ist und seine Lust am Jagen von Krähen (wohl auch anderem, wäre es denn verfügbar gewesen...) entdeckt hat. Wenn wir einem Hund begegnen, den wir entweder kennen und ich weiss, das harmoniert zum Spielen oder einen unbekannten Hund, bei dem die Chemie jedoch auch stimmt, dann lasse ich ihn von der Leine. Wenn der andere Hund zuverlässig rückrufbar ist, dann lässt sich auch Jimmy meist problemlos zurück rufen. Seit wir die Schleppleine haben, übe ich den Rückruf angeleint. Anfänglich hat das überhaupt nicht geklappt, er hatte einfach auf "Durchzug" gestellt. Mittlerweile gehorcht er ganz ok, ich würde sagen von 15 mal rufen kommt er 14 mal zurück. Manchmal allerdings erst, nachdem ich mich entweder abgewendet oder ein paar Schritte rückwärts gegangen bin. Irgendwie ist das ja aber alles "geschützte Werkstatt", denn, so denke ich, Jimmy kapiert ganz genau, dass er angeleint ist und folglich meinem Befehl gehorchen muss. Wann ist der Zeitpunkt gekommen, wo ich ihn wieder regelmässig von der Leine lasse? Ich merke auch, dass mich genau das verunsichert. Nichts Schlimmeres, als ein Hund, der nicht Abrufbar ist. Wir hatten früher zu Hause einen Westie mit ausgeprägtem Jagdinstinkt. Wenn die was in die Nase bekam, war sie weg. Wirklich weg, nicht selten für länger als eine halbe Stunde. Da half kein Sich-Entfernen oder sonst was. Das möchte ich mit Jimmy auf keinen Fall erleben. Zumal er eine gute Portion grösser ist - nicht auszudenken, wenn ihm eine Jagd gelingen sollte.


    Seit ein paar Wochen konditioniere ich ihn zudem auf eine Pfeife. Darauf reagiert er sehr promt je kleiner der Radius und je weniger Ablenkung. Also steht er z.B. drei Meter vor mit auf dem Weg, Nase oben, dann macht er fast auf dem Absatz kehrt. Gleicher Abstand, im Gras, Nase unten: da reagiert er erst, wenn ich an der Leine "ruckle" und kommt dann auch eher langsam zu mir. Belohnt wird er aufs Kommen bei der Pfeiffe mit LeParfait, nicht zu knapp. LeParfait gibt's nur für dieses "Kommando", da steht er total drauf. Wann kann ich die Pfeife unter "realen" Bedingungen anwenden? Also wenn er nicht mehr an der Schleppe ist.


    Wie immer: danke bereits im Voraus für euere Tipps! A propos (werde mich wenn ich Zeit habe dazu noch unter dem entsprechenden Thread melden): das mit dem Alleinebleiben wenn ich im Garten bin funktioniert mittlerweile echt gut!


    Herzlich, Feder.

  • Ich habe den Rückruf mit Pfeife so aufgebaut, dass ich Yorik gerufen hab mit Namen + hieeeer oder komm oder whatever und wenn er auf dem sicheren Weg zu mir war: Doppelpfiff und Belohnung. Irgendwann hab ich direkt gepfiffen und darauf muss er zwingend sofort reagieren und kommen. Hat er nicht reagiert, hab ich Theater gemacht und bin "böse" auf ihn zugelaufen, sobald er reagiert und kommt, neutral stehen bleiben. Falls ihm eingefallen ist, mich jedesmal ein Theater machen zu lassen, bin ich irgendwann nicht mehr neutral stehen geblieben, sondern "böse" auf ihn zugegangen bis ich bei ihm war und hab ihm auch mal deutlich gesagt, dass er mich jetzt nervt.

    Anfang des Spaziergangs hab ich immer in relativ kurzen Abständen den Rückpfiff installiert und wenn er sofort reagiert, gibt's natürlich einen riesen Freudentanz, "1000" Gutzis oder auch mal Le Parfait, aber das wirklich nur, wenn er auf dem Absatz kehrt macht und kommt. Es gibt beim Pfiff keine Toleranz.

