Hund anschaffen - ja, nein, vielleicht?

  • In letzter Zeit nehmen leider die Berichte zu, dass in Corona-Zeiten wahnsinnig viele Hunde gekauft werden. Züchter und Tierheime werden überrannt von Anfragen, der Ausland-Tier"schutz" boomt, die Welpen-Produktions-Maschinerie wird angeworfen. Nicht nur beliebte Rassen gehen "weg wie warme Weggli".


    Klar: Homeoffice, alle entdecken plötzlich das Wandern und Spazierengehen, weil alles andere nicht mehr geht, Restaurant, Ausgang und Reisen sind nicht mehr möglich, man hockt daheim und "eigentlich wollte man ja schon immer einen Hund haben" - und all die Gründe, die früher bei vernünftigen Menschen dagegen gesprochen haben, sind aktuell hinfällig. Und der Corona-Frust, der Wunsch, dass mal was Neues her muss, ist gross.


    Ich hätte hier deshalb gerne einen Thread, in dem wir ganz ehrlich darüber sprechen, was es bedeutet, einen Hund zu haben. Abgesehen von den schönen Momenten und der speziellen Verbindung, Liebe, Glück, Kuscheln, Partner in Crime, etc., die es natürlich auch bringt, sonst hätten wir sie ja nicht so gern ;-) ABER eben auch alles, was man dafür "auf sich nimmt", worauf man verzichtet (oder einem eh nicht wichtig war), was schwieriger ist mit Hund. Dinge, die man mit der rosaroten Brille vielleicht auch unterschätzt. In der Hoffnung, dass vielleicht einer von Hundert erstmal im Internet googlet, diesen Thread liest, und es sich nochmal überlegt.


    Das ganze grosse Ausrufezeichen ist eh Arbeit - jetzt grad ist Homeoffice, aber wohl auch nicht für immer, und Jobs, die ohne Corona Homeoffice erlauben oder es erlauben, den Hund mitzunehmen, sind in meiner Erfahrung rar. Ich glaube (leider), dass ganz viele Arbeitgeber nach dieser Krise ihre Angestellten wieder stracks ins Büro zitieren werden, nix mehr mit Homeoffice. Soviel Ehrlichkeit und Weitsicht muss sein, bevor man sich einen Hund anschafft!


    Ich finde ausserdem zum Beispiel: Spontanität geht mit einem Hund ziemlich flöten. Also einfach mal entscheiden, dass aus dem kurzen Feierabendbier noch ein Znacht im Restaurant wird. Oder spontan beim Einkaufen eine Freundin getroffen, "komm, wir gehen noch Kaffee trinken". Sowas halt. Durchaus Dinge, die ich ohne Hund (und ohne Corona) gerne mal mache, mit Hund aber schwieriger werden. Ja, man kann den Hund ins Resti mitnehmen (und auch auf den Samstagsmarkt und dann ins Café, wie man hier in Aarau im Sommer gut beobachten konnte) - was der Hund davon hat, ist für mich allerdings sehr sehr fraglich. Hunde können auch lernen, alleine zu bleiben, aber a) das muss man ihnen sorgfältig beibringen! b) bitte nicht tagelang und ständig! und c) wofür einen Hund haben, wenn man ihn dann ständig alleine lässt?


    Also los, her mit der Ehrlichkeit. Was muss man sich schon echt bewusst machen, bevor man sich jetzt plötzlich einen Hund anschafft, weils in die Corona-Zeit natürlich super passt?

    It's a dog's inalienable right to get dirty.

  • Also ich selber habe mit dem Hund nicht gross Kompromisse eingehen müssen was mein Leben angeht.

    Ich war nie jemand der jedes Wochenende auf Partys ging.


    Ins Restaurant kommt Loki immer mit, aber da gehen wir vielleicht 1x im Monat wenn's hoch kommt.

    Ferien kommt er wenn wir mit dem Auto gehen auch mit und sonst geht er zur Grossmutter oder zur Schwester über die Zeit.

    Arbeit könnte ich ihn 2 Tage mitnehmen aber Freund arbeiten (unabhängig von Corona) sowieso im Homeoffice und sonst geht er je nach Lust und Laune auch mal zur Grossmutter in die Betreuung (da freut er sich immer drauf wenn's zu Grosi geht :biggrin:)


    Klar wenn man mal weg geht ins Kino oder so, wo der Hund nicht mitdarf muss man schon im Voraus schauen was man dann mit dem Hund macht, aber das ist halt einfach Organisation und eben man verliert ein wenig an Spontanität.


