Wie wird ein Hund ein unverträglich gegenüber Artgenossen

  • Mich würde mal interessieren, wie es eurer Meinung nach dazu kommen kann, dass sich ein Hund zum sozialunverträglichen Genossen entwickelt.


    Mit Amiga hatte ich Glück und sie ist an anderen Hunden nicht gross interessiert. Ich hatte sie von der Welpenzeit an und weiss aber eigentlich gar nicht genau, ob das wirklich Glück war... oder gute Gene.... gute Prägung....gute Sozialisierung... gute Erziehung...? Ich weiss es nicht....


    Es gibt ja hier einige User, die ihren Hund als Welpen bei einem guten Züchter gekauft haben und der Hund hat sich dann trotzdem in die erwähnte Richtung entwickelt. Wisst ihr warum?

  • Mein Hund ist zwar nicht vom Züchter, aber sie kam durch eine Beschlagnahmung über das Veterinäramt als Junghund zu mir. Bei ihr spielen sicher folgende Faktoren eine Rolle:


    - mangelnde Erfahrungen / Sozialisation, sowie eher schlechte Erfahrungen mit erwachsenen Hunden in ihrem Übergangszuhause

    - wenig Möglichkeiten, sicheres Sozialverhalten zu "üben" und dadurch wachsende Unsicherheit

    - Fehler meinerseits (Wahl der falschen Hundeschule, falsches bzw. mangelndes Wissen, ebenfalls wachsende Unsicherheit ;), Rückzug von belebten Hundespaziergangsorten, "Kontrollwahn", usw...)

    - Lernerfahrungen in dieser Zeit sowie wachsender Frust (auf beiden Seiten)


    Mittlerweile finde ich das "warum" aber gar nicht mehr wichtig, sondern konzentriere mich darauf wie es jetzt ist und wie wir uns immer wieder weiterentwickeln :)

    Der Hund braucht sein Hundeleben. Er will zwar keine Flöhe haben, aber die Möglichkeit sie zu bekommen.

    (Robert Lembke)

  • Ich kann es nur von meinen Hunden sagen.


    Der erste, ein Irish Setter, war nur gegenüber ebenso machohaft auftretenden Rüden, wie er einer war, „unverträglich“. Aber das sah immer schlimmer aus, als es tatsächlich war, also keine wirkliche Unverträglichkeit. Entwickelt hatte sich das ohne unser Zutun (angeleint hatte man den Hund damals eigentlich nie wegen anderen Hunden) mit dem erwachsen Werden.


    Der zweite, ein Appenzellermix, war mit den meisten verträglich. Andere Hunde waren ihm meist egal. Aber im Lauf seines Lebens gab es die eine oder andere Auseinandersetzung, eigentlich immer, weil der andere ihn nicht in Ruhe liess. Und weil er in Alaska von zwei Huskies böse angegriffen wurde, entwickelte sich daraus eine klare Unverträglichkeit gegen diese Rasse/Art Hunde.


    Bei Tabasco, der hauptsächlich gegen Rüden unverträglich war, fing das in der Pubertät an. Er war eh grundsätzlich mit seiner Umwelt (und war sie noch so eingeschränkt) überfordert. Zusammen mit dem Hormonchaos, der leider darauf erfolgten Kastration und auch der wahrscheinlich schon damals vorhandenen Schilddrüsenunterfunktion konnte ich kaum mit ihm trainieren. Damals gab es nur wenig kompetente private Hundeschulen, so dass ich beim örtlichen Verein blieb, obschon uns dort nicht sinnvoll geholfen werden konnte. Das war mein grösster Fehler: Nicht anderswo nach Hilfe gesucht zu haben.

    Zusammen mit seiner Art, bei allem nach vorne zu gehen (das hatte er schon als Welpe), konnte er sich damit „gefährliche“ Begegnungen meist vom Leib halten. Es wurde zu seiner Strategie, anzugreifen.

