Beiträge von Feder

    Wir hatten früher zu Hause einen Westie. Und die hat gejagt. Katzen, Hühner und bestimmt auch anderes, hätte sie es zu Gesicht bekommen oder hätten wir sie nicht an der Leine gehabt. Wenn wir mit ihr z.B. an einer Katze vorbei gekommen sind (wir hatten sehr ländlich gewohnt), ist die gleich ins totale Jagdfieber gekommen. Schalter umgelegt. Unansprechbar. Wir haben gelernt damit umzugehen. Meine Mutter hatte viel mit ihr geübt (das war in den 1980er-Jahre und war damals nicht selbstverständlich), der Rückruf war (eigentlich!) sehr gut, was uns vermutlich einiges erspart hat. So konnten wir sie zurückrufen, wenn WIR ein mögliches jagdbares Objekt vor ihr gesehen haben. Wenn nicht, dann war sie weg. Das ist ein paar Mal vorgekommen. Auch wenn ihr dann das Tier entwischt ist, sie war total berauscht und ist noch ewig kopflos und hysterisch winselnd durch die Gegend geflitzt. Bis sich das Adrenalin gelegt hat. Dann ist sie zurückgekommen. Oder wir mussten sie suchen gehen.


    Diese Erfahrung hat mich sicher geprägt und als es dann darum ging, ob Jimmy unser Hund werden sollte, spielte der Fakt, dass sein Vater ein Niederlaufhund ist, eine untergeordnete Rolle. Im Moment kann ich auch nicht sagen, wie stark sein Jagdtrieb ist. Der ist vorhanden, ganz klar. Doch bin ich der Meinung, dass alle Hunde den haben, die Frage ist eher, wie stark ausgeprägt. Im Moment ist Jimmy meist an der Schleppe. Weil der Rückruf nicht klappt. Ob der jetzt nicht klappt weil Jimmy starken Jagdtrieb hat oder einfach aus anderen Gründen sei dahin gestellt. Laufe ich mit ihm z.B. an einer Katze vorbei, schaut er wohl, lässt sich dann aber ganz einfach ablenken. Kein Ziehen, kein Winseln oder Jammern. Siebenundreissig Krähen interessieren ihn nicht - und dann die 38igste löst aus. Meist kann ich ihn verbal stoppen, ganz selten nur haut es ihn in die Leine.

    inhii : hast du die Besitzerin des Border-Appenzeller-Mixes mal angesprochen? Damit fahre ich im Grossen und Ganzen ganz gut. Wenn ich unsere Situation erkläre reagieren die meisten verständnisvoll. Heute z.B. sind wir einem von Jimmys "Horror"-Hunden begegnet. Ein Bolonka-Rüde (ja, ich weiss, ein Winzling doch für Jimmy ein "Feindbild"). Die Besitzerin kennt unsere Geschichte und bleibt immer schön stehen und mittlerweile hat sich Jimmy so weit damit abgefunden, dass seine Bellerei den kleinen Wuschel nicht in die Flucht schlägt, dass er sich nach wenigen Augenblicken beruhigt und ich ihn ansprechen kann. Ein "Babystep", doch jede Reise fängt bekanntlich mit einem ersten Schritt an.

    Claudia : vor einiger Zeit hat Jimmy im Freilauf meinen Rückruf ignoriert und ist zu einer uns bekannten Hündig gestürmt. Die Besitzerin weiss um unsere Schwierigkeiten und was tut sie: begrüsst ihn überschwenglich und heizt ihn damit nur noch mehr an. Für Jimmy auf der ganzen Linie ein Erfolgserlebnis. Was hätte ich mir gewünscht, sie hätte ihn mal so ordentlich in den Senkel gestellt. Doch der ist ja so ein Lieber! Dem kann man nicht böse sein! Ja, ich schäme mich in solchen Situationen auch in Grund und Boden.

    Ich habe mir die Frage, ob sich bei mir vielleicht von mir unbemerkt kleine Inkonsequenzen eingeschlichen haben, mehrmals gestellt. Und kann es ausschliessen. Auch zu Hause, da bin ich sehr konsequent mit ihm. Wie ich es drehe und wende, ich denke Vaku kommt der Sache am nächsten: ich bin zu verbissen, gehe mit zu viel Druck an die Sache ran. Das ist auch gefühlsmässig das, was sich in den letzten Wochen bei mir verändert hat. Mir ist die Lockerheit abhanden gekommen. Habe angefangen uns mit anderen zu vergleichen. Und nur noch das gesehen, das die anderen besser können. Ehrlich gesagt ist mir das erst durch die Schreiberei hier im Forum bewusst geworden.