    Aber das ist schon so, die meisten Leute in der jetzigen Zeit unterschätzen das, grad weil all diese Lokale nun geschlossen sind, man nicht mehr in den Ausgang kann oder allgemein eher weniger unterwegs ist, denken viele das nun ein Hund passen würde. Aber eben was nach dieser Zeit dann sein wird?

    Das sind siech sage ich mal 90% nicht Bewusst und überlegen gar nicht so weit.....Leider.


    Und ganz ehrlich, ich weiss auch nicht ob sich diese Leute dann auch richtig mit ihren Hunden beschäftigen, evtl. findet der eine oder der andre ein neues Hobby in seinem Hund was ja toll wäre, aber ich denke nicht alle und die haben dann einfach einen Hund blödgesagt zum Zeitvertreib und nicht alleine sein, aber da wird dann nicht dran gedacht in die Hundeschule zu gehen oder ins Training und die sind dann wieder überfordert.


    Ich hoffe wirklich das sich nicht jeder nun einen Hund holen wird und da die Züchter und Tierheime ein grosses Auge drauf werfen.....Der Welpen Handel ist da natürlich ausgeschlossen, bei denen Boomt das Geschäft nun natürlich.

  • Ja das ist mir auch schon oft durch den Kopf, dass der Tierhandel extrem Boomt.


    Nun Einschränkungen haben wir, das allein lassen hat bis anhin schlecht geklappt. Wir haben jetzt die optimale Lösung dass unser Zerstörer nicht mehr zerstört, ein Kinder absperrgitter :) Nun lange allein lassen tuen wir eh nicht max. 2-3 Stunden. Ich finde das ist unsere grösste Einschränkung, auch wenn wir eher Stubenhocker sind :hihi: Durotan beansprucht mich sehr, nicht in dem Sinne das er mir auf die pelle rückt sondern viel an unserem Training seiner Gesundheit usw. rumstudiere :peinlich: Im Moment noch seine Pubertät wo auch sehr viel Kraft braucht, aber mit ihm bez. Spontanität, Beispiel Freundin treffen und ins Café, kann ich mit ihm gut, das ist aber auch von klein auf antrainiert, er bekommt Beschäftigung mit rumgucken und ich kann in Ruhe plaudern, aber ohne Training könnte ich das zu 100% nicht machen.

  • Mit Beagle der nicht alleine zuhause bleiben kann, riesige Trennungsängste hat, bei fremden sich aus dem Geschirr windet, klaut wie eine Elster, Allergiker ist und so weiter. Ist mein leben mehr eingeschränkt als bei anderen mit Hund.

    Jede, wirklich jede Aktivität von mir ist entweder Zelda dabei oder ich muss mich darum kümmern was mit ihr ist. Immer, seit 3546 Tagen, weitere folgend.


    Klar, irgendwo Pech, meine Schuld und weitere Faktoren fliessen ein. Aber dieses "managen" kenn ich auch von anderen Hunden auch wenns andere dinge betrifft wie z.b. bei Unverträglichkeit die Spazierzeiten-, Orte und Begleitung immer Abwegen.

  • In dem Jahr als ich Jendayi alleine hielt, war ich so gut wie gar nicht eingeschränkt. Zu Hause bemerkt man sie so gut wie gar nicht, ausser sie hat Hunger, draussen ist sie immer um mich rum und man bemerkt sie auch so gut wie gar nicht (ausser sie will ein Guetzli, was eigentlich ständig der Fall ist...) und für andere Hunde interessiert sie sich nicht, jagen tut sie nicht obwohl sie ein Whippet ist und man kann sie problemlos überall mitnehmen. Hab ich in diesem Jahr dann auch gemacht.

    Dann entschloss ich mich, wieder einen "Grossen" zu kaufen und mit zwei Hunden, davon eins ein Jungspund, ist man halt schon eher eingeschränkt. In meinem ganz persönlichen Alltag ist dies wenig bis gar nicht der Fall. Sie sind absolut verträglich, bleiben problemlos ein paar Stunden zu Hause, warten ruhig im Auto und machen auch woanders nichts kaputt. Man kann mit ihnen Besuch haben oder zu Besuch gehen - alles kein Problem. Aber da ich einen neuen Partner habe der Hunde nicht wirklich toll findet, hat sich das natürlich geändert. Den grössten Kompromiss gehen somit eigentlich die Hunde selbst ein, sie müssen mehr zum Hundesitter als früher. Kalani geht gerne, das ist für ihn gar kein Problem, Jendayi fügt sich aber sie hat schon eher Stress. Für eine längere Zeit würd ich daher für sie einen Privatplatz suchen wo es kein ganzes Rudel an Hunden hat.