    Bei ihm war es die Kombination von seinem Wesen und meine Fehler (Kastration, fehlende kompetente Begleitung im Training), die ihn zur Unverträglichkeit brachten. Ich bin ziemlich sicher, er wäre in den Händen einer erfahreneren Person ein etwas sicherer und somit verträglicherer Hund geworden.

  • Saro: Unwissenheit und blöd gelaufen.

    Er fing im Alter von 5 Monaten an, den kastrierten, sehr lieben Altrüden blöd anzumachen. Ich fand keine erfolgreiche Möglichkeit, das zu verhindern.

    Saro vertrug sich dann sein Leben lang problemlos mit anderen Hunden, attackierte diese aber ohne längere Warnung, wenn ihm etwas nicht in den Kram passte, z.B. dieser Imponierverhalten an den Tag legte oder sich einer wichtigen Ressource näherte.


    Beni: Tradierung und blöd gelaufen.

    Er kam als Welpe zu Saro. Obwohl ich kritische Situationen weitgehend vermeiden konnte, kriegte er halt doch zwei- oder dreimal vom Alten auf's Dach... und zeigte dann später genau dieses Verhalten anderen Hunden gegenüber, ebenfalls durch Ressourcenthemen motiviert.

    Ausserdem hatte er ein Problem mit Erstbegegnungen (erst mal drauf hauen, dann gucken, ob es spielen mag - niiiiiicht? Wiesooo?). Dieses umging ich, statt es zu kurieren, da mir die aktuelle Lage bezüglich Hundegesetze zu ungemütlich war, um da irgendwelche Risiken einzugehen.


    Grundsätzlich denke ich, dass "Unverträglichkeit" sehr viele Abstufungen hat und im Allgemeinen entweder durch Unsicherheit, Ressourcenthemen oder Machoverhalten ausgelöst wird. Und sehr oft sitzt das Problem am anderen Ende der Leine - z.B. bei Besitzern, die ihren Hund überhaupt nicht lesen und verstehen können oder sein Bedürfnis nach keinem Kontakt zu anderen Hunden grosszügig ignorieren.

    Signaturen sind doof! Solche mit Banner erst recht! Aber wer sie nicht mag, hat sie ja ausgeschaltet...
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  • Skipper, meiner vorheriger Rüde wurde im Alter von 10 Wochen das erste Mal von einem dt. Schäferhund ganz bös und aggressiv attackiert. Ich habe mit ihm ganz allein auf einer Wiese gespielt, als von weit her dieser Schäfer angerannt kam und ohne Warnung und Grund auf Skipper losging. Skipper legte sich auf den Rücken und der Schäfer packte ihn in die Kehle 8| Bevor er zubeissen konnte, hab ich ihm mit voller Wucht einen Kick in den Kiefer geknallt, ihn dann am Halsband gegriffen und das zugedreht bis ihm die Luft wegblieb, weil er nochmals angreifen wollte :( Der Halter kam gemütlich angeschlendert bis er sah, dass sein Schäfer langsam schlapp vor Luftmangel machte. Dann wurde er wütend und meinte, das sollen die Hunde unter sich ausmachen :cursing:

    Eine Woche später sah ich den Mann mit seinen zwei Schäferhunden wieder (der eine war schon ziemlich alt und nur der junge so aggressiv) und nahm Skipper an die Leine. Er hiess seine beiden ins Platz als ich kreuzte und der junge sprang prompt auf, schnappte Skipper am Nacken und schüttelte ihn. Ich packte den Schäfer und nahm ihn am Nacken und knallte ihn auf den Rücken, da liess er Skipper vor Schreck los. Ich hab dem Halter mit einer Anzeige gedroht. Aber für Skipper waren für den Rest des Lebens Schäfer Feindgestalten, die man angreifen musste...