    Abwechslung könnte helfen. Wir hatten ja während doch einiger Zeit den Futterbeutel dabei, da Jimmy draussen aber immer so abgelenkt war und wir den Radius nicht über die Strecke von und zu unserem Haus ausdehnen konnten, habe ich das sein gelassen. Da er seit rund acht Wochen konzentrierter bei der Sache ist, hatte ich den wiederbelebt. Und siehe da, Jimmy hat ihn auf unserer ganzen Runde zuverlässig zurückgebracht. Habe mich schon gefreut, doch dann hat er plötzlich angefangen den Beutel/mich gegen andere Hunde zu verteidigen. Da wir ja noch die Baustelle "Leinenaggression" offen haben, war mir das dann eine Nummer zu viel und ich habe den Beutel wieder in der Schublade gelassen.


    Das mit den hochwertigen Belohnungen finde ich so eine Sache. Ich hatte schon alles dabei: getrocknete Lunge, sonstiges "Trockenfleisch", LeParfait, Katzenfutter, Käse, Cervelat, Frolic, etc., etc. Abgewechselt. Alles hat irgendwann den Reiz verloren. Zudem finde ich auf die Frage "wieso soll dein Hund zurückkommen?": weil ich es so will. Weil ich der Chef bin. Weil ich meinen Hund durch die Menschenwelt führen muss. Da darf es meiner Meinung nach keine Rolle spielen, welches Futter ich im Hosensack habe.


    Jimmy ist ja nicht nur Laufhund, er ist ja zu gleichem Anteil Appenzeller. Und da decken sich meine Beobachtungen/Einschätzungen mit denen von Psovaya Borzaya. Jimmy jagt. Doch nicht dieses "total ausgetickte" Jagen. Bei Jimmy steht immer die Übersprungshandlung am Beginn einer Jagd. Eine Hündin, die ihn abweist. Ein Spiel, das überbordet. Und doch wäre es Augenwischerei zu behaupten, dieser Hund jagt nicht. Und nur weil er noch nie "total ausgetickt" ist, heisst das nicht, dass er es nicht kann. Das Potenzial hätte er.


    Vorhin war ich mit Jimmy draussen, meine mittlere Tochter vom Training abholen. Während wir warteten haben wir, also Hund und ich, auf dem Sportplatz gespielt. Kong-Werfen. Es hat super geklappt, er muss dann jeweils sitzen während ich werfe und darf erst auf Kommando los und ihn zurückbringen. Das Zurückbringen happert oft, doch heute in der Dunkelheit war die Ablenkung kleiner und wir haben fast eine halbe Stunde gespielt, er war voller Konzentration bei der Sache - es hat solchen Spass gemacht! Ja, er kann doch einiges. Wir werden am Rückruf dran bleiben. Und vorläufig auch an der Schleppe.

    Danke für euere Antworten.


    inhii : Glaub mir, er ist auf Hündinnen gestossen (oder eben gestiegen), die SEHR KLAR gezeigt/kommuniziert haben, dass sie das nicht wollen. Das war ihm egal. So nach dem Motto "ich muss nur lange genug probieren, irgend wann will sie". Er hält sich für schlicht unwiderstehlich.


    Vaku : was ist ein "Keep Going"-Signal? Oder was bedeutet das für dich und deinen Hund?


    Dass meine Ungeduld nicht eben förderlich ist, bin ich mir bewusst. Und ja, Jimmy kann Dinge, die andere der Junghunde, mit denen wir Kontakt haben, nicht können. Dafür bin ich dankbar. Die Königsdiszipin aber ist und bleibt für mich der Rückruf. Und da gebe ich mich nur mit einem Podestplatz zufrieden. Dass Druck Gegendruck erzeugt weiss ich ja. Das von aussen mal wieder zu hören, tut gut. Ist hilfreich. Man sieht sich ja nicht von aussen. Es holt mich auch wieder ein bisschen auf den Boden zurück wenn ich lese, dass andere hier auch einen mangelhaften Rückruf haben. Wobei ich mich ja nicht auf Wiesen und Pfaden bewege, auf denen nur Halter mit ihren vorbildlich zurückrufbaren Vierbeinern treffen. Wenn ihr ehrlich bin, kommen die wenigsten auf das erste Kommando zurück. Was die Halter mehrheitlich aber nicht zu stören scheint. Denn "wenn sie ausgepowert ist, kommt sie schon zurück" scheint zu reichen.