    Mittlerweile funzt der Pfiff sehr gut, aber ich bleibe natürlich auch dran und mache auf jedem Spaziergang so meine Rückrufe. Heute hat er ausgelöst und ist einer Katze nach über eine Rasenfläche bei einem Block, Pfiff und er macht kehrt und kommt … *jubel* und 1000 Gutzis. Er ist amigs soooo stolz, wenn er so viel Lob kriegt …. :D

  • Hm, einen optimalen Tipp zu geben ist wohl schwierig, da musst Du wohl ausprobieren. Würde sagen, Du machst es doch sehr gut... ich habe es so gemacht und mache es auch heute noch so, dass ich meinen doggie nicht ständig ableine. Wenn ich merke, er wird unruhig, weil Wild in der Nähe ist, kommt er an die Leine. Seinen Spielball habe ich immer parat, damit ich ihn ablenken kann, wenn ich das Wild vor ihm sehe. Also aufpassen muss ich immer und einfach nur so frei rumlaufen lassen kann ich ihn nicht. Denke aber, das ist sehr individuell vom Hund abhängig. Also ob er (starken) Jagdtrieb hat, oder nicht.

    Ein Hund liebt Dich immer mehr als sich selber :smile:

  • wichtig ist, das der Pfiff richtig kondizioniert wird...ich habe es auch nicht richtig gemacht und Dix kam dann, wenn gerade nichts spannenderes los war, super...wenn aber z.B. Katze, anderer Hund etc vor der Nase war, hatte ich die Arschkarte:(...bin dann weg vom Pfiff und habe das Wort "zurück" aufgebaut und das heisst wirklich zurück und nicht erst zurück, wenn es dem Hund passt;)...die Schleppleine würde ich einfach mal am Boden schleifen lassen, dass du notfalls noch reagieren kannst und immer weiter verkürzen, je nach Trainingsstand

  • Wie überall, ist auch hier Timing enorm wichtig. Anfangs zur Konditionierung würde ich pfeifen, wenn er eh auf dem Rückweg zu dir ist. Solange, bis er den Pfiff mit dem Rückweg verknüpft. Direkt pfeifen als Rückruf würde ich erst probieren, wenn es sicher sitzt. Auch hier anfangs, wenn er eh grad zu dir guckt oder sonst auf dich konzentriert ist und vorallem, wenn er nicht zu weit weg ist. Step by step … ;) … und dranbleiben, dranbleiben, dranbleiben …

  • Tarek ist ja stark jagdmotiviert. Rückruf alleine ist bei ihm nicht wirklich wirksam. Aber ich habe einen Rückpfiff konditioniert. Den nutz ich aber nicht oft, er soll was besonderes bleiben und wird auch besonders belohnt. Und ich habe den normalen Rückruf neu aufgebaut, und fordere den auch kompromisslos ein. Erst im klein Radius mit wenig ablenkung und dann immer mehr steigern.


    Aber es ist ein Baustein von vielen. Wirklich Fortschritte was sein jagdverhalten angeht haben wir erst gemacht, als ich im allgemeinen im Alltag engere Grenzen gesetzt habe, den Raum aktiver verwaltet habe, schon beim rausgehen auf Ruhe achte. Die Wege werden nicht verlassen, je ruhiger und kooperativer er ist desto mehr Raum bekommt er draussen. Je aufgeregter desto mehr wird er eingeschränkt.


    Im moment sind wir soweit dass er in meiner nähe nicht mehr einfach so bei Wild auslöst.

    Schleppleine ist aber bei ihm fast immer dran , vor allem da wo Wild auftauchen könnte, ich geh kein unnötiges Risiko ein, dafür ist er mir zu extrem

    Grüsse Nathalie mit


    Tarek, Tervueren, 12.11.2014

    Unique, Malinois, 18.05.2018
    Und Whyona im Herzen 20.06.2002 - 03.04.2017

  • Das stimmt mit dem grundsätzlichen engen Radius, mach ich auch bei Yorik, wenn auch aus anderen Gründen. Er löst zwar aus, wenn was grad vor ihm wegrennt, aber er sucht es nicht. Dafür kann er seit neustem, d.h. seit er die Schildkröten des Nachbars, bei denen wir bei der kurzen Hausrunde immer vorbeigehen kennengelernt hat *hust*, schon hypern, wenn wir über die Strasse in diese Richtung gehen. Ich hab jetzt echt angefangen, ihn schon sehr früh in die Schranken zu weisen und sehr eng zu führen, so geht's … Die eine Schildkröte ist eben schon sehr vorwitzig und kommt gleich "angerannt", wenn wir kommen. Sie ist Yorik äusserst suspekt … :D … immerhin rennt sie nicht davon 8o