    Und so ging es weiter ;( Egal, wo wir unterwegs waren, ob angeleint oder nicht. Es kamen von weit her andere Rüden angerannt und attackierten ihn. Keine Ahnung, was für ein Geruch er verströmte. Mit 18 Monaten war Skipper anderen Rüden gegenüber selber nur noch aggressiv und seine Devise lautete: Angriff ist die beste Verteidigung. Mit Hündinnen gab es null Probleme. Aber es war ständig stressig. Und bis dann mal endlich ein Halter auftauchte musste ich mit den zwei streitenden Rüden irgendwie zu Gang kommen... Darum werde ich nie wieder einen Rüden nehmen!

    Mit Lady gibt es solche Probleme nicht. Zwar treffen wir auch mal auf Hündinnen, die sie anzicken. Aber selten. Meist ist sie die Zicke. Aber auch das kommt von schlechten Erfahrungen. In erster Linie von Tutnixen, die einfach penetrant aufdringlich und tramplig sind. Sie zeigt, dass sie kein Interesse hat, der Hund - in den meisten Fällen Labbis - kommt wieder. Sie weist wieder ab, der Hund ist noch aufdringlicher usw. Aber die Halter rufen ihre Hunde nicht weg =O Von daher ist es oft ein Problem, dass andere Halter ihre Hunde weder kennen noch unter Kontrolle haben, was Konflikte schafft. Eben auch unter den Hunden...

  • Bei Jimmy haben meiner Ansicht nach verschiedene Faktoren mitgewirkt:

    • zum einen seine grundsätzliche Unsicherheit
    • die Wahl der Hundeschule
    • meine Unerfahrenheit im Umgang mit einem unsicheren Hund
    • blöde Erfahrung (wurde im Alter von 12 Monaten an der Leine von einem freilaufenden Hund angegriffen, ich habe/konnte ihn nicht beschützen)

    Jimmy ist nach wie vor ein unsicherer Hund, dies hat sich jedoch in den vergangenen Monaten deutlich gebessert und über 90% der Hundebegegnungen verlaufen mittlerweile ohne Rambazamba. Seine Reaktion auf den entgegenkommenden Hund variiert je nach Situation und Individuum. Von deutlichem Unbehagen (will nicht weiterlaufen, zieht ins Feld/weg vom Weg, Schwanz eingeklemmt, Körperhaltung auf "Flucht") über aufgeregt, ist am Gegenüber interessiert und gleichzeitig unsicher (schaut hinter meinem Bein hervor, züngelt/beschwichtigt) weiter zu "der passt mir nicht" (schleichen, fixieren, hinlegen - hier nehme ich ihn, sofern Platz vorhanden - aus der Situation, gebe ihm Raum, weiche aus) bis hin zum Ausraster (meist nur kurz, aber doch). Dies fast immer, weil der Platz zum Ausweichen gefehlt hat und dem Ausraster ein Fixieren oder Anschleichen vorausgegangen ist.


    Unverträglich mit Artgenossen ist er nicht per se, im Gegenteil, ich attestiere ihm eine gute Artgenossenverträglichkeit unter der Voraussetzung, dass er den anderen Hund unaufgeregt kennenlernen konnte. Meist reicht da schon ein ganz kurzes Gespräch mit dem anderen Hundehalter in der Grössenordnung von "Grüezi, ja, er ist unsicher, braucht einen Moment, danach darf er gerne spielen".

  • Yorik wird immer verträglicher .... er begann in der Pubertät an der Leine zu pöbeln und den Macho rauszuhängen. Dann entwickelte sich der jugendliche Grössenwahn und er hätte es mit allen aufgenommen. Begegnungen mit Rüden sind und bleiben heikel. Allerdings ist er wirklich sehr gut sozialisiert und ich hatte in jener Phase einige Alt-Rüden, die sehr souverän waren. Von denen hat er gelernt und das auch angenommen. Heute, mit 4.5jährig, wird er langsam souverän. Er kann wieder denken, überlegen und muss nicht drauf hauen. Einzig Schäferhunde meide ich tatsächlich, er ist 2x mit Schäferhunden zusammen geknallt und die mag er ganz einfach nicht.

