Wie der Mensch, so der Hund...

  • Interessante, wenn auch traurige Beobachtung.

    Eine Alkoholikerin bei uns im Dorf (ältere Dame, ist immer mit anderen Obdachlosen trinkend zu sehen), hatte jahrelang eine Goldiedame, die hinter ihr her schlurfte. Fröhlich wirkte die Hündin nicht, aber sie war harmlos. Nach dem Tod dieser Hündin hat sie wieder einen Hund übernommen, ein Appenzeller Mix, der anfangs neugierig und freundlich war. Mittlerweile ist er das gar nicht mehr. Das Verhalten von Frauchen, pöbelnd, laut und ungehalten anderen Menschen gegenüber, hat sich auf ihn abgefärbt. Er ist aggressiv geworden. Wenn ein Kind an ihm vorbei springt, geht er es an, andere Hunde werden schon aus der Entfernung verbellt, usw. Die „Dame“ weiss dann nichts anderes zu sagen wie, „früher warst du doch so lieb...“:rolleyes:

    Ich denke, die Frau ist krank, geschädigt durch den Alkohol oder sonst irgendetwas. Wie sie zu dem Hund kam, bzw. wieso sie den überhaupt halten darf, ist mir ein Rätsel.

    Wenn ich dieses aggressive Verhalten des Hundes noch öfter beobachte, werde ich wohl eine Meldung bei der Polizei machen. Nicht auszudenken was passiert, wenn sie mit besoffenem Kopf den Hund mal nicht mehr halten kann...

    Traurig, der arme Kerl war mal friedfertig und ein absolut liebenswerter Hund.

    Ein Hund liebt Dich immer mehr als sich selber :smile:

  • Aha, und vielleicht ist es nicht nur das Verhalten der Frau, ausser, dass sie einen solchen Hund nicht führen kann. Darauf zu schliessen , dass das Verhalten von der Frau sich nun auf den Hund "abgefärbt" hat finde ich nun nicht unbedingt nachvollziehbar. Die beiden Rassen Goldi und Appi sind ja auch ganz anders. Kann durchaus sein, dass der Appenzeller seine Besitzerin beschützen will, was der Goldie nicht tat oder der "Zustand" der Frau war damals anders. Was heisst Agressiv laut deinen Angaben. Ein Hund der bellt ist nicht agressiv. Vielleicht werden die Distanzen unterschritten zu Hund und Besitzerin und das kommentiert nun der Appi.


    Das sind deine Beobachtungen oder hast Du Kontakt zu der Frau aufgenommen?

    Es ist der Strom aus dem wir sind im Werden und Vergehen, aus dessen liebevoller Kraft wir unsere Wege gehen.


    Sage es mir, und ich werde es vergessen; Zeige es mir, und ich werde mich daran erinnern; Beteilige mich und ich werde es verstehen!!! (lao tse)

  • warum sollte die frau jetzt keinen hund halten dürfen? und was genau willst du der polizei melden? wenn ich jeden hund melden möchte, der aus der entfernung andere hunde verbellt... könnte ich fast jeden tag irgendwen melden... und ich kenne so manchen, die den hund kaum halten können auch ohne "besoffenen kopf"...

    herzliche grüsse conny, jendayi und kalani mit nastassja und dawn im herzen

  • Wir hatten früher mal ein nachbar ein haus weiter, der war auch alkoholiker, am tag, wenn man ihn denn mal sah, war er normal. Aber er und die hunde waren schmuddelig, er hatte 2 yorkis. Sie bellten auch alles an und wenn sie abends oder nachts auf dem balkon waren bellten sie auch immer, dann hörte man ihn schreien und lallen...

    Keine ahnung ob sich mal jemand beschwert hat, aber ich denke es ist nicht so einfach jemandem den hund wegzunehmen auch wenn der halter alki ist und die hunde nicht genügend gepflegt und richtig gehalten werden.

    Ob der hund agressiv-gefährlich ist oder einfach nur ungehobelt, kann man ja hier nicht beurteilen...

  • Da wo ich meinen ersten Hund her hatte, war ein Alki und ehemaliger Junky.

    Einfach ist es nicht für die Hunde, auch ihre hatten so ihre Macken, so wusste sie manchmal nicht mal wo die Welpen sind, weil sie überfordert war.

    Und doch, hätte man ihr die Hunde genommen, wäre sie komplett abgestürzt. Der Person vielleicht irgend eine art Hilfe anbieten, wäre sicher nett. Nur ob die Person es annehmen kann? Die wenigsten Menschen trinken "nur so", die meisten haben tieferliegendes und viel hängt das auch mit "nicht Hilfe annehmen können zusammen"...


    Es sind übrigens viele Appenzeller in dieser Art, auch wenn sie ein normales zuhause haben. Sind einfach reaktive Hunde und wenn man das nicht handeln weiss und trainiert, kippt es leider. Nur sind die wenigsten Appis echte beschädigungsbeisser, was wir bei dem auch noch hoffen können.

  • Eine Meldung bei der KESB, dass dort ein Mensch in einer Notlage ist, wäre eventuell zielführender...

  • Ich mag Appenzeller Sennenhunde nicht. Natürlich ist mir klar, dass ich da schrecklich generalisiere! Und auch, dass die Hunde null und gar nichts dafür können. Es ist schliesslich ihr Sinn und Zweck, dass sie den Hof bewachen und jeden Fremden mit Gebell melden, der sich da dem Hof nähert und schlimmstenfalls den auf Distanz halten. Das alles weiss ich. Trotzdem mag ich ihre kläfferische, nach vorn gehende, aggressiv wirkende Art nicht.