  • Ich melde mich mal wieder mit einem kleinen Update. Seit meinem letzten Eintrag hier ist ja doch eine gewisse Zeit vergangen.


    Nachdem sich unser Rückruf kurz nach meinem Eintrag hier gefestigt hat, erlitten wir aber irgenwann den totalen Schiffbruch. Woran das liegt weiss ich nicht, zeitlich war das im Herbst. Obschon ich tagtäglich mit ihm geübt habe wurde ich das Gefühl nicht los, auf der Stelle zu treten. Jimmy war draussen immer sehr abgelenkt und unkonzentriert, musste jeder Fliege nachschauen, markieren, schnüffeln, alles immer eher hektisch. Rief ich ihn "einfach so" zurück, also nicht nachdem ich bereits ein paar Gehorsam-Übungen mit ihm gemacht habe ("Fuss"-Laufen, "warten", etc.), machte er einfach weiter als hätte ich nichts gesagt. In guten Momenten hielt er inne, schaute kurz zu mir, wandte sich wieder ab um dann langsam zu mir zu trotten. Mir wurde geraten die Belohnung zu varieren, Hochwertiges einzusetzten. Das habe ich versucht, gebracht hat es nichts. Jimmy hat teilweise kaum auf die Belohnung reagiert oder wenn dann hatte ich den Eindruck, es hat ihn vollkommen überrascht und vollends aus dem bisschen Konzentration, das er aufwenden konnte, geworfen. Gleiches galt für verbales oder taktiles Lob. Zu Hause allerdings bot er mir ein ganz anderes Bild, er konnte entspannen und auf seinem Platz liegen, die Zeiten, als er mir ständig nachlief waren hinter uns.


    Ende November hatte ich eine erste Privatlektion bei einem Trainer, der ohne Futterbelohnung arbeitet und der den Hund auch mal Konsequenzen spüren lässt, wenn er Kommandos ignoriert. Dazu habe ich mich entschlossen, da mein bisheriger Weg nicht zum Erfolg geführt hat. Jimmy ist ein Hund, der klare Ansagen braucht. Und ich meine SEHR klare Ansagen. Auch unter Artgenossen. Rüden konnten sich nach ein paar Versuchen durchsetzen, bei Hündinnen musste ich eingreifen, da war er total distanz- und respektlos, hat sie von jeder Seite bestiegen egal wie deutlich sie ihren Unmut kund getan haben.


    Die ersten Lektionen waren dann auch sehr erfolgreich. Wir haben an unserer Beziehung gearbeitet, meine Autorität wurde gefestigt. Kurz: ich hatte das Gefühl, wir bewegen uns endlich vorwärts. "Täglich grüsst das Murmeltier" - das waren tempi passati. Anfangs alles immer an der Schleppe. Dann meinte der Trainer, ich könne ihn von der Leine lassen. Anfänglich war ich skeptisch, traute der Sache (oder mir? Oder uns beiden als Team?) nicht. Doch es klappe. Jimmy kam zuverlässig zurück. Dann plötzlich hat er mich wieder angefangen zu ignorieren. Erst einmal. Dann zweimal. Ich zögerte ihm wieder die Schleppe ran zumachen. Und dann haute er mir ab. Ich war mit zwei "Hundebekanntschaften" und ihren Hunden unterwegs. Der eine, ein Flat, total gut erzogen, vorbildlich, abrufbar aus jeder Situation. Die andere, Hündin, Jimmys Freundlich. Goldie, mässig gut erzogen. Gemäss Besitzerin jagt sie nicht. Mit ihr ist Jimmy dann losgeflitzt, Krähen gejagt. Ganz plötzlich. Im Nachhinein weiss ich, dass ich viel früher hätte reagieren sollen, ihn anleinen. Das Spiel mit seiner "Freundin" hat ihn angeheizt, das habe ich wenige Augenblicke vor dem "Startschuss" noch gedacht. Und nicht reagiert. Dann war es zu spät, die beiden quer übers Feld. Der Goldie ist dann nach rund drei Minuten zurück gekommen, die Krähen längst weg - für Jimmy kein Grund zurückzukommen. Er rannte weiter querfeldein, suchte sich ein anderes Ziel, fand einen Graureiher, jagte den. Nach einer gefühlten Ewigkeit (die vielleicht 10 Minuten gedauert hat) kam er zurück. Danach blieb die Schleppe wieder dran.