    Nach Jendayis Tod wird es sicher keinen Zweithund mehr geben, auch da wird sich Kalani einfügen müssen (ich weiss, dass er am liebsten jetzt schon einen Welpen hätte mit dem er dann toben kann). Ich verabrede mich viel mit "Hundeleuten", damit er auf seine Kosten kommt, was mich in meiner Planung aber nur wenig einschränkt. Da ich noch einen Mitbewohner habe, kann ich sehr gut bei meinem Freund übernachten, auch mal einen ganzen Tag dort sein. Geht vor allem aber auch, weil er momentan nicht zu seiner Freundin in die USA kann.

    Wir müssen alle Kompromisse eingehen: meine Hunde, ich und auch mein Freund, was nicht immer einfach ist.

    Meinen Hunden kann man nichts vorwerfen, ausser dass sie einfach "existieren". Sie sind gnadenlos unkompliziert und problemlos. Ich mag meine beiden Leben, das mit den Hunden, in dem ich mich wirklich ganz nach ihnen richte und das mit dem Partner, in dem sie halt öfters mal nicht vorkommen. Zum Glück ist die Arbeit kein Problem, da ich ja nachts arbeite.

    herzliche grüsse conny, jendayi und kalani mit nastassja und dawn im herzen

  • Also ja, total spontan kann man nicht mehr sein:nönö:, grad wenn man nicht ein super einfachen Hund hat.


    Man muss abschätzen ob er die Zeit alleine bleiben kann (oder ob er mitkann, und was dies bedeutet für den Hund), wenn nicht, gucken wo kann er hin in der Zeit... oder abwägen was ist einem wichtiger usw.


    Auch gibt es kein wirkliches Ausschlafen mehr und so in den Tag reinlümmeln:pfeifen:, man muss aufstehen und der Hund muss mal (grad wenn man dazu kein Garten hat, und halt kein Langschläferhund). Ich stehe jeden Tag 7:30 Uhr auf, das muss mein Ausschlafen sein.... obwohl ich evtl. auch gerne mal bis 9 Uhr liegen bleiben würde... neee, Hund hat Vorrang, er kann nicht alleine Gassi gehen.


    Arbeit wurde angesprochen, muss auch geregelt sein... ob Hund Zuhause warten kann, in Obhut geht, in Pension die dann viel kostet... tja, alles muss geplant werden. Und was wenn Hund krank ist und Betreuung braucht, wie flexibel ist das Geschäft, kann man frei machen, hat man eine super Vertrauensperson oder was dann...


    Ja, Hunde schränken ein Stückweit ein, man würde lügen wenn es nicht so wäre (aber auch Partner, Familie, Kinder schränken einem persönlich ja ein, aber diese Einschränkungen nimmt man in Kauf und weiss man im Vorfeld).

    Zum Glück tun meine Hundis dies nicht grossartig, da mein ..ohne-Hund-Leben,, sowieso nicht viel anders aussehen würde. Ich reise nicht wirklich oft weit in die Ferne (bisher war ich nur in Kos, Fuerteventura, Südafrika, Phuket... das wars, sonst umliegende Länder und die dann mit Hund), , ich schlafe nicht bis 12 Uhr, gehe nicht gerne an Partys usw. von dem her... alles OK. :smile:


    OK, ohne Hund würde ich evtl. noch in 1-2 weitere Länder reisen, evtl. an mehr Vorführungen gehen wie Musicals oder so, evtl. ein neuen Sport anfangen... aber sind wir ehrlich, dies würde ich dann eher machen damit es mir nicht langweilig wird:noidea:, nicht weil ich es sooooo extrem gerne mache, weil wenn es so wäre, könnte ich es auch mit Hund regeln. Ich würde einfach quasi ein Ersatz für die Hundezeit suchen. :zwinker:

  • Was ich ganz wichtig finde: Jeder Hund ist ein Indiviuum und entwickelt sich nicht immer so, wie wir es uns vorgestellt hatten. Da kann man sich im Voraus noch so viele Gedanken machen, wenn mit dem Hund dann das eine oder andere nicht so möglich ist, wie gedacht, wird das Leben u.U. schnell sehr schwierig.

    Schon nur wenn der Hund zum Beispiel zweimal täglich zur exakt gleichen Zeit Medikamente einnehmen muss, ist das eine Herausforderung.


