Beiträge von Tabasco

    Eine grundsätzliche Überlegung wäre für mich: Will man den Hund während des Trainings an der Leine führen, oder möchte man ihn hauptsächlich frei laufen lassen.


    Das frei laufen lassen, hat den grossen Vorteil, dass man sich gegenseitig nicht so stark anpassen muss, sprich der Hund kann auch mal kurz schnüffeln oder auch rennen. Gerade für den Mensch ist es beim Training auf ein bestimmtes Ziel ja auch wichtig, dass man meistens seinen Rhythmus frei wählen kann.

    Wäre das wünschenswert, würde ich bei der Rassenwahl darauf schauen, dass es ein Hund wird, bei dem dies rassebedingt einfacher möglich ist.

    Glaub da unterschätzt du die Retriever ordentlich, wenn sie als Jagdhund gezüchtet werden ;) aber es sind eher Sprinter. Kompakt und quadratisch gebaut, und eher für sehr schnell raus, sehr schnell zurück und dann bis zum nächsten Retrieve wieder ne kleine Verschnaufpause.

    Zumindest der Flat ist nun wirklich nicht kompakt und quadratisch gebaut.😉

    Ich kenne jemanden, der nun schon mit dem dritten Flat Coated Retriever sehr viel unterwegs ist. Seine Joggingrunden haben nicht Marathonlänge, aber anderthalb Stunden sind sie schon auch aufs Mal am Laufen.


    Mit der vielen Bewegung waren/sind die Hunde jeweils genügend ausgelastet, so dass alle sehr angenehm im Umgang waren/sind. Und alle konnten problemlos ohne Leine geführt werden. Bei so langen Strecken finde ich das ein wichtiger Punkt, sowohl für den Hund wie auch den Besitzer.


    Ist halt einfach nicht Kurzhaar, aber das Fell ist pflegeleicht.

    Ich war mit Hund in Tschechien. Das ist aber schon etwas länger her (im 2006). Wie‘s mit Unterkünften aussieht, kann ich nicht sagen. Wir schliefen im Dachzelt, manchmal wild, manchmal auf einem einfachen Campingplatz, wo der Hund kein Thema war. Ins Restaurant nahmen wir ihn eh nie mit, so dass ich dazu auch nichts sagen kann.


    Zum Landschaftlichen: Mit gefällt der Osten Deutschlands besser als Tschechien. Er ist abwechslungsreicher. In Tschechien fand ich eigentlich nur das Grenzgebiet zu Deutschland reizvoll. Der Rest ist viel Landwirtschaft und Wald.

    Mein erster (Familien-) Hund zog vor 40 Jahren ein. Ja, es hat sich in dieser Zeit viel geändert. Aber dass die Besitzer früher besser zu ihren Hunden schauten, finde ich nicht. In den 80er Jahren liess man die Hunde meist „einfach machen“. Wenn jemand mit seiner läufigen Hündin draussen war, musste der Besitzer selber schauen, wie er die Rüden los wurde. Den Hund anleinen, wenn ein angeleinter entgegen kam? Selten. Nur, wenn man aus Erfahrung wusste, dass die beiden Rüden sich sonst verkloppen würden.


    Da es damals aber viel weniger Hunde (zumindest Hunde, die spazieren geführt wurden) gab als in den letzten Jahren, funktionierte das Miteinander trotzdem. Man war den Hunden und ihrem Verhalten gegenüber toleranter. „Ach, es ist doch normal, dass der Hund die Katze auf den Baum jagt.“ Oder: „Selber schuld, wenn er dich gezwickt hat. Man geht nicht zu fremden Hunden!“


    Ich glaube, es hat mittlerweile einfach so viele Hunde, dass es kaum mehr Raum für nichtperfektes Verhalten (von Hund und Besitzer) gibt.

    Vaku


    Komm doch einfach mal an eine Ankörung hier in der Schweiz, ist immer zweimal im Jahr in Schöftland und eigentlich immer auch mit einer Nachzuchtkontrolle verbunden. Das gibt doch einen schönen Einblick in die verschiedenen Zuchten aus der Schweiz. Daten dafür findest du auf der Club Homepage oder dann fragst du hier bei mir nochmals nach. Die Züchter die vor Ort sind, dürfen immer ausgefragt werden.

    Die Ankörungen fand ich auch sehr interessant. Da gibt es so viel zu sehen, zu hören (schon nur wenn man den umstehenden Züchter/Liebhaber bei der Ankörung eines Hundes zuhört). Ich habe die dort anwesenden Menschen fast immer als sehr offen gegenüber Fragen aller Art empfunden.

    Auch die Ankörungen selber waren interessant. Da wurde beispielsweise bei der einen Rasse darauf geschaut, wie sich der Hund gegenüber einem auftauchenden Fremdhund verhält.

