Wie wird ein Hund mutiger/selbstbewusster

  • Unabhängig von Problematiken die einen Hund als ängstlich gelten lassen.

    Wie wird ein Hund mutiger/selbstbewusster?


    Ideen, Tipps, Erfahrungen.. immer her damit :)

  • ....indem man Übungen mit dem Hund macht, bei denen er sich überwinden/anstrengen muss. Wenn er es dann geschafft hat, freut man sich riesig und feiert den Helden. Dann die Schwierigkeit immer etwas steigern.


    Beispiel: man hängt einen geliebten Dummy oder Ball mit der Schnur so über einen Ast, dass Hund sich etwas anstrengen muss, um ihn runterzureissen. Während seiner Versuche, wird er kräftig angefeuert.

    Weiteres Beispiel: Amiga getraut sich nicht durch halb geschlossene Türen zu gehen. Sobald sie die Tür mit der Nase aufdrücken muss, getraut sie sich nicht. Da auch anfeuern soviel wie geht.

  • ICh habe mit Dawn, die teilweise ja etwas ängstlich war, auch für gemeinsame Erfolgserlebnisse gesorgt. Sie musste ein paar Befehle ausführen, dann rannte ich mit ihr los zum Futterbeutel und dort bekam sie dann Futter. zb. War gleichzeitig halt angepasst auf einen sehr selbständigen Sichtjäger. Sie sollte möglichst viel und oft Erfolg zusammen mit ihr haben und nicht ohne mich.

    Parallel hab ich Dinge gemacht, bei denen sie eben nicht ängstlich war, bei ihr war das Wasser. Sie schwamm schon mit 12 Wochen durch Töss und Thur und ich habe das oft mit ihr gemacht, auch so, dass sie sich mal den Weg ans Ufer suchen musste. Sie war jeweils total stolz und zufrieden (natürlich mit viel Lob und Anfeuern). Freies Shapen find ich ebenfalls eine gute Sache. Oder natürliche Hindernisse meistern zb. im Wald nach einem Sturm oder wenn geholzt wurde.

    herzliche grüsse conny, jendayi und kalani mit nastassja und dawn im herzen

  • Situativ bringt das sicher viel

    doch auf das eigene Selbstbewusstsein, da frag ich mich ob ich bei Marvel zu ungeduldig bin oder es nicht so ansetzt. Er ist so ein Mimöschen. Manche Dinge löst er wirklich super. Er kann Dummys aus Hecken reissen, über alles mögliche drüber springen und das ist alles erlerntes Selbstvertrauen. Ist es aber nur eine klitzekleine Neuigkeit, ist er total Unsicher. Kein Angsthund im klassischen Sinne aber durchaus gestresst was er mit Kläffen zeigt.

  • Wenn Neues das Problem ist, kannst Du das grundsätzlich trainieren, indem er sehr oft Neues lernt - und dabei Erfolgserlebnisse hat. Irgendwann wird dann die Tatsache, dass da etwas Neues kommt, zur Gewohnheit. Ich bin sowieso dafür, möglichst abwechslungsreich zu trainieren - aber ich kleinen Schritten vorwärts zu gehen.


    Stress könntest Du minimieren, indem Du

    - der Ruhepol bist

    - verlässlich bist und Dinge für ihn regelst

    - klar Verhalten einforderst, das er in der Situation ausführen kann

    - Alternativverhalten etablierst

    - konditionierte Entspannung anwendest


    Ansonsten: Mimöschen wird immer Mimöschen bleiben. Akzeptier's und geniesse die guten Seiten davon. Ein leichtführiger Hund ist in manch einer Situation Gold wert.

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  • Er ist ultra super leichtführig und ja, als jemand der enorm grosses Interesse an Jagdverhalten hat, einen Hund zu haben der Jagdverhalten zeigt aber mit Flüstern zu führen ist, natürlich ein Träumchen. Mich stresst eigentlich nur, dass ich seinen Stress sehe. Wenn er los kläfft, sieht man es förmlich in den Augen. Auch wie sein Hirn dann "ausschaltet".