    Man muss bereits sein (und zwar wirklich bereit), auch einem - in welcher Hinsicht auch immer - nicht einfachen Hund ein artgerechtes Leben zu ermöglichen.

  • Ein sehr spannendes Thema. :)


    Ich würde jetzt auch nicht sagen, dass ich auf extrem viel verzichten muss wegen meinem Hund, aber es gibt sicher einiges, das ich nicht machen kann (oder will), wegen dem Hund. Das sind aber mehrheitlich Dinge, die ich ohne Hund vielleicht schon machen würde, die mir aber nicht gross fehlen.


    Was schon angesprochen wurde ist die Arbeit und die Betreuung währenddessen. Ich habe das grosse Glück, dass ich den Hund mit zur Arbeit nehmen kann. Momentan habe ich auch keinen Jobwechsel im Sinn, aber schlussendlich weiss man nie und vor einem allfälligen Jobwechsel wäre das ein sehr grosser Punkt, über den ich mir Gedanken machen müsste, was für mich zumutbar wäre und was nicht.


    Meine Freizeit dreht sich mehr oder weniger nur um den Hund, das habe ich aber auch nie anders gewollt. Ich hatte vor allem am Anfang teilweise Mühe, mal etwas ohne Hund zu machen, hatte einfach ein schlechtes Gewissen, wenn ich jemandem anderem die Verantwortung übergeben habe. Mittlerweile mache ich auch mal was ohne Hund und vor Corona habe ich sie sogar regelmässig 2 Tage die Woche in eine Hundepension gegeben, um ab und zu einen Abend ganz für mich zu haben. Das hat mich aber auch schon Überwindung gekostet und ist auch nicht unbedingt kostengünstig.


    Ich hatte vor dem Hund auch immer die Erwartung, dass ich mit Hund dann eben Wanderungen und schöne Spaziergänge machen kann etc. Natürlich mache ich das auch, aber doch in einer andere Form als ursprünglich gedacht. Ich persönlich finde es unangenehm mit Hund auf überlaufenen Wanderwegen unterwegs zu sein, ich lasse sie gerne frei laufen und ihr Ding machen, weil sie gerne kreuz und quer alles abschnüffelt usw. Deswegen meide ich Zeiten und Orte, an denen viele Leute unterwegs sind, weitestgehend.

    Ins Restaurant kommt April auch mal mit, früher mehr als heute, sie kennt es nicht anders. Sie ist glücklicherweise auch ein Hund, der eh überall mit Freuden mit dabei ist und im Restaurant gibt es viel zu sehen und zu riechen. Sie flirtet regelmässig mit den Kellnern oder den Leuten an den Nachbartischen, fällt aber sonst nicht auf und pennt unter dem Tisch, wenn ich es sage. Aber Restaurantbesuche etc. sind für mich einfach zusätzliche Aktivitäten, die ich mit ihr mache, wenn es sich grad so ergibt. Auslastung usw. ist das natürlich nicht unbedingt, nur für mich ist es dann teilweise einfacher, wenn ich z.B. von der Arbeit aus direkt ins Restaurant fahren kann und unterwegs dann einfach noch einen schönen Spaziergang mache.


    Was meiner Meinung nach auch immer mal wieder unterschätzt wird ist die Tatsache, dass man wirklich immer, bei jedem Wetter, raus muss. Ich bin generell sehr gerne draussen, auch (oder manchmal vor allem) bei Regen. Aber auch ich habe Tage, an denen ich keine Motivation habe, rauszugehen. Und trotzdem braucht der Hund seine Auslastung, und das wenn möglich natürlich draussen. Und nur 3x am Tag in den Garten rauslassen und ab und zu ein Spielzeug verstecken sehe ich jetzt nicht als artgerechte Haltung. Es ist doch etwas anderes, ob man ohne Hund gerne mal einen Spaziergang macht und auch mal bei Regen rausgeht oder wenn man den Hund dann hat und einfach raus MUSS. Und das in der Regel 3x täglich für die nächsten 12-15 Jahre. Auch wenn man mal mies drauf ist, wenn man mal erkältet oder vielleicht sogar krank ist (ausser man hat grad jemanden, der sehr spontan ist und den Hund in der Zeit betreuen kann), wenn man den Fuss gebrochen hat, wenn man Kopfschmerzen hat, egal was.