    Hündinnen sind eh kein Problem, Rüden kommt sehr drauf an. Kennt er sie, hat er meist ein Gentleman Agreement und man beachtet sich nicht. Neue Begegnungen lasse ich eigentlich nur zu mit entweder klar jüngeren Rüden oder eben einfach souveränen Alt-Rüden. Gleichaltrige sind heikel ....


    Aber das stufe ich nicht als Unverträglichkeit ein, das ist normales Verhalten von potenten Rüden. Ich kann mir allerdings schon vorstellen, wenn ein paar Mal irgendwas passiert, dass eine Unverträglichkeit entstehen kann.

  • keine meiner 3 Hunde ist unverträglich...

    bei June muss ich manchmal ein wenig aufpassen wenn unkontrollierte Junghunde ankommen. Sie korrigiert diese einfach sehr klar und knapp. nur schreit/quiekt der meist was halt bei den Besitzern nicht gut ankommt und ich mich dan beschimpfen lassen muss. :|

    sie nehme ich daher meist einfach zu mir oder an die Leine wenn ich das gegenüber nicht kenne.
    Lane neigt dazu kleinere Hunde kontrollieren/einschränken zu wollen.

    tatsächlich mag June auch Frenchys und andere platt Nasen/bulliges nicht besonders, aber da haben wir was gemeinsam und ich meide solche Hunde auch und weiche aus wenn ich sie sehe oder leine an.


    Grad bei Pittis oder deren Mixen habe ich in der Vergangenheit leider keine guten Erfahrungen mit anderen Hunden und einmal an meiner alten Hündin gemacht und lass es einfach nicht darauf ankommen. Mag die einfach nicht in der nähe meiner Hunde/Tiere haben. :whistling:

    Kira, 20.01.2003 - 09.02.2018 für immer im <3zen

    June, 19.01.2012

    Lane, 07.05.2018


    ,,Ein Hund ist nicht "fast ein Mensch", und ich kenne keine grössere Beleidigung des Hundes, als ihn so zu bezeichnen,,

  • Hier das pure Gegenteil: wir lieben Knutschnasen. Kalani mag sowieso alles und jeden und er ist jetzt mehr als 1.5 Jahre alt, ich habe noch Hoffnung, dass es so bleibt, auch mit intakten Rüden. Was ich jetzt schon zweimal erlebt habe bei hibbeligen Welpen die ihm angeleint um die Beine wuseln, das ist ihm zu viel und er sagt das verbal. Sobald er abgeleint ist und sich frei bewegen kann ist es gar kein Thema.

    Jendayi hatte noch nie auch nur die geringsten Probs mit andern Hunden.

    Mein einziger Hund in all den Jahren der sich nicht mit allen vertrug war Nastassja. Bei ihr begann es mit 3, kurz vor der 2. Läufigkeit. Auf der Allmend hockte ihr ein Rüde auf, zu weit weg als das ich eingreifen konnte und wie aus dem Nichts wehrte sie sich so heftig, dass er zwei kleine Löcher davon trug. 3 Tage später hab ich sie kastriert (schon die erste Läufigkeit war Stress pur für sie). Sie hatte danach mit intakten Rüden keinerlei Probleme mehr, im Gegenteil, sie hatte total den Plausch an ihnen, hockte ja auch keiner mehr auf. Dafür hatte sie seit der Kastra mit Wlepen (ausser solchen von Freunden) und generell mit distanzlosen Hunden so ihre Probleme. Sie wäre nie von sich aus auf einen losgegangen aber wenn ihr einer zu nah kam, griff sie den an. Sie blieb daher bei unbekannten Hunden an der Leine. Für mich nach der Anfangszeit kein Problem mehr, sie war stets abrufbar und eben - von sich aus ging sie nicht auf diese Hunde zu. Dass viele nicht anleinten selbst wenn ich sie bat ist dann ein anderes Thema. Je älter sie wurde, desto toleranter wurde sie auch.