    Als Beispiel: Er kennt Mülltonnen, in diversen Ausführungen. Er kann sich aber immer wieder sehr willkürlich ab irgend einer ängstigen und auch wenn ich dann ohne weiteres darauf zu gehe und ihn ermutige sich das anzusehen. Kann es in 3 Wochen wieder willkürlich der Fall sein.

    Jeder Hund den ich bis jetzt hatte, auch Zelda, waren irgendwie Mimosen aber alle haben merkbare Fortschritte gemacht. Mit ihm hab ich das Gefühl, je älter er wird, je schlimmer wird alles.

  • Ist er denn in dem Moment ansprechbar? Kannst Du trainiertes Verhalten (z.B. ein Sitz, ins Fuss nehmen, angucken/sich abwenden, Gutzi suchen) abrufen, oder wie holst Du ihn aus der Situation?


    und auch wenn ich dann ohne weiteres darauf zu gehe und ihn ermutige sich das anzusehen

    Das kann für ein Sensibelchen eine ziemliche Strafe sein - er "muss" sich mit etwas Erschreckendem auseinandersetzen.


    Ich würde da wohl eher ein Anzeigeverhalten für "schreckliche" Dinge etablieren und das Abwenden markern und belohnen.

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  • Lady war schrecklich unsicher und ängstlich. Darum habe ich jeden Tag immer wieder kurz, aber über den Tag verteilt mit ihr kleine Übungen gemacht und ihr Aufgaben gegeben, von denen ich wusste, dass sie die Dinge kann und sie dann über "den grünen Klee" gelobt, mich übertrieben gefreut, wenn sie es richtig gemacht hat. Sie hat sich dann auch richtig gefreut und war sichtlich stolz. So traute sie sich mit der Zeit dann auch mehr zu und wurde von mir natürlich dafür sehr belohnt und zwar sowohl verbal als auch mit kleinen Spielen usw. kurzum, mit Dingen, von denen ich wusste, dass sie sie liebt und als Belohnung empfindet.

    Nach 18 Monaten wurde aus meiner schrecklich ängstlichen, unsicheren Hündin ein selbstbewusster Hund (böse Zungen behaupten, ich hätte sie rotzfrech gemacht und total übertrieben mit meinem Selbstbewusstsein-Training :biggrin: ), die seither ohne Stress und eben mit sehr viel und ja, manchmal zuviel Selbstbewusstsein durchs Leben geht.

  • Ich denke, Selbstbewusstsein hat auch mit Selbstbestimmheit / Entscheidungsgewalt zu tun, mit Möglichkeiten, Bedürfnisse selber zu stillen.

    Ich persönlich würde da bewusst versuchen, Raum zu geben, z.B. auf dem Spaziergang mal einfach den Hund entscheiden lassen (im Rahmen des Möglichen natürlich, und gesichert ;-) ), mal mit ihm seine Welt entdecken. Oder halt auch daheim öfters einfach machen lassen, wenns irgendwie geht (klar nicht das Sofa anknabbern lassen). Auch da sind wir mal wieder beim In-Thema Bedürfnisbefriedigung ;-) und ganz konkret eben soweit möglich selbstbestimmte Bedürfnisbefriedigung. (Gut möglich, dass du das eh schon machst, Magi.)


    Und mal versuchen, schon im Kleinen zu erkennen, wo Marvel bereits ein Quäntchen Mut braucht (bevor es völlig zu Angst oder Unsicherheit wird), und ihn da ganz fest bestätigen, wenn er von sich aus die Situation gemeistert hat. Und wenn du mal ein bisschen weisst, wo er nur wenig, aber doch ein bisschen Mut braucht, solche Situationen suchen. Grad so an der Grenze der Komfortzone, dort ist der Lerneffekt am grössten ;-)


    In extremeren Situationen (wie der Mülltonne) würde ich ebenfalls mit Belohnen und Weggehen arbeiten, respektive Klick für Blick und dann aber weg.

