Stopp-Pfiff aufbauen

  • River kennt ein Stopp-Kommando auf Distanz und führt das auch ziemlich zuverlässig aus, aktuell so auf ca. 10 m (weil sie sich gar nicht wirklich weiter von mir wegbewegt). Nun möchte ich das gerne mit der Pfeife verbinden. Habe aber absolut keine Ahnung, wie ich das machen soll :D Sie kennt die Pfeife als Rückruf (2x kurzer Doppelpfiff) und reagiert darauf prompt, ich habe aber das Gefühl, dass ihr egal ist, dass das ein Doppelpfiff ist, und mehr so - oh, Pfeife, LeParfait, her damit! Und entsprechend ist ihre Reaktion auf jedwelchen Pfiff einfach mal anzurennen...


    Habt ihr Tipps, wie ich den Stopp-Pfiff aufbauen könnte?

    It's a dog's inalienable right to get dirty.

  • Lustig, ich überlege mir momentan genau das selbe^^Meine kennt auch Rückruf mit 2kurzen Pfiffen. Ich möchte ihr nun das bleiben bei einem langen Pfiff beibringen. Ich habe schon so ein paar Ideen wie ichs versuchen könnte. Dachte halt an sowas das immer auf das bleib der lange Pfiff folgt. Irgendwann würde ich dann das Kommando wegnehmen und nur noch mit dem Pfiff festigen. Da muss der Hund halt ev. von einer anderen Person gehalten werden. Dazu dann nach dem belohnen denn Hund aber auch regelmässig mit 2kurzen Pfiffen zurückrufen, damit er den Unterschied merkt. Eine andere Idee wäre, dass ich die Führleine am Hund lasse (sie läuft sehr ungern wenn sie die Leine dran hat), und lange Pfeiffe. Will sie zu mir kommen, sage ihr ihr unser bleib Kommando. ANschliessend werfe ich Leckerlies zu und rufe mit 2kurzen Pfiffen ab, damit die den Unterschied merkt.:noidea:Keine Ahnung ob das so klappt....Würde deshalb auch noch gerne wissen wie es andere Aufgebaut haben.

    Es gibt so viele Hunde auf dieser Welt! Was für ein Zufall, dass ich den schönsten habe:0herzsm0:

  • Ich hatte auch den Gedanken, das bereits sitzende Stopp-Kommando und den Pfiff zu verbinden, allerdings andersrum - zuerst der Stopp-Pfiff, dann gleich das Kommando, und dann gleich Belohnung, also logischerweise am Anfang nah bei mir. Diese Reihenfolge deshalb, dass im Hundehirn läuft "ah, der Pfiff, ich weiss was jetzt gleich noch für ein Kommando kommt..."


    Aber eben, bin gespannt, was noch so für Trainingsansätze kommen.

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  • Es gibt viele Wege nach Rom auch beim Stoppfiff.


    Weiss nicht ob es nach Fichtelmeier ist oder woher es kommt aber das eine wäre

    das Sitz im Fuss in der Grundposition immer mit Pfiff zu unterlegen = Konditionierung auf Position Sitz+Geräusch

    Hier ist es schwierig das auf Distanz rein zu bringen und nicht den Hund in die Grundposition zu holen.


    Nach T. Schnatz wäre es, grosse Kekse in die Hand, Werfen und wenn der Hund gefressen hat und sich umdreht schon den nächsten Wurf "imitieren". Irgendwann setzt sich der Hund in Erwartungshaltung und kommt nicht zu dir ran. Auf diese dann ein Pfiff einbauen.

    Konditionierung auf Distanz-Erwartungshaltung


    S. Reineke macht es mit teilweise körperlichem "druck" und Sitz sollte der Hund schon kennen.

    Keks werfen, fressen lassen, Pfiff erfolgt - Hund schaut - du sagst sitz
    wird Sitz angenommen wird Keks hinter den Hund geworfen, wird er nicht angenommen gehst auf den Hund zu bis er sitzt und du belohnen kannst.

    Es wird dann sehr schnell in kleineren Ablenkungen gepiffen und sitz gesagt um dann möglichst hinter dem Hund zu belohnen
    Also auf den Pfiff das Kommando sitz konditioniert


    Wenn dich eines davon mehr interessiert kann ich versuchen es genauer zu erklären bzw auch Videos zu suchen etc.

  • Für das Dummy habe ich es nach T. Schnatz aufgebaut.


    Der Hund läuft auf dich zu und du wirfst den grossen Keks hinter ihn. Hat er ihn gefressen geht deine Hand wieder hoch, bis er sitzt. Ramona hat das schon gut beschrieben. Für diesen Aufbau hätte ich eventuell sogar Videos, müsste ich schauen.


    Für Begleithund hab ich es anders aufgebaut. Er kannte das "steh" schon. Ich hab ihn Vorsn gesendet, Pfiff, Kommando Steh hinterher, sofort aufgelöst bei Reaktion (noch nicht das Steh, aber das "wahrnehmen, ich will was von ihm" und dann die Bestätigung immer weiter rausgezögert. Im nächsten Schritt dann ohne verbales Kommando

    Herzliche Grüsse Jessy mit Chiara

  • Ach, was mir gerade noch durch den Kopf ging, ist eigentlich nicht sehr wichtig, aber was mich am Aufbau von T. Schnatz oder allgemein von vielen Trainer bisschen gestört hat.


    Ich baue Übungen gerne so auf, dass das Setting stimmt. Beispiel aus der Unterordnung, trainiere ich die Positionen die irgendwann dann auf 30 Schritte frontal zu mir sind, baue ich die von Anfang an frontal auf. Die Positionen, welche neben mir am Bein sind, werden nie auf Distanz trainiert, sondern immer neben mir. Anfang bin ich zwar zu ihm gewandt, drehe mich aber immer weiter Richtung richtige Position.