    Sie war aber generell eine Hündin, die all zu nahen Körperkontakt nur von Menschen liebte. Auch unsere Katzen durften sich nicht zu ihr legen. Kalani ist da ganz anders und Dawn war es auch. Alle diese Hunde kamen als Welpe aus guten Zuchten.

    Ich sorge stets vor und lasse Kontakt mit allen Rassen von klein auf zu. Wir sind in Welpen- und Junghundegruppen und da wo es viele Hunde hat. Aber es bleibt ein Rest Glück. Ich glaube daran, dass man viel tun kann um keine Unverträglichkeit zu bekommen, aber es liegt nicht zu 100% in unserer Hand. Und eine wirkliche Unverträglichkeit liegt bei mir nur vor, wenn einer wirklich auf jeden Hund oder mind. auf jeden Hund des eigenen Geschlechts losgeht und das hatte ich noch nie auch nur ansatzweise.

    herzliche grüsse conny, jendayi und kalani mit nastassja und dawn im herzen

  • Was versteht ihr denn unter unverträglich? Also das ein Hund anderen direkt an die Gurgel will? Also mit Beschädigungsabsicht zu beisst?


    Weil unter Hunden kann es auch mal grob von statten gehn, da schreien viele Hundebesitzer schon rum von wegen Aggro Hund etc, aber es werden nicht nur rosa Wölkchen getanzt unter Hunden.


    Ich denk das da viele Faktoren zusammen apielen können ... von genetischer tendenz dazu, individuellen Charakter und Erfahrungen die der Hund macht ...

    Grüsse Nathalie mit


    Tarek, Tervueren, 12.11.2014

    Unique, Malinois, 18.05.2018
    Und Whyona im Herzen 20.06.2002 - 03.04.2017

  • Ja, generell müsste man ,,Unverträglichkeit,, schon mal definieren. Nur weil ein Hund nicht jeder Mal oder nicht jede Situation mag, ist er nicht gleich unverträglich. :noidea:


    Aber generell sehe ich es wie die meisten hier:


    Jenny: Total sicherer Hund, einfach nur cool von Anfang an:good:


    Diuni: Total unsicher-panisch vom ersten Tag an gegenüber Menschen (hier also Fehlprägung/schlechte Erfahrungen beim Züchter). Ab Welpenalter (mit 9 Wochen) wurde sie das erste Mal von einem Schäfer gebissen:sad:, danach folgten immer mehr Attacken bis sie dann mit 1 Jahr total verkorkst war und vor Hunde am Horizont davon rannte.

    Also negative Erfahrungen. Mit viel Training kriegten wir es wieder hin, sie war aber nie aggressiv zu anderen Hunden, sondern immer im Fluchtmodus. Aber ist ja in dem Sinne auch eine Unverträglichkeit. :noidea:


    Pyri: Sicherer Hund, mit zunehmendem Alter auch durch negative Erlebnisse eher mal auf Abwehr oder motzig drauf. Halt auch aus Unsicherheit.


    Flaffy: Leider auch sehr früh negative Erlebnisse, wie bei Diuni auch sehr unschöne Attacken im Alter von knapp 1 Jahr, ab da war dann fertig, seit da sind wir am Trainieren. Sie hat gelernt frühzeitig abzuwehren und die ,,Böse,, zu sein, damit ihr nichts passiert.


    Bei Diuni sowie Flaffy holte ich mir professionelle Hilfe und konnte recht viel wieder zurechtbiegen, aber gut wird es nie wieder.

    Also bei uns ganz klar.... Hauptgrund: neg. Erfahrungen mit anderen Hunden, von Jagdattacken bis richtige Attacken mit Wunden. Und dies in einem Alter wo es sehr ,,schön,, sitzen bleibt und sich richtig in die Seele des Hundes frisst.