    It's a dog's inalienable right to get dirty.

  • Ich würde auch nicht drauf zugehen auf das Grusselige sondern Geduld zeigen und mit CfB arbeiten.

    Vür sensible Hunde kann das akive drauf zugehen, Stress erzeugen, weil sie in der Verarbeitung noch gar nicht so weit sind, sich mit dem Konfliktreiz auseinander gesetzt zu haben.


    Ich belohne das was der Hund anbietet. Ich forme kein Verhalten, sondern nehme das was der Hund zeigt. Steht er nur und guckt, merker ich das, will er weg vom Reiz, dann marker ich das. Alles positive wird belohnt, so lernt der Hund auch selbstständig Lösungstrategien zu wählen für zukünftige Konfliktsituationen.

  • Lady gehört ja auch zur hypersensiblen Fraktion. Als Junghund verunsicherte sie alles, was z.B. anders war als am Vortag... Da standen plötzlich Müllsäcke auf dem Trottoir, aber am Vortag standen doch keine gefährlichen Säcke dort =O Also konnte sie nicht zu diesen "gefährlichen Objekten" hingehen und schon gar nicht daran vorbei... sie musste bellen und stehen bleiben! Ich bin dann ohne sie zu den Müllsäcken hin, hab mit ganz hoher Stimme denen gesagt, wie lieb sie sind, hab sie gestreichelt und Lady ignoriert. Nach einer Weile konnte sie sich beruhigen und traute sich dann langsam auch näher zu kommen und zu diesen "bösen" Müllsäcken, schnupperte und ja, die taten ihr wirklich nichts :D Und so hab ich furchtbar viele Dinge gestreichelt, die normale Menschen nie streicheln, aber Lady lernte dadurch, dass die ganz ok sind... Natürlich hatte sie auch Panik vor dem Tram und das konnte ich nicht streicheln... Da musste ich wirklich mit Geduld jeden Tag einfach hinstehen und sie gucken lassen, erst auf Distanz und immer näher, aber eisern jeden Tag. Zu nahe brachte nichts, da konnte sie nicht gucken am Anfang, die Angst war zu gross.

    Übrigens darf Lady schon von Anfang immer wieder ihre Wege selber wählen, also wo wir laufen. Sie geht dann bis zu einer Weggabelung, bleibt stehen, macht Blickkontakt, ich sage, wo möchtest du laufen und sie geht dann in einen Weg rein, bleibt wieder stehen, schaut mich an, ob es ok ist und ich bestätige entweder oder sage, heute nicht und zeige, wo wir laufen. Lady liebt das selber den Weg auswählen und tut das inzwischen ganz selbstverständlich und sehr bestimmt.

  • Unabhängig von Problematiken die einen Hund als ängstlich gelten lassen.

    Wie wird ein Hund mutiger/selbstbewusster?


    Ideen, Tipps, Erfahrungen.. immer her damit :)

    Ideen & Tipps konnte ich nicht geben, weil mit Elia war nötig sehr vorsichtig vorzugehen. Geduld und Nachsicht war der höchste Gebot. Aber wir sind mit ihr sehr ähnlich vorgegangen wie Anne & Vaku erwähnte und dies mit einem Hund, der ein Traum erlebt hatte. So hat es auch bei ihr geklappt. Elia ist heute ganz anders als wenn wir sie abholten. Sie ist sehr selbstbewusst und mutig, bleibt aber einigermasse vorsichtig, was uns auch rechts ist.


    Ihre unheimliche Angst von grosser Tasche haben wir auch "fast" im Griff. Sie knurrt nicht mehr Leute an, die eine grosse Tasche tragen (wie die Schützer). Sie hat keine Angst mehr von Koffer oder Rücksäcke, die am Boden liegen. Aber letzten Montag in der Schützenstube hat sie doch wieder so eine Schützertasche, die am Boden lag angeknurrt. Dieses mal haben wir ignoriert und ihr Kissen fast daneben gelegt. 10 Minute später lag sie dort, wie da nichts wäre! Riesenerfolg!:)