    Beim Stopp-Pfiff ist es ja so, dass ich den Hund eher selten bis nie abstoppe, wenn er in meine Richtung läuft, meistens muss man den Hund ja stoppen, wenn er sich von mir weg bewegt. Deshalb habe ich fürs BH dann einen anderen Aufbau gewählt

    Herzliche Grüsse Jessy mit Chiara

  • Chiara

    Gute Anmerkung, sollte man sich sowieso mehr achten.

    Wie der Hund am Ende steht, weg vom Mensch oder zum Mensch. Usw.


    Wurde bei und schon in der Junghundeschule gesagt beim Abbruchwort.

    Das man es in Bewegung übt, stehend, nicht sitzend usw. Usw.😉😊

  • Meine Trainerin im Plausch-Dummy baut den Stopp-Pfiff als eine Art "warte" Kommando auf.

    Also, Hund absetzen, Kommando "warte" und dann zusätzlich den Stopp-Pfiff. Am Anfang ganz nah und den Pfiff auch immer mal wiederholen, während man vom Hund weg geht. Das "warte" sollte natürlich schon sitzen.

    Dann kann man das weiter so ausbauen, bis der Hund begriffen hat, dass Stopp-Pfiff = warten an der Position, wo der Hund gerade ist, bedeutet. :)

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    Alle Tiere mit Ausnahme des Menschen wissen, dass der Sinn des Lebens darin besteht, es zu geniessen.


  • Lustig, ich würde das mit Jimmy auch gerne aufbauen, bin mir aber unsicher, wie vorgehen. Rückpfiff (Doppelpfiff) kennt er und funktioniert sehr zuverlässig. Wenn er sich von mir wegbewegt kann ich ihn bis auf +/- 25 Meter meist zuverlässig (je nach Ablenkung/Reiz) mit dem "Stopp"-Kommando stoppen.

    Ich hatte mir überlegt, ihn zu Übungszwecken neben mir stoppen zu lassen, dieses verbale Kommando mit einem langen Pfiff zu markieren, LeParfait. Langsam die Distanz vergrössern. Wäre dann wohl so ähnlich wie von LaraLiina beschrieben, einfach, dass ich ihn nicht absetze sondern stehen lasse (weil er dann ja auch aus der stehenden, "aufrechten" Position - ich hoffe, ihr versteht wie ich das meine - gestoppt werden sollte... so meine Überlegung).

  • Ich kenn Stoppfiff über Belohnung auf Distanz bei der man den Hund von sich weg belohnt - z.B. durch einen Ball (oder geworfene Kekse die den Hund am Ort halten).

    Die meisten Hunden stoppen fast schon automatisch bei der Wurfbewegung.

  • Wow, danke euch allen für die tollen Inputs und Ansätze! Da muss ich mich etwas vertiefter mit auseinandersetzen damit ich einen Plan hab, wie ich das üben will :D

    It's a dog's inalienable right to get dirty.

  • Möchtest du den Hund in eine Erwartungshaltung bringen
    also Belohnung erfolgt nach hinten?

    Dann hast du etwas für den Sportlicheren Bereich


    Möchtest du Stoppen können für den folgenden Rückruf, weil Stehen bleiben einfacher ist als abwenden von z.b. Jagdbarem

    dann sollte die Erwartung in deine Richtung sein


    wie Jessy schreibt, ist die Position und die Erwartung durchaus je nach dem relevant.

  • Ich hab für mich beschlossen, dass ich den Stopp-Pfiff einfach als Halt-Signal (so, wie ich das im Moment mit Wortsignal "Halt" habe) haben möchte. Also einfach: Halt da an, wo du bist, und setz dich hin. Ob sie sich dabei zu mir umwendet ist mir eigentlich egal. Ziel wäre dann natürlich, dass das auch unter gesteigerter Ablenkung klappt.


    Da ich noch keine Ahnung habe, ob ich den Pfiff überhaupt jemals im Sport "korrekt" brauchen werden, und in welchem Sport dann, passt das so für mich.


    Jedenfalls hab ich dann einfach ganz unbedarft und naiv mal ein bisschen ausprobiert ;-) Ich habe angefangen, vor dem Halt-Signal (das sie als Wort mit Sichtzeichen kennt) jeweils kurz sanft lange zu pfeifen. Und langsam schnallt sie's. Ich gebe natürlich auch noch das deutliche Handsignal dazu.


    ... Aber eben, das Halt-Signal kannte sie eh schon. Das hat sie mir ehrlich gesagt ziemlich geschenkt ;-) Da kann ich gar nicht wirklich von Aufbau meinerseits sprechen.


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  • Finde ich cool ^^

    Das Stopp oder bei dir Halt Signal haben wir auch und ich bin schon einige male froh darum gewesen :) Er Stoppt sogar bei Hunden (wenn ich diese nicht gesehen habe) Wenn er Katzen nach springen möchte, Stopp funktionier IMMER! ein Klasse Kommando :nicken: Würde ich bei jedem (zukünftigen) Hund beibringen :smile:

  • Nachdem ich den Stopp-Pfiff jetzt öfters (nicht immer) mit fliegendem Spieli oder Futterbeutel belohne, geht das Fudi mittlerweile schon ein bisschen schneller runter ;-) Der Tipp kam ja hier auf und hab ich jetzt mal aufgenommen, weil Mademoiselle sich immer so zögerlich hingesetzt hat. Sitz ist aber sowieso ein kleinerer Kampf mit ihr :k_irre: Anhalten auf Pfiff, also stehenbleiben und umwenden, macht sie aber zuverlässig und heute sogar beim Hinrennen zu einem vorher geschmissenen Spieli :yeah:

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