    Nach wie vor üben wir täglich, Fokus auf dem Rückruf. Aber auch ihn sitzen lassen, weglaufen, mich verstecken (er muss sitzen bleiben), ihn aus dem "Sitz" zu locken, gleiches mit "Platz" - funktioniert gut (ok, mal besser, mal etwas weniger gut). Nur der Rückruf... Für mich muss der einfach sitzen. Im Moment bin ich ziemlich frustriert. Wie lange geht das, bis Jimmy zuverlässig zurück kommt? Was mache ich falsch? Es kommt mir so vor, als würden alle Junghunde, die bei uns unterwegs sind, mächtig Fortschritte machen. Nur wir bleiben stehen. Ich habe mir überlegt, ob ich den Rückruf neu aufbauen soll. Also ein neues Kommando dafür verwenden. Denn unser "zu mir" hat er ja schon x-mal ignoriert. Doch bringt mich das dem Ziel näher? Ändert das grundsätzlich etwas an unserem Problem? Was genau ist unser Problem? Bin ich einfach zu ungeduldig? Ist es wirklich zu hoch gesteckt wenn ich von meinem 17-monatigen Junghund erwarte, dass der Rückruf klappt? Ich bin ungeduldig. Und diesbezüglich ehrgeizig. Am liebsten würde ich den ganzen Tag mit meinem Vierbeiner auf dem Feld stehen und den Rückruf üben und üben und üben bis es klappt. Ich kann mich in etwas verbeissen - ist vielleicht das das Problem? Dass ich zu viel Druck mache?


    So, das ist jetzt ziemlich lang geworden (und doch habe ich ganz viel gekürzt!). Vielleicht mag ja jemand seine Gedanken "zu Papier" bringen, mich würde es freuen!


    Liebe Grüsse

  • Habe auch so eine taube Nuss (Flaffy)... zwar einmal besser einmal weniger, und sie ist schon 3,5 Jahre.

    Bis 1 Jahr hörte sie sooo toll, ich war so stolz drauf. Aber dann Zack wie ein Schalter um, seit dem jagt sie und hört merklich schlechter (für meine Begriffe hört sie echt mies, andere finden es gut:pfeifen:.. ) sie wurde somit einfach zur tickende Zeitbombe, ob sie noch unter Kontrolle ist oder auf dem Sprung schon weg.

    Mich nervt es innerlich auch, auch weil ich nicht weiss wie/warum es so extrem schlechter wurde, was ich falsch gemacht habe oder wo ich hätte etwas auffangen können und es nicht machte oder falsch machte. Es wird ein Rätsel bleiben.


    Sie hat Tage da hört sie super, teils aber überhört sie mich sehr gerne oder sie ist von Anfang an immer abgelenkt.

    Ein Hüpferchen da, ein Mäuschen dort, ein schwebendes Blättchen hier, und ein Pipi da. :pfeifen:

    Sie war aber schon immer soooo extrem ablenkbar. Sie kann auch heute kaum ein anständiges Stück Fuss laufen (also schönes UO Fuss) was Pyri mit 6 Monaten über 100te von Meter konnte), selbst Kekse in der Hand oder so als ,,Lockmittel,, , halten für sie nur knapp 5m.... Belohnung wenn sie mal hört, muss nicht mal sein, lieber will sie gleich wieder weg (bin da, kann ich wieder gehen?). So alla: Ja, OK, dann gib halt... kann ich nun wieder gehen?