    Und was man sich auch bewusst sein sollte ist der Dreck. :) Ich bin ja in dieser Hinsicht üüüüberhaupt nicht pingelig und kann auch mal über ein bisschen Dreck hinweg schauen, wenn ich grad nicht dazu komme, den Staubsauger hervor zu holen. Ich habe jetzt auch ein eher haarenderes Exemplar und die beiden Katzen machen es nicht besser, aber ich denke auch sonst kommt hald viel Dreck ins Haus. Einerseits die Haare, andererseits aber auch z.B. Krümel von Kauartikeln, Futter (ich gebe das Futter manchmal gerne im Snackball als kleine zusätzliche Beschäftigung), irgendwelche Körperflüssigkeiten (Sabber etc.), und dann der Dreck, den sie im Fell mit rein bringen. Man kann sich bemühen und möglichst alles tun, damit der Dreck draussen bleibt (abspritzen mit Gartenschlauch oder so), aber verhindern kann man es trotzdem nicht. Und weil man hald bei jedem Wetter raus muss, bringt man selber auch gerne mal Dreck mit rein, über die Schuhe / Kleidung etc.



    Also ein Hund bringt schon gewisse Einschränkungen mit sich. Und ich habe ja wirklich ein sehr unkompliziertes Exemplar erwischt, das ich nahezu überall mit hin nehmen kann. Sie war früher sogar mit Gehörschutz mit mir in der Bandprobe, damit ich flexibler war. ;)

    Und ja, die Spontanität geht teilweise auch etwas verloren.

    Es kommt sicher auch auf den einzelnen Hund drauf an sowie auch auf das eigene Umfeld. Ich habe in meinem Umfeld wenige Hundemenschen aber alle anderen lieben April auch und haben sie von Anfang an super akzeptiert. Wäre das nicht der Fall gewesen, wären die Einschränkungen sicher einiges mehr gewesen, wenn ich sie z.B. nicht zu Freunden mitnehmen könnte oder so. Daher sollte man auch das persönliche Umfeld genau beleuchten, ob ein Hund da reinpasst. Es ist nicht nur die Wohnsituation und die Arbeit.

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    Alle Tiere mit Ausnahme des Menschen wissen, dass der Sinn des Lebens darin besteht, es zu geniessen.


  • Bei uns gehört Hund zum Leben.. Mit mehr oder weniger Einschränkungen ist egal. Wir planen immer im vorraus.. Und Ferien ohne Hund sind so oder so undenkbar. Ich sehe keine Beeinträchtigung durch die Hunde. Es überwiegt die Lebensqualität welche uns die Hunde zusätzlich geben.

  • Bei uns gehört Hund zum Leben.. Mit mehr oder weniger Einschränkungen ist egal. Wir planen immer im vorraus.. Und Ferien ohne Hund sind so oder so undenkbar. Ich sehe keine Beeinträchtigung durch die Hunde. Es überwiegt die Lebensqualität welche uns die Hunde zusätzlich geben.

    Klar, sonst hätten wir ja keine Hunde. Geht UNS wohl allen so.


    So allgemein solls in dem Thread aber darum gehen, was eben objektiv gesehen evtl. doch anders und potenziell vielleicht schwierig ist im Vergleich zum hundelosen Leben, was sich Leute, die über das Anschaffen eines Hundes nachdenken, vielleicht eher nicht so bewusst sind... Vielleicht auch mal von sich selbst aus etwas weggedacht.


    Ich versuch mal zusammenfassend zu sagen: Wer ein Hundemensch ist, für den überwiegt der Hund irgendwie alles andere, "Schwierigere" ;-) Also eine andere Frage: Was ist denn ein Hundemensch, was sollte der mitbringen, dem Hund wirklich bieten können?

    It's a dog's inalienable right to get dirty.

  • Was sollte ein Hundemensch mitbringen?

    Geduld, Ruhe, Ausdauer (nicht nur konditionell), wetterfest muss er sein, Freude, Flexibilität, Liebe, kreative Ideen, Zeit, keinen Putzfimmel haben,

    Schön wenn nach folgendes dazukommt: genügende Finanzen, geordnete Lebensumstände (muss aber nicht unbedingt sein = Randständige lieben ihre Hunde/Haustiere meist mehr als sich selbst)