    Tabasco: ich gebe zu, das verstehe ich nicht. Magst du jetzt plötzlich keine Hunde mehr oder wie? Wenn ich ohne Hunde unterwegs bin und einer kommt zu mir, so freu ich mich genauso darüber wie wenn ich mit Hunden unterwegs bin, natürlich vorausgesetzt der Hund kommt nicht in "böser" Absicht.

    Was hat mein Beitrag mit „plötzlich keine Hunde mehr mögen“ zu tun?


    Nur weil ich im Moment keinen eigenen Hund habe, hat sich meine Meinung, Hund geht nicht ungefragt zu fremden Menschen, nicht verändert.

    Ich finde es einfach unhöflich. Es gibt Menschen, die haben Angst. Oder man trägt saubere Kleidung, auf die man keinen Hundesabber haben will. Und um die Beine wuseln kann schnell gefährlich werden, wenn man dabei über den Hund stolpert.


    Wenn beide - Hund und Mensch - eine Kontaktaufnahme wünschen, dann ist alles gut. Aber nur dann.

    Ich habe jetzt ja meistens Hundebegegnung, ohne dass ich mit einem Hund unterwegs bin.

    Als Nicht-mehr-Hundehalter eine Bitte an die Hundehalter: Schaut doch bitte, dass die Hunde nicht zu fremden Menschen gehen. Mit Tabasco an der kurzen Leine haben die meisten HH ihren Hund zu sich genommen. Aber nun, wo ich ohne Hund unterwegs bin, machen das viele nicht. Wenn der Hund mich nicht beachtet, stört es mich nicht. Wenn einem der Hund aber entweder seine Schnauze ans Bein drücken will oder einem vor und um die Beine wuselt, ist das nicht nur lästig sondern auch absolut unhöflich.

    Wenn Herrchen und Frauchen auf der Bank sitzen und der grosse Hund ohne Leine mitten auf dem Weg steht und einen beim Entgegenkommen anstarrt, ohne dass die Halter reagieren, hört die fremde-Hunde-Liebe spätestens auf.

    Alles heute erlebt.

    Ich würde nur eine Hundeschule wählen, die Zugang zu einem eingezäunten Platz hat. Natürlich macht es Sinn, für manche Dinge nach „draussen“ zu gehen. Aber wenn man sich immer auch noch um die Umgebung kümmern muss, statt sich voll auf den Hund konzentrieren zu können, wird es anstrengend. Gerade mit einem etwas „eigenwilligeren“ Hund kommt sonst beim Besitzer schnell Unsicherheit auf, die der Hund natürlich dann merkt.

    Aber allgemein sind halt 8 Wöchige eher HH orientiert, kleben mehr, weniger selbstständig usw.

    Mein Tabasco kam mit gut 8 Wochen zu mir. Der klebte von Beginn weg nicht. Kein Folgetrieb.


    Die Züchterin war sehr froh, konnte sie die Welpen (bis auf einen) zu diesem Zeitpunkt abgeben. Die Mutter kümmerte sich eher nachlässig um die Erziehung der Kleinen (wahrscheinlich bedingt durch die Kaiserschnittgeburt), so dass die Welpen schon fast am Verwildern waren. Die anderen Hunde im Rudel wollten altersbedingt (entweder zu alt, sprich, sie zogen sich zurück oder in der Pubertät) nicht bei der Erziehung mithelfen.

    Als Tabasco jünger war, arbeitete ich mit ihm auch in den Ferien.

    Wir machen unterwegs-Sein-Ferien, sind also jeden Tag an einem neuen Ort. So waren die meist nur kurzen Spaziergänge für den Hund zwar olfaktorisch sehr abwechslungsreich, und auch die eine oder andere Stadtbesichtigung gaben ihm neuen Input. Gleichzeitig liebte Tabasco es, mit uns zusammen zu „arbeiten“. Von dem her gab es fast jeden Tag eine kurze Arbeitssequenz, sei es UO, ein paar Tricks oder meinen versteckten Mann suchen gehen. Und natürlich flog auch ab und zu der Ball. Gerade an Orten mit grundsätzlicher Leinenpflicht konnte ich ihm damit auch (kontrolliert) das Rennen ermöglichen.

    Im Alter hatte sich das geändert. Da waren die wirklich nur noch kurzen Spaziergänge an immer neuen Orten und das unterwegs Sein genug, um ihn voll auszulasten. Ausserdem wir haben auch geschaut, dass gewisse Rituale bestehen bleiben. Ich bin froh, hatte er so bis zuletzt sehr Freude an unserer Art des Reisens.

    Aber ich wäre für Brauchbarkeitsprüfungen für die Ankörung, für Leistungstest und für eine Genehmigung für Verpaarungen.

    Wenn man sieht, was die FCI mit all ihren angegliederten Rassen zustande gebracht hat, kommen mir Bedenken, wenn es auch noch für Verpaarungen und Leistungstest eine Genehmigung brauchen würde. All diese Richtlinien und Reglemente haben bis heute zwar (vor allem optisch) einheitliche Hunde hervorgebracht - aber zu welchem Preis für viele Rassen?