    Aber ja, es ärgert mich, dass meine Hundis kaputt gemacht wurden weil andere HH nicht auf ihre Hunde schauen, und ich nun zu kämpfen habe/hatte und dies über Jahre. Diuni hat mich 1000de von Franken an Trainer und Therapiestunden gekostet... aber es wars schlussendlich wert.

    Aber ich kann es auch nicht ändern, es ist passiert, ich schütze sie gut ich kann und suche nun halt Kontakte aus...

    Wir leben mit unseren seelischen Wunden. :nicken::sad:

  • Ich muss hier vielleicht auch noch "nachbessern".

    Cuba ist nicht unverträglich, aber in Hundekontakten schnell überfordert - was dann zu heftigen und völlig übertriebenen Reaktionen führen kann (konnte .. mittlerweile sind wir beide souveräner).

    Es gibt aber tatsächlich (wenige) Hunde, die findet sie einfach sch.... und würde sie am liebsten ohne grosse Umschweife platt machen. Aber ich find ja auch nicht alle Mitmenschen toll, drum ist das für mich völlig okay ;)

    Der Hund braucht sein Hundeleben. Er will zwar keine Flöhe haben, aber die Möglichkeit sie zu bekommen.

    (Robert Lembke)

  • Naja, wirklich unverträglich finde ich eben Hunde, die einfach grundlos auf einen anderen mit Beschädigungsabsicht losgehen. Das hatte ich noch nie. Mein Terriermix fand alle Hunde einfach nur toll oder wenn sie ihm zu wild waren, ging er ihnen aus dem Weg. Er war Sanftheit pur, egal ob gegen Mensch oder Tier.

    Skipper habe ich beschrieben, mit 2 Jahren haben wir ihn kastrieren lassen, damit der ständige Stress mit anderen Rüden aufhört und danach war wirklich endlich Ruhe. Er wurde danach nicht mehr attackiert. Aber in seinem Kopf war und blieb es drin. Rüden wurden von ihm immer vertrieben. Er hat aber nie gebissen! Er wurde einfach laut und körperlich heftig. Und genauso macht es Lady. Ohne Zahneinsatz, aber mit viel Getue, laut und Körpereinsatz.

    Da ich früher Skipper, jetzt Lady bei grösseren Hunden immer zu mir ins Fuss rufe (bei gleich grossen und kleineren Hunden ist Lady immer freundlich) gibt es nur mal Konflikte, wenn der andere Hund trotzdem zu ihr hin kommt. Aber auch ist es eigentlich ein Halterproblem... Würde er/sie auf den Hund achten und Rücksicht nehmen, käme es gar nicht zu so einer Situation!

  • Bei mir war Takeo ja unverträglich gegenüber anderen Rüden, egal ob Kastriert oder nicht.

    Aber das war halt einfach Rassebedingt und anfangs wusste ich auch nicht wie damit umgehen, da er mir dann auch in die Leine ging und pöbelte, wir haben dann aber hart gearbeitet, das er wenigstens nicht mehr nach vorn schoss.

    Klar passierte es zwischendurch mal, grad auch wen der andere Pöbelt, aber wir haben Hundekontakte einfach auf ein Minimum beschränkt und er durfte mit seinem Lieblingsmädel immer spielen.

    Ich hab dann auch drauf geachtet das ich einfach eher an Orten laufen ging wo es nicht massig Hunde hatte und wo ich gut ausweichen konnte um genügend Abstand zu machen.

    Schlimmer wurde es dann wieder als er krank wurde, aber da konnte man halt nicht viel machen Schluss endlich. Er hatte dann einfach immer Maulkorb drauf und an der Leine war er sowieso immer.