  • Wir verzichten schon auf gewisse Dinge seit wir Hundehalter sind. Das war uns aber bewusst und wir haben uns trotzdem dafür entschieden und es nie bereut. Früher gingen wir segeln, das tun wir nicht mehr. Zwar könnte man einen Hund zum Segeln mitnehmen, aber ganz ehrlich, was hat er davon? Richtig segeln heisst, dass das Boot massive Schräglage hat, für den Hund also gefährlich und längere Törn sind nicht möglich, der Hund muss sich ja versäubern können... Auch verzichten wir auf Flugreisen. Mit Hund für uns undenkbar und ohne Hund wollen wir nicht verreisen. Und gewisse Unternehmungen sind mit Hund nicht machbar, da z.B. nicht erlaubt usw. In Irland wären wir wahnsinnig gerne abends in Pubs gegangen, Hunde sind verboten... und Lady allein im Wohnwagen hocken lassen, ja das schaffen wir eben auch nicht, dann macht uns das Pub keine Freude :k_irre: Das liegt natürlich an uns! Andere Leute lassen ihre Hunde oft allein zu Hause und unternehmen etwas ohne Hund und das ist auch völlig ok, aber eben nicht für uns...

    Vor der Hundehaltung haben wir viel unternommen, aber gingen wenig wandern. Inzwischen laufen wir jeden Tag mehrere Stunden und das bei jedem Wetter. Unser Leben hat sich also sehr verändert. Aber wir bedauern das nicht. Lady ist immer fröhlich und wenn ich aufstehe und meine Schuhe in die Hand nehme, hüpft sie schon rum und düst zur Haustür und zurück, schlabbert mich ab, rennt wieder an die Tür, muss mich wieder abschlabbern, während ich versuche die Schuhe zu binden (mein Mann kann ganz in Ruhe seine Schuhe binden...) usw. Ich mache gerne Tricks mit ihr, arbeite generell gerne mit meinem Hund, auch im Haushalt darf sie immer wieder mithelfen und liebt das, kurzum, ich bin gerne mit meinem Hund zusammen und denke, das ist die wichtigste Voraussetzung - das jemand gerne seine Zeit mit seinem Hund verbringt.

    Ob man viel oder weniger laufen geht oder lieber spielt oder Hundesport macht oder kuschelt ist denke ich egal. Wichtig ist für den Hund, dass man Zeit mit ihm verbringt und bereit ist, sich Zeit für seinen Hund zu nehmen. Dann passt es.

  • Wir haben unser Leben schon ziemlich auf die Hunde ausgerichtet, auch wenn das keine grossartigen Einschränkungen mit sich bringt (für uns, also vorallem für mich :D). Aber ja, mein grösstes "Problem" ist sicher, dass ich Yorik nicht einfach jedem in die Finger drücken kann zum hüten. Er ist zwar mittlerweile ein sicherer Hund geworden, aber er ist ein Hund, den man managen können muss und lesen können muss und das geht bei unerfahrenen Leuten ganz einfach nicht. Erfahrene Leute haben meist selber Hunde, womöglich Rüden, und dann geht das auch nicht. Ich hab also zur Zeit eine einzige Adresse, die ich anfragen könnte für einen Ferienplatz. Es kommt nur privat in Frage, ein Hundehort kann ich mir für ihn ganz einfach nicht vorstellen.

    Das wäre nötig, wenn wir ev. nächsten Winter wieder mal nach Lappland möchten. Da können wir die Hunde schlicht nicht mitnehmen. Bei allen anderen Ferien gehen die Hunde sowieso mit, drum sind wir auch nur noch mit Wohnwagen und campenderweise unterwegs.


    Das erste Jahr war sehr anstrengend, weil ich Yorik immer dabei hatte. Er blieb zwar gut im Auto oder in seiner Box, aber eben, er war dabei. Auch beim Weihnachtsessen der Firma, bei jeder Sitzung, überall .... Dann kam der zweite Welpe und das Rösslispiel ging von vorne los. Heute, 4 Jahre später, können die beiden natürlich auch gut mal einen Abend allein zu Hause sein und wir gehen allein essen oder zu Besuch irgendwo oder was auch immer. Das geht aber natürlich nicht ständig und würden wir auch nicht machen. So gesehen ist es einfach viel mehr Organisation als ohne Hund und ich denke, das sind sich viele Leute nicht bewusst.


    Ein Hund ist schon sehr bestimmend für die Lebensplanung, finde ich und dessen muss man sich bewusst sein. Ein Pferd kann ich in einem Pensionsstall halten, eine Katze ist sehr selbstständig und braucht meist einfach einen Futterspender. Da kann ich auch ohne Probleme einen Tag skifahren gehen. Einen Hund kann ich nicht einfach von morgens um 6 bis abends um 8 allein lassen ohne Betreuung, dessen muss man sich einfach bewusst sein.