    Scheint als wäre alles Wichtiger als ich:sad::noidea:


    Auf Pfeife hört sie recht gut, ich brauche sie aber nur selten, weil ich mir auch das nicht verbauen will. Weil das nun eigentlich noch das Einzige ist, wo sie wirklich abdreht (aber was Jagdbares würde sie wohl auch damit nicht in Ruhe lassen).


    Das mit dem Jagen und vor allem weiter suchen, ist recht krass... Das ist eben der Grund warum meine halt einfach oft gesichert sind, das kann sehr gefährlich Enden wenn sie selbst nach dem das Objekt weg ist, weiter suchen und sich womöglich immer weiter entfernen.

    Pyri machte es in ihrem Leben 2x wo sie wirklich abgestellt war. Flaffy zum Glück noch nie/ hatte keine Gelegenheit dazu...

    Sonst war es immer ein ,,verjagen,, oder nachrennen aber sobald Objekt weg oder nicht erreichbar, dann kam Pyri zurück.



    Das mit den Hündinnen besteigen, musste ich wie etwas schmunzeln. :zwinker:

    haben die Weiber sich überhaupt gewehrt?

    Ich wette mit dir, bei Pyri würde er es sehr schnell sein lassen:pfeifen::0haue-haue0:. Das duldet sie von keinem Rüden ausser sie ist in den Stehtagen.

    Aber auch das wird nicht viel bringen, denn bei anderen Hündinnen würde er es ja wieder machen. Darum bringen solche ,,Übungen,, nicht viel. :nönö:



    Du hast wenigstens die ,,Ausrede,, dass er noch jung ist, die habe ich bei Flaffy nicht mehr. :pfeifen::zwinker:

  • Du bist zu ungeduldig und machst zu viel Druck auf alle beteiligten.

    Dein 17-Monatiger Junghund hat halt da ein Problem. Dafür kann er vielleicht Dinge, wo andere 17-Monatige Hunde defizite haben.

    Dazu kommen eben auch rassebedingte Eigenschaften, die bestimmte Dinge einfach "komplizierter " machen.


    Hier mit Ungeduld zu arbeiten, halte ich für absolut Kontraproduktiv.



    Meine Hündin hat häufiger mal die Aufmerksamkeitsspanne einer Erdnuss. Und ich meine das nicht böse.

    Sie ist fünf und ist ein grossen Teil ihrer Zeit an der Schleppleine, weil wir seit 2 Jahren (auch mit professioneller Hilfe) beim Thema Rückruf wirklich rumeiern.



    Sind wir aktiv am Arbeiten, kann ich sie Problemlos über den kompletten Hundeplatz abrufen, weil da von ihr eine Erwartungshaltung / Anspannung / Arbeitsmotivation da ist. Die Spannung kann und will ich aber bei einem Spaziergang nicht aufrecht erhalten.

    Wir sind ja nicht am Arbeiten, sondern am entspannung, trödeln und eben am Gassigehen.

    Also haben wir hier das Problem, dass alles interessant ist in dem Augenblick und sie gerne mal 2m vor mir noch mal gestopt und abgebogen ist.


    Ich bin da echt verzweifelt und dachte lange der Hund verscheissert mich einfach.

    Nö, tut sie nicht.

    Die kann wirklich einfach nicht anders. Das Hirn war ihr im Weg, die Reizoffheit, die Ablenkung, die Konzentration auf das Kommando über eine Zeitspanne ohne Erinnerung.

    Was habe ich gemacht? Weil akzeptabel ist das ja irgendwie auch nicht.


    Ich hab ein "Keep Going" Signal /Ankersignal aufgebaut für den Rückruf.

    Noch üben wir das immer noch unter Reizarm, weil ich mich das nicht traue unter Reiz zu nutzen, aber bei uns hat das wirklich am Ende den Fortschritt gebracht. Der Hund kommt wirklich mit zum Ende angedüsst und wird sogar noch schneller.

    Weil er von Anfang bis Ende daran erinnert wird, was ich ja eigentlich von ihr wollte: zu mir kommen.