    Bei Loki bin ich froh ist er nicht unverträglich, obwohl er als Welpli zweimal vom Nachbars Hund böse angegriffen wurde, hätte ja auch anders kommen können. Er ist aber charakterlich sehr robust und selbstsicher, worüber ich sehr froh bin. Einzig wenn der Nachbarshund in Sichtweite ist, stellt Loki den kam und ich denke er würde auf ihn los gehen.

  • Sehr interessant, hier mitzulesen!


    Bei Nyell denke ich spielt einerseits die Rasse eine Rolle (Kontrollwahn von Haus aus), ihr eigener Charakter (sensibel, unsicher, schnell überfordert) und dann die für so einen Hund leider eher ungünstige Aufzucht in Ungarn. Und dann sicher auch anfangs nicht optimal geführt, weil man diese etwas schwierige Mischung auch erst einmal begreifen und zu händeln lernen muss.


    Sie hat vermutlich schon in der Aufzucht gelernt, dass Angriff die beste Verteidigung ist. Schlechte Erfahrungen hatte sie in dem Sinn eigentlich nicht (bei uns).


    Generell denke ich, wäre sie als Einzelhund besser aufgehoben gewesen als in unserem unsteten Dreier-Familien-Rudel. Für unsere beiden Aussies war das überhaupt kein Problem, aber für sie hat das wohl etwas zur Überforderung beigetragen, dass sie nie genau wusste, wer grad da und dabei ist. Vor allem auf dem Spaziergang war (und ist) es Stress, wenn andere Hunde dabei sind, weil sie die Situation kontrollieren will. Mit viel Training und Geduld haben wir (dh v.a. meine Schwester) das recht gut hingekriegt, und als Einzelhund alleine auf dem Spaziergang ist sie sehr unkompliziert und meistert mittlerweile auch Hundebegegnungen gut (nicht komplett entspannt, aber gut).


    Ihre Schwester ist übrigens auch in der Schweiz - lustigerweise bei Oceans Züchterin (Ocean von Pacey). Soweit ich weiss, ist sie etwas einfacher, vermutlich im Grundcharakter schon mal sicherer, ausserdem in einem ganz anderen Umfeld daheim als Nyell bei uns. Aber so gut kenne ich sie nicht, habe sie vor Jahren zuletzt gesehen.

    It's a dog's inalienable right to get dirty.

  • Generell denke ich, wäre sie als Einzelhund besser aufgehoben gewesen als in unserem unsteten Dreier-Familien-Rudel. Für unsere beiden Aussies war das überhaupt kein Problem, aber für sie hat das wohl etwas zur Überforderung beigetragen, dass sie nie genau wusste, wer grad da und dabei ist. Vor allem auf dem Spaziergang war (und ist) es Stress, wenn andere Hunde dabei sind, weil sie die Situation kontrollieren will. Mit viel Training und Geduld haben wir (dh v.a. meine Schwester) das recht gut hingekriegt, und als Einzelhund alleine auf dem Spaziergang ist sie sehr unkompliziert und meistert mittlerweile auch Hundebegegnungen gut (nicht komplett entspannt, aber gut).


    Das ist auch in interessanter Punkt. Auch Lady verhält sich ganz anders, wenn ein (oder mehrere) Hunde auf dem Spaziergang dabei sind. Da verwandelt sie sich aus dem entspannten Einzelhund im Spielmodus mit uns zu einem angespannten Hütehund im Wach-Arbeitsmodus. Sie ist ein ganz anderer Hund, muss immer auf den/die anderen Hunde achten und wehe, da kommt ein weiterer "fremder Fötzel" dazu, der wird resp. würde - da ich es nicht zulasse - sofort vehement vertrieben. Und bleibt ein Hund aus der Gruppe zurück, wartet Lady entweder bis er aufholt oder wenn sie findet, er trödelt zu lange, geht sie ihn antreiben... er hat keine Wahl, er muss zurück "ins Glied". Da spielt sie dann den Hütehund voll aus. Umgekehrt ist es praktisch, wenn ein Hund dabei ist, der auf den Rückruf nicht hört, so wartet sie angespannt, ob er nach dem ersten Rückruf kommt, kommt er nicht und wird nochmals gerufen, ist sie schon sprungbereit und wenn ich ihr das Ok gebe, düst sie los und treibt ihn zurück... das hat sie von sich aus angefangen, als ich Dogsitting machte.