  • Mojito03 hat es erwähnt: Geld! Ein Hund kostet. Falls der Hund gesundheitlich ein Montagsmodell ist, kann das sehr teuer werden. Ich lese leider immer wieder von HH, die Probleme haben, ihrem Hund die nötigen Untersuchungen oder Behandlungen zu ermöglichen.

    Man kann zwar mit Versicherungen (die aber auch etwas kosten) vorsorgen, aber je nach dem werden nicht alle anfallenden Kosten übernommen. Gerade wenn es z.B. um Erbkrankheiten geht.

  • Wir haben unser Leben schon ziemlich auf die Hunde ausgerichtet, auch wenn das keine grossartigen Einschränkungen mit sich bringt (für uns, also vorallem für mich :D). Aber ja, mein grösstes "Problem" ist sicher, dass ich Yorik nicht einfach jedem in die Finger drücken zum hüten.

    Den Punkt möchte ich auch hervorheben. Das geht bei uns nicht. Eine Tessa läuft mit niemandem den sie nicht kennt.... Und gefährlich könnte das auch werden. Sie ist mit fremden Hunden 0 Kompatibel... Und zeigt auch fremden Menschen im Falle was sie von denen hält. Hier bleibt echt nur die Wahl dass jemand diesen Hund bei uns daheim betreut... Und nunmal nicht mit ihr laufen kann. Ihr ist es egal.. Sie mag nicht weg und ist schon mit Haus und Garten zu Frieden. Über eine kurze Betreuungseit ist das ok.

  • Ich kann meine auch nicht allein in die Finger drücken...

    Könnte schon aber wie das rauskommt und ob sie überhaupt mitlaufen würden... keine Ahnung.



    Und ja das mit dem Dreck kann ich bestätigen.

    Gerade jetzt wo wir das erste Mal ein grossen Garten haben...

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    Gerade heute, ich habe die Böden alle aufgenommen, alles wieder schön. Sah vorher aus wie die Sau, durch die schlammigen Pfötchen von draussen.

    naja.... 1 Std. später.... es sieht schon wieder so aus. :kaputtlach::noidea:

    Zum Glück sind wir alle in der Sicht überhaupt nicht heikel. Selber kann ich mal mit Gartenschuhe durch die Hütte laufen, was solls... man lebt hier, und es ist eine Ausstellungshalle.

    Aber man fragt sich teils warum man überhaupt noch putzt. :zwinker::hihi:


  • Ja gut, punkto Sauberkeit ist das hier auch so :biggrin: Bei uns geht es auch durch die Stube in den Garten... und klar geht Lady einmal raus und danach hat man eine (un)dekorative Pfotenspur über die hellen Fliesen... und da Madame ja mehrmals den Garten kontrollieren muss, ob da ganz sicher keine Katze ist, bleibt es nicht bei einer Spur :kaputtlach: Aber ich ziehe einfach jeden Morgen auf und weiss, dass ich sauber gemacht habe, auch wenn das kein Mensch sieht...

    Lady haart wenigstens nicht und da bin ich wirklich froh!


    Und dass Lady nur mit ganz wenigen "Auserwählten" mitläuft, war mir klar. Die Rasse ist punkto anderen Leuten als heikel bis extrem schwierig bekannt und darum haben wir sie und auch schon Skipper von Welpe an 2 halbe Tage zum künftigen Hundegotti gegeben. In der ersten Zeit ging ich mit und nur eine Stunde, die Zeit wurde dann erhöht und nach einiger Zeit blieben sie einen und dann eben zwei Vormittage allein dort. Lady geht heute nur noch ganz selten zum Gotti, aber liebt sie über alles. Dort können wir sie immer hingeben, wenn wir jemand zum Hüten brauchen und wissen, Lady ist happy.

  • Was ich zum Beispiel auch einen grossen Punkt finde, den wohl viele Leute nicht so bedenken, ist schlichtweg die Hunde-Erziehung. Ein gut erzogener, unkomplizierter Hund, der sich ins Leben einfügt, braucht Zeit, Geduld, oft auch Nerven, und auch Wissen. Das muss man bereit sein, zu investieren, zeitlich, nervlich, und evtl. auch finanziell (ich persönlich finde Hundeschule ein Muss, vor allem für Neuhundehalter). Und was wohl auch vielen nicht so bewusst ist: Bis ein junger Hund wirklich unkompliziert ist, braucht es erfahrungsgemäss schon so 2 Jahre, mindestens, und durchaus auch mal länger, auch je nach Rasse, Background etc. Bis dahin können sie durchaus auch mal und immer wieder echt Nerven kosten. Das braucht manchmal viel Aufmerksamkeit, vorausschauende Tagesplanung etc. Vieles, was das Leben mit Hund schön macht, ist letztlich Erziehung / Training, auch das Alleinebleiben, zu Sachen mitnehmen (Resti, Markt, Ferienhaus etc.) das saubere Leinelaufen usw usf. Das funktioniert nicht einfach so und auch nicht von heute auf morgen (oder übermorgen - wir sprechen hier teilweise von wochen- bis monate- bis jahrelangem Training). Und Training braucht, ich schreibs gerne nochmal, Zeit, Geduld, Nerven, und Wissen.