  • Danke für euere Antworten.


    inhii : Glaub mir, er ist auf Hündinnen gestossen (oder eben gestiegen), die SEHR KLAR gezeigt/kommuniziert haben, dass sie das nicht wollen. Das war ihm egal. So nach dem Motto "ich muss nur lange genug probieren, irgend wann will sie". Er hält sich für schlicht unwiderstehlich.


    Vaku : was ist ein "Keep Going"-Signal? Oder was bedeutet das für dich und deinen Hund?


    Dass meine Ungeduld nicht eben förderlich ist, bin ich mir bewusst. Und ja, Jimmy kann Dinge, die andere der Junghunde, mit denen wir Kontakt haben, nicht können. Dafür bin ich dankbar. Die Königsdiszipin aber ist und bleibt für mich der Rückruf. Und da gebe ich mich nur mit einem Podestplatz zufrieden. Dass Druck Gegendruck erzeugt weiss ich ja. Das von aussen mal wieder zu hören, tut gut. Ist hilfreich. Man sieht sich ja nicht von aussen. Es holt mich auch wieder ein bisschen auf den Boden zurück wenn ich lese, dass andere hier auch einen mangelhaften Rückruf haben. Wobei ich mich ja nicht auf Wiesen und Pfaden bewege, auf denen nur Halter mit ihren vorbildlich zurückrufbaren Vierbeinern treffen. Wenn ihr ehrlich bin, kommen die wenigsten auf das erste Kommando zurück. Was die Halter mehrheitlich aber nicht zu stören scheint. Denn "wenn sie ausgepowert ist, kommt sie schon zurück" scheint zu reichen.

  • Habe auch einen Kandidat mit mangelhaften Rückruf.

    Bei uns klappt es an der Schleppleine, zuhause und auf dem Hundeplatz 1A. Sobald aber die Schleppleine weg ist, dann ist Durchzug angesagt, egal ob weit und breit nichts los ist oder ob da irgendwelche Reize sind.

    Ich schiebe es oft aufs alter (bald 13 monate) aber verstehe dich schon, für mich ist das auch eine Paradedisziplin die einfach klappen soll/muss.

    Für uns gibts nun halt "nur" noch Schleppleine und kein Freilauf mehr, bis es auch draussen klappt und er halt erwachsen geworden ist. Klar probiere ich es zwischen durch einmal wenn wir in der pampa sind und es nicht tragisch ist wenn er nicht sofort zurück kommt.

  • Das ist ein Ankersignal.


    Bei uns heisst es allerdings nicht "schnell" sondern "hep" - weil das kurz ist und man das schöner wiederholen kann ohne über die eigene Zunge zu stolpern.

    Klar ist das etwas doof da zu stehen und *hep hep hephephep* zu rufen - ist mir aber egal - Hauptsache der Hund kommt :peinlich::zwinker:.



    Abgesehen davon kann dir Magi noch Tipps geben.

    Sie hat auch einen Beagle.

  • Wenn die neue Methode so gut geklappt hat, eine Frage an dich selbst: Machst du alles noch ganz genau so und vorallem ganz genau so konsequent wie damals mit dem Trainer?

    Ich muss mich da auch immer mega hinterfragen, wenn Puka etwas anfängt immer weniger zu können, was mal gesessen hat. Allermeistens muss ich dann feststellen, dass ich nicht mehr so konsequent bin, mich anders verhalte, etc. :pfeifen: Sobald ich da bei mir wieder genau hingucke, klappt's auch bei Puka wieder.


    Nur so als Gedanke. :smile:

    Neben dem, was die anderen bereits gut beschrieben haben.


    And when the time comes, remember that dogs never die. They are sleeping in your heart.


  • Ach sooo... das hat ein ,,Name,, und nennt man Ankersignal :hihi::zwinker:


    Ich mache/machte das schon immer, grad bei Welpen und jungen Hunden, damit sie Tempo behalten beim zurück kommen.

    Flaffy hat : Hoppedi - Hoppedi usw.

    Pyri sowas wie ein Geräusch: hui hui hui...


    Das feuert sie an und werden ganz schnell und sie hängen nicht ab (lassen sich nicht unterbrechen von weiss ich was).

    Nur: Das Ankersignal kommt ja ab dann wenn sie gewendet sind und in meine Richtung laufen.