  • Hab mir lange Gedanken gemacht ob Miyu unverträglich ist oder ob sie einfach nicht kommunizieren kann (alle Abstufungen von Drohen fehlten ja als Junghund gänzlich, knurren tat sie das erste mal mit ca. 3 Jährig)


    Und ich denke tatsächlich, dass Miyu nicht einfach unverträglich ist auch wenn sie als Einzelhund wesentlich Glücklicher ist als in einer Gruppe. Sie kann einfach nicht hündisch. Wenn sie klarer sagen könnte "komm mir nicht so nahe" "geh weg" "das möchte ich (nicht)" dann würde sie nicht eskalieren, dann gäbe es kein Zoff, dann wäre sie durchaus verträglich auch wenn sie gewissen Raum braucht.


    Ab wann zählt ein Hund für euch als unverträglich?

  • Ich würde sagen, dass bei Alma es eine Mischung aus schlechten Nerven, damit Überforderung und schlechten Erfahrungen ist.

    Da ich sie nicht ab Welpe anhabe, ist das nur eine Vermutung.


    Sie ist ja auch nicht per se unverträglich. Eher das Gegenteil, sie findet eigentlich Hundekumpels klasse und ist da auch sehr sauber in der Kommunikation und geht Konflikt eher aus dem Weg. Wenn man ihr Zeit gibt, lässt sie sich mit fast jedem Hund "vergesellschaften".

    Beim unserem Hundesitter (die ja leider ausgewandert ist ;(), war Alma ja in einer grossen Gruppe (immer mehr oder weniger die gleichen Hunde) und lief da absolut Problemlos mit. auch wenn neue Hunde dazu gekommen sind.

    Sie orientiert sich da stark an der Gruppe.


    Bei unbekannten Hunden sieht das ganz anders aus und weil sie da so extrem unterscheidet, geh ich davon aus, dass es durch Erfahrung geprägt ist.

  • Ab wann zählt ein Hund für euch als unverträglich?

    Ich glaube, unverträglich ist als Wort eher unglücklich gewählt. Schöner fände ich von mehr oder weniger ausgeprägter sozialer Kompetenz zu sprechen ;)

    Im Tierheim zum Beispiel habe ich viele Hunde getroffen, die entweder die Kommunikation mit anderen Hunden nicht lernen konnten oder aufgrund von Lernerfahrungen / Fehlern in der Erziehung usw und so fort .... eher unpassende Verhaltensweisen im Umgang mit Artgenossen entwickelt haben. Deshalb würde ich aber nicht von "unverträglich" reden.

    Und dann gibt es halt auch Hunde (wie oben schon erwähnt) die tatsächlich die menschliche Nähe bevorzugen. Finde ich auch nicht schlimm. Cuba zum Beispiel würde ich jetzt gar keinen Gefallen tun, wenn ich ihr einen Sozialpartner aufzwingen würde.

    Der Hund braucht sein Hundeleben. Er will zwar keine Flöhe haben, aber die Möglichkeit sie zu bekommen.

    (Robert Lembke)

  • die entweder die Kommunikation mit anderen Hunden nicht lernen konnten oder aufgrund von Lernerfahrungen / Fehlern in der Erziehung usw und so fort .... eher unpassende Verhaltensweisen im Umgang mit Artgenossen entwickelt haben.

    Kann ich nicht bestätigen.

    Also das Unverträglichkeit immer mit schlechter Kommunikation einhergeht.


    Alma kommuniziert sehr höfflich und nett.

    Sie mag einfach nur keinen Kontakt mit "fremden" Hunden.