Schleppleine/Rückruf u.a. mit Pfeife

  • Hallo zusammen


    Jimmy läuft seit bald drei Monaten mehrheitlich an der Schleppleine (10m). Eingeführt habe ich diese, nachdem er im Alter von rund sechs Monaten nicht mehr zuverlässig auf Kommando zurückgekommen ist und seine Lust am Jagen von Krähen (wohl auch anderem, wäre es denn verfügbar gewesen...) entdeckt hat. Wenn wir einem Hund begegnen, den wir entweder kennen und ich weiss, das harmoniert zum Spielen oder einen unbekannten Hund, bei dem die Chemie jedoch auch stimmt, dann lasse ich ihn von der Leine. Wenn der andere Hund zuverlässig rückrufbar ist, dann lässt sich auch Jimmy meist problemlos zurück rufen. Seit wir die Schleppleine haben, übe ich den Rückruf angeleint. Anfänglich hat das überhaupt nicht geklappt, er hatte einfach auf "Durchzug" gestellt. Mittlerweile gehorcht er ganz ok, ich würde sagen von 15 mal rufen kommt er 14 mal zurück. Manchmal allerdings erst, nachdem ich mich entweder abgewendet oder ein paar Schritte rückwärts gegangen bin. Irgendwie ist das ja aber alles "geschützte Werkstatt", denn, so denke ich, Jimmy kapiert ganz genau, dass er angeleint ist und folglich meinem Befehl gehorchen muss. Wann ist der Zeitpunkt gekommen, wo ich ihn wieder regelmässig von der Leine lasse? Ich merke auch, dass mich genau das verunsichert. Nichts Schlimmeres, als ein Hund, der nicht Abrufbar ist. Wir hatten früher zu Hause einen Westie mit ausgeprägtem Jagdinstinkt. Wenn die was in die Nase bekam, war sie weg. Wirklich weg, nicht selten für länger als eine halbe Stunde. Da half kein Sich-Entfernen oder sonst was. Das möchte ich mit Jimmy auf keinen Fall erleben. Zumal er eine gute Portion grösser ist - nicht auszudenken, wenn ihm eine Jagd gelingen sollte.


    Seit ein paar Wochen konditioniere ich ihn zudem auf eine Pfeife. Darauf reagiert er sehr promt je kleiner der Radius und je weniger Ablenkung. Also steht er z.B. drei Meter vor mit auf dem Weg, Nase oben, dann macht er fast auf dem Absatz kehrt. Gleicher Abstand, im Gras, Nase unten: da reagiert er erst, wenn ich an der Leine "ruckle" und kommt dann auch eher langsam zu mir. Belohnt wird er aufs Kommen bei der Pfeiffe mit LeParfait, nicht zu knapp. LeParfait gibt's nur für dieses "Kommando", da steht er total drauf. Wann kann ich die Pfeife unter "realen" Bedingungen anwenden? Also wenn er nicht mehr an der Schleppe ist.


    Wie immer: danke bereits im Voraus für euere Tipps! A propos (werde mich wenn ich Zeit habe dazu noch unter dem entsprechenden Thread melden): das mit dem Alleinebleiben wenn ich im Garten bin funktioniert mittlerweile echt gut!


    Herzlich, Feder.

  • Ich habe den Rückruf mit Pfeife so aufgebaut, dass ich Yorik gerufen hab mit Namen + hieeeer oder komm oder whatever und wenn er auf dem sicheren Weg zu mir war: Doppelpfiff und Belohnung. Irgendwann hab ich direkt gepfiffen und darauf muss er zwingend sofort reagieren und kommen. Hat er nicht reagiert, hab ich Theater gemacht und bin "böse" auf ihn zugelaufen, sobald er reagiert und kommt, neutral stehen bleiben. Falls ihm eingefallen ist, mich jedesmal ein Theater machen zu lassen, bin ich irgendwann nicht mehr neutral stehen geblieben, sondern "böse" auf ihn zugegangen bis ich bei ihm war und hab ihm auch mal deutlich gesagt, dass er mich jetzt nervt.

    Anfang des Spaziergangs hab ich immer in relativ kurzen Abständen den Rückpfiff installiert und wenn er sofort reagiert, gibt's natürlich einen riesen Freudentanz, "1000" Gutzis oder auch mal Le Parfait, aber das wirklich nur, wenn er auf dem Absatz kehrt macht und kommt. Es gibt beim Pfiff keine Toleranz.

    Mittlerweile funzt der Pfiff sehr gut, aber ich bleibe natürlich auch dran und mache auf jedem Spaziergang so meine Rückrufe. Heute hat er ausgelöst und ist einer Katze nach über eine Rasenfläche bei einem Block, Pfiff und er macht kehrt und kommt … *jubel* und 1000 Gutzis. Er ist amigs soooo stolz, wenn er so viel Lob kriegt …. :D

  • Hm, einen optimalen Tipp zu geben ist wohl schwierig, da musst Du wohl ausprobieren. Würde sagen, Du machst es doch sehr gut... ich habe es so gemacht und mache es auch heute noch so, dass ich meinen doggie nicht ständig ableine. Wenn ich merke, er wird unruhig, weil Wild in der Nähe ist, kommt er an die Leine. Seinen Spielball habe ich immer parat, damit ich ihn ablenken kann, wenn ich das Wild vor ihm sehe. Also aufpassen muss ich immer und einfach nur so frei rumlaufen lassen kann ich ihn nicht. Denke aber, das ist sehr individuell vom Hund abhängig. Also ob er (starken) Jagdtrieb hat, oder nicht.

    Ein Hund liebt Dich immer mehr als sich selber :smile:

  • wichtig ist, das der Pfiff richtig kondizioniert wird...ich habe es auch nicht richtig gemacht und Dix kam dann, wenn gerade nichts spannenderes los war, super...wenn aber z.B. Katze, anderer Hund etc vor der Nase war, hatte ich die Arschkarte:(...bin dann weg vom Pfiff und habe das Wort "zurück" aufgebaut und das heisst wirklich zurück und nicht erst zurück, wenn es dem Hund passt;)...die Schleppleine würde ich einfach mal am Boden schleifen lassen, dass du notfalls noch reagieren kannst und immer weiter verkürzen, je nach Trainingsstand

  • Wie überall, ist auch hier Timing enorm wichtig. Anfangs zur Konditionierung würde ich pfeifen, wenn er eh auf dem Rückweg zu dir ist. Solange, bis er den Pfiff mit dem Rückweg verknüpft. Direkt pfeifen als Rückruf würde ich erst probieren, wenn es sicher sitzt. Auch hier anfangs, wenn er eh grad zu dir guckt oder sonst auf dich konzentriert ist und vorallem, wenn er nicht zu weit weg ist. Step by step … ;) … und dranbleiben, dranbleiben, dranbleiben …

  • Tarek ist ja stark jagdmotiviert. Rückruf alleine ist bei ihm nicht wirklich wirksam. Aber ich habe einen Rückpfiff konditioniert. Den nutz ich aber nicht oft, er soll was besonderes bleiben und wird auch besonders belohnt. Und ich habe den normalen Rückruf neu aufgebaut, und fordere den auch kompromisslos ein. Erst im klein Radius mit wenig ablenkung und dann immer mehr steigern.


    Aber es ist ein Baustein von vielen. Wirklich Fortschritte was sein jagdverhalten angeht haben wir erst gemacht, als ich im allgemeinen im Alltag engere Grenzen gesetzt habe, den Raum aktiver verwaltet habe, schon beim rausgehen auf Ruhe achte. Die Wege werden nicht verlassen, je ruhiger und kooperativer er ist desto mehr Raum bekommt er draussen. Je aufgeregter desto mehr wird er eingeschränkt.


    Im moment sind wir soweit dass er in meiner nähe nicht mehr einfach so bei Wild auslöst.

    Schleppleine ist aber bei ihm fast immer dran , vor allem da wo Wild auftauchen könnte, ich geh kein unnötiges Risiko ein, dafür ist er mir zu extrem

    Grüsse Nathalie mit


    Tarek, Tervueren, 12.11.2014

    Unique, Malinois, 18.05.2018
    Und Whyona im Herzen 20.06.2002 - 03.04.2017

  • Das stimmt mit dem grundsätzlichen engen Radius, mach ich auch bei Yorik, wenn auch aus anderen Gründen. Er löst zwar aus, wenn was grad vor ihm wegrennt, aber er sucht es nicht. Dafür kann er seit neustem, d.h. seit er die Schildkröten des Nachbars, bei denen wir bei der kurzen Hausrunde immer vorbeigehen kennengelernt hat *hust*, schon hypern, wenn wir über die Strasse in diese Richtung gehen. Ich hab jetzt echt angefangen, ihn schon sehr früh in die Schranken zu weisen und sehr eng zu führen, so geht's … Die eine Schildkröte ist eben schon sehr vorwitzig und kommt gleich "angerannt", wenn wir kommen. Sie ist Yorik äusserst suspekt … :D … immerhin rennt sie nicht davon 8o