    Aber wenn es bei uns hapert dann schon, dass sie gar nicht schaut wenn ich rufe, also schon das überhört.


    Dreht Flaffy ab, dann kommt sie auch zu mir. Und sonst dreht sie erst gar nicht das Ohr um weil sie in ihrer Welt ist. :noidea:

    Oder teils schaut sie ganz kurz und macht sofort weiter mit dem was sie dran war.

    Aber einmal 1m in Bewegung, dann kommt sie auch. :nicken:


    Aber ja, eigentlich verwende ich das Geräusch eher selten. Keine Ahnung warum, irgendwie dachte ich, man macht es nur bis der Hund es kann. Und dann wird es unnötig weil er ja kommt. :noidea:

    War für mich wie eine Art ,,Tamtam,, machen, damit Welpi kommt:gruebel1: Aber ja, es hat immer wunderbar funktioniert und Klein-Flaffy war immer extrem schnell bei mir. So auch Pyri...


    Eigentlich gute Idee, hätte auch selber drauf kommen können:zwinker::hihi:

    Grad mal wieder testen an der Flexi, wie gut es noch klappt.


    Was ich selber merke, dass Flaffy extrem darauf hört wie ich rufe. Es muss die Lautstärke, Kraft und Tonlage stimmen. Es muss also ganz klar gerufen werden, so halbherzig überhört sie total.

    Ja, man muss sich glaub etwas selber wieder an der Nase nehmen.


    Bin gespannt ob ich es wieder etwas verbessern kann :good::nicken:

  • von aussen eine situation zu beurteilen ist schwierig, aber die schilderung lassen auf mich weniger auf "hardcorejagen" tippen, denn auf "ich suche mir action und abwechslung und dafür nehm ich alles was sich so bietet". sicherlich hat dieser hund jagdtrieb, das haben die allermeisten hunde im übrigen. aber ich glaube, würde er genug (oder mehr) spass und spannung und action und "gemeinsames jagen" bei frauchen vorfinden, sähe die sache anders aus.

    meine jüngere windhündin hätte ich im wald auch unangeleint führen können, ich hätte sie nur permanent beschäftigen müssen. manchmal hatte ich dazu lust, oft auch nicht und dann kam die lange leine dran - zeitlebens und sie hatte sonst einen guten rückruf. aber sie wäre nicht auf die idee gekommen, "einfach mal so" etwas stöbern zu gehen, denn bei mir hatte sie genug abwechslung (meine beiden andern hunde, ich, übungen...). aber da sie wirklich jagdinteressiert war (windhund halt) genügte dies nicht mehr, wenn tatsächlich wild war und dabei ging sie noch nicht mal auf spur, sondern nur sicht.

    man muss sich bewusst sein, wenn ein hund wirklich jagdtrieb hat, so richtig hardcoremässig, kann es sein, dass rückruf halt eben doch nicht funzt, egal wie gut dieser hund sonst hört. bei arbeitsrassen wie mali, border... hat man da womöglich bessere chancen als bei selbständigeren wie den windis oder den nordischen. ich würde daher schon mal von dem standpunkt wegkommen, dass der hund einfach "blöd" ist oder du "etwas falsch machst", falls er bei wild nicht wirklich zuverlässig abrufbar wird. nur gilt es dann die konsequenzen zu ziehen.


    im moment aber würde ich natürlich den rückruf festigen (ich hatte als joker den pfiff und da war es nicht ziel, dawn damit vom fliehenden wild abrufen zu können, auch wenn dies schön gewesen wäre, sondern ziel war, dass sie auf pfiff sofort kehrt und nicht noch erst guckt, warum ich jetzt so anders abrufe als sonst, denn die stimme verrät einen fast immer, ein pfiff ist neutraler). aber ich würde auch spannendes mit dem hund machen, selbst eine jagd inszenieren und zb. futterdummy suchen, rücksuche mit ball, gegenstände "verlieren" und hund muss sie suchen, ein wenig UO und gezielt kontakt mit andern hunden, aber ihn daraus immer wieder abrufen. zudem wäre ich, sobald er sich nicht genügend für dich interessiert im freilauf, einfach "weg". dazu braucht es aber eine gute bindung und einen hund, der nicht selbständig genug ist, damit ihm das nicht einfach mal egal ist.

    herzliche grüsse conny und jendayi mit nastassja und dawn im herzen

  • - Was sind deine Belohnungsarten ?