  • Ja, da gebe ich euch recht, Appenzeller sind „anders“ als Goldis. Meiner Meinung nach wird ein Hund aber überwiegend von dem Menschen geprägt, der ihn hält. Ergo gibt es auch aggressive Goldis. Aggressiv ist für mich schon, wenn ein Hund bellend (und nicht nur ein Gekläffe, sondern ein Drohen) in die Leine Richtung Kind springt, was mit dem Tretroller vorbei rollt. Ob er nun Frauchen beschützen will oder nicht, so etwas geht gar nicht.

    Das war jetzt nur ein Beispiel von vielen. Ich vermute, dass die Frau die Situation schlichtweg unterschätzt. Sie pöbelt ja selber die ganze Zeit mit ihren Mitmenschen herum und ist ungehalten. Der Hund reagiert halt genauso. Das, was ich problematisch finde ist, sie ist ständig im Dorfzentrum unter vielen Menschen, die wiederum Kinder und Hunde dabei haben. Die Gefahr besteht darin, wenn sie nicht ständig ihren Hund beaufsichtigt und ihn abschirmt, gibt es Stress. Verängstigte Passanten sind sehr unsicher, wenn sie an ihr und ihrem Hund vorbei müssen. Vielleicht gab es schon eine Meldung bei der Polizei und ich wäre dann eine von vielen...

    Ein Hund liebt Dich immer mehr als sich selber :smile:

  • Noch hinzufügen möchte ich, mit einem schweren Alkoholiker kann man nicht mehr „vernünftig“ reden, zumal ich eine Fremde für die Dame bin. Die Schäden im Gehirn sind zu gross und das Verhalten verändert. Das kann ich aus Erfahrung sagen.

    Ein Hund liebt Dich immer mehr als sich selber :smile:

  • Aggressiv ist für mich schon, wenn ein Hund bellend (und nicht nur ein Gekläffe, sondern ein Drohen) in die Leine Richtung Kind springt, was mit dem Tretroller vorbei rollt.

    Ich empfehle die Lektüre: Aggressionsverhalten beim Hund



    Ich verstehe nicht ganz was der Thread genau bezwecken soll?

    Einfach mal Luft ablasen über irgendwen stänkern? Kontruktiv oder wirklich Hilfe und Verständnis wie man mit der Situation umzugehen sollte, wird ja nicht gesucht :noidea:.

  • Tolles Buch, tolle Autorin (N. Brede), noch tollere Fotos 8)

    Solange ein Hund nur an der Leine Radau macht, kann man da ja auch nicht viel melden.

    Sonst müsste man viele, sehr viele Hunde melden. Inklusive unserer Laila die zwar echt heavy Pöbeln konnte an der Leine und doch die weltbeste Beisshemmung hatte/hat.

  • Wenn bedarf ist, kann ich einen Thread zu dem Thema - Aggressionverhalten beim Hund eröffnen :)

    Finde das Thema super spannend und wenn man sich wirklich mal intensiver mit der Thematik beschäfftigt, sieht man viele Dinge die zum Thema Hund im Alltag passieren deutlich entspannter.

  • Wenn bedarf ist, kann ich einen Thread zu dem Thema - Aggressionverhalten beim Hund eröffnen :)

    Finde das Thema super spannend und wenn man sich wirklich mal intensiver mit der Thematik beschäfftigt, sieht man viele Dinge die zum Thema Hund im Alltag passieren deutlich entspannter.

    Gute Idee, fände ich spannend! (Vielleicht zuerst rasch suchen, obs schon ein halbwegs passendes gibt).

    It's a dog's inalienable right to get dirty.

  • ich denke auch dass unser Verhalten auf unsere Hunde "abfärbt" und kann Lagotto's Befürchtungen nachvollziehen. Jedoch können wir wohl "aus Distanz" kaum die effektive Gefahr einschätzen. Wenn man in einem Dorf lebt muss doch eigentlich bereits ein oder meherer Beamte das Verhalten des Hundes gesehen haben? Wenn etwas passiert wird der Hund doch wohl beschlagnahmt und eingeschläft, dann hat sie ihn auch nicht mehr, also wäre Vorbeugen für alle Beteiligten besser?

  • Gehandelt wird erst, nachdem was passiert ist. Hat mir mal einer erklärt. Ohne "Handhabe" geht nichts. Traurig, aber so ist es leider.

    Alles andere wäre auch Behördenwillkür.

    Deshalb- auch, wenn ich mich wiederhole- man kann zumindest in Bezug auf die offenbar hilfsbedürftige Frau handeln und eine Gefährdungsmeldung deponieren.

    Das ist nicht viel, aber etwas.

  • Man kann ja nicht jemanden für etwas bestrafen, was man nur annimmt, dass es passiert :/ Das ist zwar oft wirklich wahnsinnig nervenaufreibend, gerade wenn Drohungen ausgesprochen wurden und eine Person massiv Angst hat und ihre Lebensqualität stark eingeschränkt und belastet ist. Trotzdem müssen beweisbare Fakten vorliegen, bevor eine Verurteilung stattfinden kann. Sonst kann jeder, der eine Wut auf jemanden hat, den einer fiktiven Tat beschuldigen...

    Was man tun kann, ist sich mit anderen zusammenschliessen. Nachbarschaftshilfe sozusagen.

  • Das stimmt. Ohne einen Vorfall kann man gar nichts machen. Ich finde es wichtig, zu beobachten und gegebenenfalls so zu handeln, wie Holger es beschrieben hat. In diesem Fall ist eine Gefährdungsmeldung sinnvoller, als der Gang zur Polizei, das sehe ich ein 😉

    Ganz klar, eigene Emotionen sollten dabei keine Rolle spielen.

    Ein Hund liebt Dich immer mehr als sich selber :smile: