Im Alter einen Hund adoptieren / Senioren mit Hund

  • Vielen Dank für das sehr spannende Thema. Schon lange überlegte ich mir sowas zu eröffnen, qussi (zu) alt für einen Hund.


    Ich habe vor 17 Jahren damals die Hündin meiner Eltern übernommen. Auch aus gesundheitlichen Gründen. Meine Mutter war zwar noch "jung" (58) dazumals. Nur wenig älter als heute und bis zu diesem Ereignis gesund. Die Hündin war gut 8 Jahre alt und lebte noch 10 Monate bei uns, bis wir sie - wegen Tumoren - gehen lassen mussten. Der Junghund Taiga, der danach bei uns einzog war auch ab und zu bei meinen Eltern. Vorallem im Sommer, da wir dann immer Badeferien machten. Meine Eltern haben ja die fast 14 jährige Chihuahua Hündin, die sie sich mit meiner Schwägerin teilen. Sie lebt ca. 80% bei meinen Eltern und ist hauptsächlich zu medizinischen Untersuchungen bei der Schwägerin (sie ist Tierärztin).


    Ich kenne / kannte je 1 Senior/in, die sich zwischen 70 und 80 nochmals einen Hund anschaffen.

    Person 1, männlich hatte schon sein Leben lang Hunde. Immer 2 bis 3. Dann starben innert 2 Jahren 2 von den dreien. Der Mann war so um die 70, gesundheitlich nicht fit. Der überlebende Hund war gross und relativ jung. HH behauptete nach dem Tod der zweiten Hündin, sein Hund leide und bräuchte wieder einen Gefährten. Dies konnte ich nie bestätigen. Obwohl der HH und seine Frau beide gesundheitlich recht angeschlagen waren, den Hund nie und nimmer halten können (beide gingen sie an Stöcke) besorgte er sich auf Umwegen eine jüngere Hündin aus dem Ausland. Auf offiziellem Weg wollte ihm niemand einen Hund geben.


    Der Mann hatte schon zu diesem Zeitpunkt Krebs und starb auch ein paar Monate später. Seine Frau war komplett überfordert mit den beiden Hunden. Der jüngere war total ängstlich und konnte nie von der Leine gelassen werden. Der ältere hatte starken Beschützer Instinkt und bewachte seinen Herrn (zu) fest. Was mit den Hunden passierte nach seinem Tod weiss ich nicht. Sie hatten nicht wirklich Freude und auch zu den Kindern keinen besonders engen Kontakt.


    Zweite Person ist weiblich und um die 80. Sie ist relativ fit. Nur kann sie nur noch ganz kurze Strecken laufen. Sie hat sich vor weniger als 2 Jahren einen Welpen mittlerer Grösse angeschafft. Dieser ist ein absolutes Energie Bündel und hat so gut wie kein Gehorchsam. Da sie ihn schlecht an der Leine führen kann, lässt sie ihn mehrheitlich frei. Nur der Rückruf klappt dann nicht wirklich. Auch rennt er manchmal an Orte, wo ab und zu ein Auto kommt.


    Beim Senior finde ich war es Egoismus, sich einen Hund anzuschaffen. Die Frau kann ihren Hund nicht richtig auslasten (keine 2 x 500 m Laufen pro Tag genügt halt hier nicht). Die oben erwähnte Organisation finde ich top!


    Ich habe eine Kollegin, die sich vor ein paar Jahren einen Welpen zu tun wollte und der ihr schon zugesprochen wurde. Sie erkrankte kurz vor seinem Einzug und konnte eine Weile lang nicht laufen und war auch im Spital. Die Züchterin verwehrte ihr den Hund. Er wurde in eine andere Familie platziert. Leider erkrankten dann das Kind und der Vater, sodass der Hund wieder an die Züchterin ging und glaub neu vermittelt. Kollegin meinte, sie würde ihren Hund NIE weggegeben. Es gäbe bestimmt eine Lösung, in so einer Situation den Hund zu behalten. Wenn jedoch gleich 2 Familien Mitglieder stark erkrankten und unter Umständen sehr lange im Spital sind oder Reha benötigen, verstehe ich, dass es für den Hund besser ist, umplatziert zu werden, als uU sehr oft alleine zu sein.


    Im übrigen erlitt meine Kollegin kurz nach Einzug ihres Welpen einen Herzinfarkt und war auch länger ausser Gefecht. Sie hatte zum Glück Nachbarn, die ihr den Hund unterdessen nahm.


    Ich könnte und wollte jetzt nicht noch einen dritten zu meinen hin. Sie bat mich, falls ihr etwas zustossen würde, ihren Hund zu mir zu nehmen. Doch leider kann ich ihr dieses Versprechen nicht abnehmen.

  • Genau, das Alter alleine ist nicht ausschlagekräftig. Meine Grossmutter betreute übrigens auch noch die Hündin meiner Eltern. Mein Grosi wurde fast 84, war bis auf ein paar Beschwerden gesund. Sie fuhr am Samstag noch Auto, machte Fahrdienst fürs Rote Kreuz. Einzig an jenem Tag sagte sie mir erstmals in ihrem Leben, dass es ihr nicht so gut ginge. Der Arzt hätte ihr falsche Medis für Rückenschmerzen gegeben. In der Nacht wurden die Schmerzen so stark, dass sie (selbst) ins Krankenhaus fuhr. Am Sonntag hatte sie so wie ein riesiger Bluterguss auf dem Bein. Am Montag Morgen (keine 48 h später) ist sie gestorben.


    Lady : sehr schöner Text. Ich wünsche dir, dass du noch viele Jahre mit (d)einem Hund verbringen darfst.

  • <3VIELEN HERZLICHEN DANK AIKA & ANNE<3

    Schon lange dachte ich an so einem Thread, traute mich doch nicht, weil ich dachte vielleicht interessiert die jungen User unter uns nicht so. Dachte dabei aber nicht, dass das Thema in Zsmh mit den Eltern auch interessant sein kann.


    Letzte Woche trafen wir eine Frau im Wald mit einem Kelpie-Hund. Wir beide sind total verliebt in dieser Rasse und wenn wir so einen Hund sehen, können wir nichts anders als etwas sagen.:peinlich: Immerhin die Frau hatte grosse Freude jemand zu treffen, der ihre Leidenschaft teilt und so erfuhren wir, dass die Frau 80 Jahre jung ist und der Hund 7 Jahren. Sie war aber in bester Form; die Frau hätte ich gut 20 Jahren jünger geschätzt, unglaublich! Sie sagte, dass sie noch viel an Training mit ihrem Hund geht und eben auch sehr viel läuft.


    Es ist schon so, dass einen Hund bei Pensionierte ganz schön haben kann, solange alles im Ordnung, aber was dann wenn man älter wird und zerbrechlich. Das bereitet enorm Sorgen. Wir haben an das auch gedacht, wir haben Freunde, die Elia sofort zu sich nehmen würde. Leider sind sie aber nicht jünger als wir und in unserer Familie hat es zuviele Kinder, dort wäre Elia nicht glücklich; sie hätten auch zuwenig Zeit für sie.


    Ja das ist schon grosse Sorgen, dass wir da haben. Auch mit der Tatsache, dass Elia niemals alleine war; niemals mit jemanden anders spazieren ging. Lang wollte sie nicht mal mit meinem Mann gehen; ist abgehauen. Jetzt hat sich das glücklicherweise erledigt, aber es brauchte Zeit. Wegen ihre Krankheit haben wir auch viel verpasst, die Erziehung einwenig nachgelassen.


    Deshalb finde ich solche Vereine wie die von Aika und auch von Magi extrem wichtig. Nur die Standorte scheinen nicht so in unserer Nähe zu sein oder verteilen sich die MG auf der ganzen Schweiz?

  • Ich könnte und wollte jetzt nicht noch einen dritten zu meinen hin. Sie bat mich, falls ihr etwas zustossen würde, ihren Hund zu mir zu nehmen. Doch leider kann ich ihr dieses Versprechen nicht abnehmen.

    Wir haben in unserem Verein auch eine Vorsorgeregelung entworfen, die man ausfüllen kann (muss dafür aber natürlich Mitglied sein).

    Das bringt die Leute dazu, wirklich ernsthaft darüber nachzudenken, wer für den Hund sorgt bei Krankheit oder Tod (nicht nur "alte" Leute, sollte eigentlich für alle Hundebesitzer gelten). Man kann sie von der HP runterladen.


    Nur die Standorte scheinen nicht so in unserer Nähe zu sein oder verteilen sich die MG auf der ganzen Schweiz?

    Wir möchten den Verein natürlich in der ganzen Schweiz aktivieren, nur sind wir noch so "jung" (erst im Juli 2019 gegründet), dass wir halt erst hauptsächlich im Raum Nordwest-Schweiz tätig sind.

    Wir haben aber schon mehrere Mitglieder im Raum Zürich, Ostschweiz und andern Gegenden der Deutsch-Schweiz.

    :) Liebe Grüsse von Fränzi und der Schweine-Bande

  • <3VIELEN HERZLICHEN DANK AIKA & ANNE<3

    Schon lange dachte ich an so einem Thread, traute mich doch nicht, weil ich dachte vielleicht interessiert die jungen User unter uns nicht so. Dachte dabei aber nicht, dass das Thema in Zsmh mit den Eltern auch interessant sein kann.

    Du, einfach eröffnen, wenn du eine Idee hast, wenn's nicht so ankommt, gibt's halt nicht so viele Reaktionen, macht aber gar nix :-) Also wenn du Thread-Ideen hast, nur ausprobieren! :-)

    It's a dog's inalienable right to get dirty.

  • Aika

    Dennfalls melde ich mich als MG und mache einwenig Werbung in meiner Nähe. Das Verein hat es bei mir einen sehr guten Eindruck gemacht, auch die empfohlenen Links waren sehr interessant, genau das was ich suche. Einen glücklichen Zufall! Der Weg nach Binningen würde sich also lohnen…..!

    Heute fehlt mir aber noch einwenig Zeit; dieses schönen Wetter ist stressig! Komme aber sicher zurück….bis bald!

  • Dennfalls melde ich mich als MG und mache einwenig Werbung in meiner Nähe.

    Du kannst Dich online auf der HP anmelden oder das Formular herunterladen, ausdrucken, ausfüllen und an die angegebene Postadresse schicken.

    :) Liebe Grüsse von Fränzi und der Schweine-Bande

  • So, ich habe nun - nicht zuletzt wegen diesem Thread - meine Bekannte heute Nachmittag grade angesprochen wegen ihrem Hund. Sie ist 76, die Hündin knapp 4, alles ist gut, aber eben ... und siehe da, sie hat nichts geregelt und wollte das schon lange mal in Angriff nehmen. Ich hab ihr angeboten und sie auch drum gebeten, dass sie uns einsetzt als Kontakt und Übernahmestelle und ihr gesagt, dass die Hündin bei uns immer einen Lebensplatz haben würde. Sie war sichtlich froh und wird das so aufnehmen in ihre Patientenverfügung und ihr Testament. Da sie keine Nachkommen oder sonstigen Verwandten hat, würde die Hündin sonst wohl in einem Notfall einfach im Tierheim landen und sie da raus zu bekommen, wäre dann sehr schwierig.

  • So, ich habe nun - nicht zuletzt wegen diesem Thread - meine Bekannte heute Nachmittag grade angesprochen wegen ihrem Hund. Sie ist 76, die Hündin knapp 4, alles ist gut, aber eben ... und siehe da, sie hat nichts geregelt und wollte das schon lange mal in Angriff nehmen. Ich hab ihr angeboten und sie auch drum gebeten, dass sie uns einsetzt als Kontakt und Übernahmestelle und ihr gesagt, dass die Hündin bei uns immer einen Lebensplatz haben würde. Sie war sichtlich froh und wird das so aufnehmen in ihre Patientenverfügung und ihr Testament. Da sie keine Nachkommen oder sonstigen Verwandten hat, würde die Hündin sonst wohl in einem Notfall einfach im Tierheim landen und sie da raus zu bekommen, wäre dann sehr schwierig.


    Das finde ich gut. Wir haben schon lange unser Testament und unsere Patientenverfügung gemacht, schon vor vielen Jahren. Aber als dann Lady zu uns kam, haben wir noch den Nachtrag darauf verfasst, wer sie im Todesfall (hätte ja sein können, dass wir bei einem Unfall zugleich sterben resp. könnte sein) übernimmt. Zwar wissen unsere Kinder natürlich, wer Ladys Hundegotti ist und dass sie Lady übernehmen würde. Zwar ist sie jetzt gesundheitlich angeschlagen und könnte nicht mehr selber mit Lady laufen gehen, aber das Laufen liesse sich organisieren und ansonsten ist Lady bei ihr zu Hause und liebt sie sehr. Wir haben Lady extra von Welpe an einen Vormittag während zwei Jahren zu ihr gegeben, damit Lady bei ihr wohl ist. Und auch danach immer wieder mal einen halben Tag alle paar Monate. Sie arbeitet nicht und könnte sich um Lady kümmern. Lady braucht ja nicht nur das Laufen, sondern will auch sonst Beschäftigung. Und damit sicher ist, dass da kein Veterinäramt oder sonstige offizielle Stellen sich einmischen, haben wir das schriftlich festgehalten. Unser Hundegotti ist nämlich keine Verwandte und ich befürchte, es könnte sonst Probleme geben.

  • "Für ältere Menschen, die ihr ganzes Leben Tieren hatten und plötzlich ohne Vierbeiner weiterleben müssen ist es eine Tragödie". Das sagte uns eine Seniorin mal im Altersheim wo meine Schwiegermutter war. Ich sah immer die Frau nur weinen und einmal fragte ich ihr wieso sie so weint und das war ihre Antwort.


    Deshalb sind solche Leute wie Claudia extrem wichtig, damit ältere Leute so lange wie möglich mit ihren Tieren bleiben können. Auch solche Vereine. Auch Besuchshundedienste, Natürlich ist jetzt das nicht mehr möglich. Manche Heime haben aber eine Hauskatze z.B., das sollte überall möglich sein. Eine Lösung ist schwierig zu finden, ob ein Besuchsdienst hinter Plexiglas erfolgen kann ist fraglich.


    Anderseits stossen bei mir manche Benehmen auf Unverständnis. Wir kennen einige ältere Personen, die einen Hund auf Rat ihres Hausarztes adoptierten. Damit sie mehr Bewegungen haben, damit sie nicht alleine sein müssen. Ich kenne jetzt schon 3 solche alleinstehende Frauen um die 70-75J., die nie einen Hund hatten, die ohne Hund kein Schritt draussen getan hätte und vorallem, die ernsten gesundheitlichen Probleme haben, kaum noch laufen können. An solche Leute wird dann einen Hund empfohlen, sicher von einem ahnungslosen Arzt, der sogar ein Zeugnis erstellte, weil der TH sowas verlangte.


    Diese Hunde sind natürlich göttlich geliebt; eine artgerechte Haltung ist aber nicht möglich. Die Adoptionen erfolgen mit Hunden aus dem Ausland, alle jünger als 1 Jahr. 3 Jahren später sind diese Hunde schon extrem übergewichtig oder Dauerbellende, sogar aggressiv geworden.


    Natürlich fragen wir immer, ob wir der Hund auf Spaziergang nehmen können. Manchmal geht es und die Freude ist gross, aber oft müssen wir hören "oh ich gehe doch selbst" oder "mein Hund braucht nicht soviel Lauf" oder "Er ist immer zufrieden, er hat doch bei mir viel schöner als dort wo er kommt". Was können wir da schon machen? Die Ärzte instruieren? Oder sollen wir mehr Verständnis zeigen?

  • Bei uns im Altersheim durfte mal eine Bewohnerin ihren Kater mitnehmen. Der war mega fett und hätte nur Diät TF haben dürfen. Die Bewohnerin fütterte ihn immer. Er hätte auch das Zimmer nicht verlassen dürfen, doch sie liess ihn trotzdem auf den Flur. Dort musste ich meine Hunde vor ihm schützen :P. Als sie starb adoptierte eine Mitarbeiterin ihn.

  • So, ich habe nun - nicht zuletzt wegen diesem Thread - meine Bekannte heute Nachmittag grade angesprochen wegen ihrem Hund. Sie ist 76, die Hündin knapp 4, alles ist gut, aber eben ... und siehe da, sie hat nichts geregelt und wollte das schon lange mal in Angriff nehmen. Ich hab ihr angeboten und sie auch drum gebeten, dass sie uns einsetzt als Kontakt und Übernahmestelle und ihr gesagt, dass die Hündin bei uns immer einen Lebensplatz haben würde. Sie war sichtlich froh und wird das so aufnehmen in ihre Patientenverfügung und ihr Testament. Da sie keine Nachkommen oder sonstigen Verwandten hat, würde die Hündin sonst wohl in einem Notfall einfach im Tierheim landen und sie da raus zu bekommen, wäre dann sehr schwierig.

    Toll, das ist suuuuuper!:thumbup::thumbup::thumbup:

    :) Liebe Grüsse von Fränzi und der Schweine-Bande

  • Ich kenne jetzt schon 3 solche alleinstehende Frauen um die 70-75J., die nie einen Hund hatten, die ohne Hund kein Schritt draussen getan hätte und vorallem, die ernsten gesundheitlichen Probleme haben, kaum noch laufen können. An solche Leute wird dann einen Hund empfohlen, sicher von einem ahnungslosen Arzt, der sogar ein Zeugnis erstellte, weil der TH sowas verlangte.


    Diese Hunde sind natürlich göttlich geliebt; eine artgerechte Haltung ist aber nicht möglich. Die Adoptionen erfolgen mit Hunden aus dem Ausland, alle jünger als 1 Jahr. 3 Jahren später sind diese Hunde schon extrem übergewichtig oder Dauerbellende, sogar aggressiv geworden.

    Genau, das ist dann leider die Kehrseite der Medaille... das gibt es natürlich auch immer wieder, dass völlig ungeeignete Hunde an ältere Personen geraten, wie auch immer, die dann ein nicht artgerechtes Leben führen müssen. Je nach Hundetyp finden sich einige mit diesem Leben ab, andere hingegen nicht, werden unverträglich oder sogar gefährlich.

    :) Liebe Grüsse von Fränzi und der Schweine-Bande

  • Lady - das ist super! So eine Verfügung trage ich auch immer bei mir (schon auch wegen Organspende usw.). Aber alles definiert, wie Elia so ist und was sie braucht habe ich noch nicht gemacht.


    Ich kam heute aber auf das Formular des Vereins "Herbsthunde" von Aika und ich werde dieses noch ausfüllen nachdem ich mich als MG gemeldet habe. Man muss sich aber schon überlegen, was drauf stehen muss, dass man sich auch kurz verfasst, was bei mir nicht so einfach ist.

  • ich habe tatsächlich vor einigen Jahren bereits mal ein Testament verfasst, in dem auch geregelt ist, wer Hund und Pferd bekommen bzw einen neuen Platz suchen soll. Ich wollte das unbedingt selber regeln. Allerdings müsste ich es wohl mal aktualisieren, habe ja zwischenzeitlich geheiratet und eine Tochter.

  • Anderseits stossen bei mir manche Benehmen auf Unverständnis. Wir kennen einige ältere Personen, die einen Hund auf Rat ihres Hausarztes adoptierten. Damit sie mehr Bewegungen haben, damit sie nicht alleine sein müssen. Ich kenne jetzt schon 3 solche alleinstehende Frauen um die 70-75J., die nie einen Hund hatten, die ohne Hund kein Schritt draussen getan hätte und vorallem, die ernsten gesundheitlichen Probleme haben, kaum noch laufen können. An solche Leute wird dann einen Hund empfohlen, sicher von einem ahnungslosen Arzt, der sogar ein Zeugnis erstellte, weil der TH sowas verlangte.


    Diese Hunde sind natürlich göttlich geliebt; eine artgerechte Haltung ist aber nicht möglich. Die Adoptionen erfolgen mit Hunden aus dem Ausland, alle jünger als 1 Jahr. 3 Jahren später sind diese Hunde schon extrem übergewichtig oder Dauerbellende, sogar aggressiv geworden.


    Natürlich fragen wir immer, ob wir der Hund auf Spaziergang nehmen können. Manchmal geht es und die Freude ist gross, aber oft müssen wir hören "oh ich gehe doch selbst" oder "mein Hund braucht nicht soviel Lauf" oder "Er ist immer zufrieden, er hat doch bei mir viel schöner als dort wo er kommt". Was können wir da schon machen? Die Ärzte instruieren? Oder sollen wir mehr Verständnis zeigen?


    Gerade darum habe ich auch ganz grosse Probleme mit Beiträgen im Internet, in denen immer wieder auf das immense Ruhebedürfnis von Hunden explizit hingewiesen wird :rolleyes: Gemäss diesen "Expertisen" müssten alle Hunde die reinsten Couchpotatoes sein und 90% ihres Lebens mit Dösen und Schlafen verbringen. Klar tun sie das, wenn sie dazu gezwungen werden, aber je nach Hund gibt er auf und verfällt in Apathie oder wird aggressiv, zerstört Dinge, kläfft ständig usw. Für mich sollte ein gesunder Hund eine artgerechte Bewegung bekommen und das jeden Tag, nicht nur am Wochenende und in den Ferien. Wobei es für mich klar ist, dass nicht jeder Hund gleich viel Bewegung und Auslauf braucht! Aber das muss gewährleistet sein. Ob durch den Halter selbst oder einen Dogsitter spielt keine Rolle.


    Aber das mit dem einen Hund halten, aber ihn dann einfach "haben" und hätscheln und nicht artgerecht halten, hat nichts mit dem Alter der Halter zu tun ;) Wir haben ja einen Dauercampingplatz im Schwarzwald. Dort tummeln sich praktisch nur Hundehalter und hat es sehr viele Dauercamper. Viele haben sogar zwei Hunde. Aber und das schockiert uns jedes Jahr aufs Neue, wir sind die Einzigen, die täglich und regelmässig mit unserem Hund längere Spaziergänge und Wanderungen machen :huh: Es gibt noch drei andere Halter, die wenigstens 1-2 längere Spaziergänge pro Tag ausserhalb vom Campingplatz machen, aber die restlichen 50-60!!! Halter sitzen entweder einige Zeit in den eingezäunten Hundeauslauf und lassen ihren Hund/ihre Hunde dort laufen oder laufen ein paar Mal 10 Min. über den Campingplatz... Dabei gibt es einen schönen Seerundweg, Dauer wenn gemütlich 45 Min. direkt vom Campingplatz aus, Fahrverbot, alles Wiesen und den See, wo die Hunde baden können. Aber selbst das ist den meisten noch zuviel Aufwand für ihre Hunde X/ Über den 1. August kamen letztes Jahr für eine Woche zwei Paare mit ihren insgesamt 10 Hunden auf unseren Platz nebenan und die 10 Hunde waren die ganze Zeit in ihrem Aussenzwinger, ausser morgens, mittags und abends kurz 10 Min zum Versäubern 8| Ich hab dann mal gefragt und sie meinten, die hätten auch Urlaub.... die waren ca. 40 Jahre alt... kurzum, schlechte Haltung hat nicht immer mit dem Alter der Halter zu tun. Nimmt aber vermutlich mit dem Alter zu.

  • Ja das mit der Haltung ist so eine Sache, unsere Nachbarn haben einen Yorkie, mega lieber kleiner Hund aber und ich bin doch viel draussen mit Durotan (hinter dem Haus) sehe ich die nie raus gehen nicht mit Kindern nicht mit Hund.. Ich weis zu 100% kann ich es nicht sagen aber diese Nachbarin ist ein riesen Drache und hat für nichts Verständnis, naja der kleine ist auch etwas zu dick :/ Ahja und sie ist mitte 30ig...

  • Lady ich find es gerade passend und sags mal faden gerade heraus.

    und mich nervt es (an Tagen wo ich eh schlechte Laune habe) zu lesen das ein Hund nur Glücklich sein soll wenn er zig-Kilometer laufen darf und kann.

    Denn nach deiner Auffassung wäre genau ich in deinen Augen so eine Person die keine Hunde halten dürfte.

    Manchmal nervt es mich, zu lesen, wie extrem deine Meinung ist, aber halte mich zurück, weil mir Toleranz sehr wichtig ist und ich verstehen kann, wenn jemand laufen kann, möchte und die Zeit hat. Das kann aber nicht jeder und hat auch nicht jeder diese Zeit und trotzdem das Anrecht auf einen Hund - wenn er sich wirklich mühe gibt, ihn auszulasten und sich die passende Rasse sucht.

    In den letzten Jahren ging mein Rücken kaputt, meine Hüfte zieht nun nach, irgendwann werde ich kaum noch laufen können, ist halt mein Schicksal. Aber darum gehts nicht, sondern um das Anrecht, von der Hundehaltung. Und immer und immer wieder zu lesen das man doch so viele Kilometer, und so und so viele Stunden raus gehen muss irrelevant von der Rasse, deren ihrem Tagesablauf und ähnlichem, kann genau so negativ sein. Wie immer wieder zu lesen der Hund sollte 22 Stunden am Tag Ruhe haben.


    Es wäre schön, wenn du bei deiner Meinung, auch ein Stück Toleranz einbaust und nicht immer direkt so wertend wirst, nur weil jemand mit seinem Hund eben nur an See geht, oder nur 40 Minuten spazieren. Es gibt Hunde denen das reicht, es gibt Hunde die sind sich das gewohnt und das ist weder schlimm noch sonst was. Dafür eignet sich nicht jeder Hund das ist klar, aber es gibt sie und das ist gut so.


    Es kann für einen Hund erfüllender sein, 20 Minuten bei einer Parkbank zu sein, zu beobachten, schnüffeln, paar kleine Aufgaben zu lösen, als 20 Minuten zügig zu wandern.

  • Danke Magi ... ich sehe das genau gleich.


    Es gibt Hunde, mit denen kann man täglich 2x 2 Stunden laufen gehen und abends sind sie trotzdem nicht ausgelastet. Sie finden das zwar toll, aber eben nicht nur. Und ja, Hunde haben ein immenses Ruhebedürfnis, das ist eine Tatsache. Bei vielen Hunden, die immer aufdrehen, stellt sich bei genauer Abklärung heraus, dass sie schlicht und einfach zu wenig Ruhe haben und schlafen. Wenn ich sehe, wie absolut kaputt ein Hund sein kann nach einer Trümmersuche oder einem Trail von 800 m, dann gibt es tatsächlich nicht nur laufen, laufen, laufen .... genauso wenig wie täglich 22 Stunden pennen.


    Die Mischung machts und solange ich einen zufriedenen Hund hab, muss ich mir über die Länge der Spaziergänge keine Gedanken machen ....