    - Wie hochwertig sind diese?

    - Hast du diese Aufgebaut?

    - Warum soll er zurück kommen?


    Ich würde hier nicht mit Gehorsam arbeiten sondern mit Konditionierung. Da gibt es erhebliche Unterschiede. Ein Hund der erst denkt und dann handelt ist schwieriger als ein Hund der erst handelt und dann denkt. Sprich, ein Pfiff oder Wort, das ultimativgenialsuper verknüpft ist und dies auch immer wieder wird.


    Und ja wir dürfen nicht vergessen du hast einen Hund aus der Sparte Kackbratze, da kann man meiner Meinung nach nichts melden mit Autoritärem Verhalten. Klar, selbstbewusstsein gehört dazu aber "ihm zeigen wo es lang geht" - dann zeigt er dir wo er lang geht, nämlich Vögel jagen :D

  • Magi : Dazu würde mich interessieren, ob dies auch bei einem Beagle funktionieren kann. Ich habe kürzlich eine Halterin mit Beagle getroffen. Es war auf einem Weg, einerseits der Bach, auf der anderen Seite ein sehr langes Feld (Weide), das mit Stacheldraht abgetrennt ist. Ihr Hund hätte sehr gerne mit meinen gespielt, doch sie konnte ihn nicht frei lassen. Sie erklärte mir, dass fast alle Beagle an der Leine sein müssten. Hätte ihr Hund was in der Nase, so höre er nichts mehr und laufe weg, sehr weit, sehr lange.


    Ich konnte ihre Angst absolut verstehen. Da ich das so von meinen Hunden nicht kenne, fragte ich sie, ob sie auch schon mit ultimativer Belohnung gearbeitet hätte. Sie lachte und erklärte, sie hätte schon alles probiert. Wie gesagt, hätte er was in der Nase, dann sei alles chancenlos.

    Kannst du das unterschreiben? Aus deiner Sicht, aus deiner Erfahrung mit Beagle (die mir sehr gut gefallen, aber ich nie einen wollte)

  • Zelda trifft dies definitiv zu. Sie schaltet jegliche Synapsen aus und wenn sie auf jagt ist dann richtig und dann ist sie gesehen bis die arbeit für sie erledigt ist. In Italien war dies mal 7 Stunden und sie wäre nach einem Nickerchen wieder gegangen. Dass sie aber so überreagiert ist nicht nur die Rasse schuld sondern auch meine Unwissenheit in jungen Jahren. Zeldas erster Jagderfolg war mit 5 Monaten als sie den ersten Fuchs gestellt hatte und sehr stolz darauf war (sie tut den Tieren nichts - aber sehr viel hilft mir das auch nicht...) Also ja. Zelda ist viel an der Leine und auch an Orten wo andere frei laufen können, denn wenn sie geht, dann richtig.


    Wiederum ist ihr Appell ausserhalb vom Jagdtrieb wirklich gut. Ich kann sie von jedem Hund, Katze, Vogel, Pferd, was auch immer mit sehr feinen Signalen zurück rufen. Aber auch das erforderte viel viel viel Training bis wir dahin kamen, bis sie einsah "okay, die da hinten ist ganz cool".


    Mein nächster Beagle wird von Tag 1 wirklich trainiert-trainiert-trainiert-trainiert-trainiert.. dann geht es auch mit einem jagdlichen Beagle aber bei einigen eben nur dann und wenn man dies verpasst ist es selbst mit nun meinem Wissen, eine Mordermässige Aufgabe das zu korrigieren.

  • Danke, Magie, für deine Antwort :). Mir gefallen Beagle sehr gut, aber eben deshalb würde ich andere Rassen bevorzugen. Einzig im Wald - je nachdem Waldrand - sind meine beiden an der Leine. Mir wäre es einfach zu anstrengend, (fast) immer den Hund an der Leine zu führen. Furchtbar, die Vorstellung, dass der Hund 7Stunden weg war ;(