    Und auch ein Strassenhund folgt dann nicht einfach so aus Dankbarkeit, dass man ihn von der Strasse geholt hat, ihm Futter, ein Bett und eine Streichelhand bietet.


    Achja, und ihr "wahres Gesicht" zeigen vor allem Tierschutz-Hunde erst nach einer gewissen Zeit im neuen Daheim, die ersten Tage / Wochen sind da nicht unbedingt aussagekräftig, da sind es nicht selten "Lämmli", einfach aus Unsicherheit / Vorsicht; erstmal checken, wie die Lage ist.

    It's a dog's inalienable right to get dirty.

  • Das ist definitiv ein grosser Punkt, den viele zu wenig beachten oder sich einfach nicht überlegen. Auch ich bin da ganz schön auf die Welt gekommen ;).
    Es war sehr viel Arbeit mit Yorik und es wird immer eine gewisse "Arbeit", sprich ein Handling, sein mit ihm. Mittlerweile ist es einfach normal wie er ist und er ist mittlerweile auch seeeeehr viel entspannter als auch schon. Ich kann ihn wirklich überall hin mitnehmen und habe keine Probleme mit ihm. Aber der Weg dahin und auch heute einfach das voraus schauen, sind nicht zu unterschätzen.
    Mein Ziel war immer, einen gut erzogenen Hund zu haben, den ich überall hin mitnehmen kann. Also zu Besuch, im Auto warten lassen, ins Restaurant, auch mal in belebtere Gebiete oder in eine Stadt, wenns sein muss. Das ist heute so und ich persönlich würde für dieses Ziel alles tun und viel Arbeit/finanzielle Mittel auf mich nehmen. Ich hatte einmal im Leben ein Pferd (mein erstes), wo ich total überfordert war und angestanden bin, mich schlussendlich davon getrennt habe, weil ich weder die richtige Hilfe noch sonst einen Plan hatte ... niemals wieder will ich sowas erleben mit einem Tier. Das war leider noch vor Internetforen und meinem ersten Computer ....

  • Meine Hundis wurden bisher gesamthaft von 4 Personen / Parteien betreut. Das war die Nachbars Familie, Kollegin, mit der ich sehr oft laufen gehe, die Tochter einer früheren Freundin und letztere eine gute Bekannte, die auch sonst Hunde hütet.


    Kollegin htete sie nur ein paar Stunden. Lustigerweise weigerte sich Luna erst, mit ihr mit zu gehen (laufen). Als sie sie an die Leine nahm, kam sie mit.


    Bei den anderen ging es tip top. Die Hunde Sitterin schwärmte regelrecht von den beiden :). Sie waren den ganzen Tag bei ihr, und sie schlief am Morgen noch ein paar Stunden (Nachtschicht).


    Meine Hunde sind auch fast immer bei mir/uns. Sie können sehr gut ein paar Stunden alleine bleiben. Das finde ich eben auch ein ganz wichtiger Punkt. Ich möchte auch ab und zu an Aktivitäten teilnehmen ohne Hunde.


    Meine Kollegin kann ihren Hund nicht mal für ein paar Minuten alleine lassen. Entweder ihr Freund muss schauen, dass er seine Arbeitszeit so einteilt, dass er für den Hund schauen kann, sie nimmt ihn, wo immer es geht mit (ausser Arzt und Spital) oder wenn möglich,lässt sie ihn im Auto. Im schlimmsten Falle bringt sie ihn jemandem zum Hüten. Das sind glaub ich nur 2 Personen.


    Ich habe immer wieder Termine, wo ich die Hunde nicht mitnehme. Da wäre mir das zu umständlich, immer zu schauen, wer sie betreut.


    Ganz wichtig war mir auch, dass sie sich gewöhnt sind, in Restaurants oder ähnlichem ruhig zu sein. Auch sm Ort warten, ohne anleinen, müssen sie können.


    Finde Anne hat sehr gute Argumente gebracht.