    Ich melde mich mal wieder mit einem kleinen Update. Seit meinem letzten Eintrag hier ist ja doch eine gewisse Zeit vergangen.


    Nachdem sich unser Rückruf kurz nach meinem Eintrag hier gefestigt hat, erlitten wir aber irgenwann den totalen Schiffbruch. Woran das liegt weiss ich nicht, zeitlich war das im Herbst. Obschon ich tagtäglich mit ihm geübt habe wurde ich das Gefühl nicht los, auf der Stelle zu treten. Jimmy war draussen immer sehr abgelenkt und unkonzentriert, musste jeder Fliege nachschauen, markieren, schnüffeln, alles immer eher hektisch. Rief ich ihn "einfach so" zurück, also nicht nachdem ich bereits ein paar Gehorsam-Übungen mit ihm gemacht habe ("Fuss"-Laufen, "warten", etc.), machte er einfach weiter als hätte ich nichts gesagt. In guten Momenten hielt er inne, schaute kurz zu mir, wandte sich wieder ab um dann langsam zu mir zu trotten. Mir wurde geraten die Belohnung zu varieren, Hochwertiges einzusetzten. Das habe ich versucht, gebracht hat es nichts. Jimmy hat teilweise kaum auf die Belohnung reagiert oder wenn dann hatte ich den Eindruck, es hat ihn vollkommen überrascht und vollends aus dem bisschen Konzentration, das er aufwenden konnte, geworfen. Gleiches galt für verbales oder taktiles Lob. Zu Hause allerdings bot er mir ein ganz anderes Bild, er konnte entspannen und auf seinem Platz liegen, die Zeiten, als er mir ständig nachlief waren hinter uns.


    Ende November hatte ich eine erste Privatlektion bei einem Trainer, der ohne Futterbelohnung arbeitet und der den Hund auch mal Konsequenzen spüren lässt, wenn er Kommandos ignoriert. Dazu habe ich mich entschlossen, da mein bisheriger Weg nicht zum Erfolg geführt hat. Jimmy ist ein Hund, der klare Ansagen braucht. Und ich meine SEHR klare Ansagen. Auch unter Artgenossen. Rüden konnten sich nach ein paar Versuchen durchsetzen, bei Hündinnen musste ich eingreifen, da war er total distanz- und respektlos, hat sie von jeder Seite bestiegen egal wie deutlich sie ihren Unmut kund getan haben.


    Die ersten Lektionen waren dann auch sehr erfolgreich. Wir haben an unserer Beziehung gearbeitet, meine Autorität wurde gefestigt. Kurz: ich hatte das Gefühl, wir bewegen uns endlich vorwärts. "Täglich grüsst das Murmeltier" - das waren tempi passati. Anfangs alles immer an der Schleppe. Dann meinte der Trainer, ich könne ihn von der Leine lassen. Anfänglich war ich skeptisch, traute der Sache (oder mir? Oder uns beiden als Team?) nicht. Doch es klappe. Jimmy kam zuverlässig zurück. Dann plötzlich hat er mich wieder angefangen zu ignorieren. Erst einmal. Dann zweimal. Ich zögerte ihm wieder die Schleppe ran zumachen. Und dann haute er mir ab. Ich war mit zwei "Hundebekanntschaften" und ihren Hunden unterwegs. Der eine, ein Flat, total gut erzogen, vorbildlich, abrufbar aus jeder Situation. Die andere, Hündin, Jimmys Freundlich. Goldie, mässig gut erzogen. Gemäss Besitzerin jagt sie nicht. Mit ihr ist Jimmy dann losgeflitzt, Krähen gejagt. Ganz plötzlich. Im Nachhinein weiss ich, dass ich viel früher hätte reagieren sollen, ihn anleinen. Das Spiel mit seiner "Freundin" hat ihn angeheizt, das habe ich wenige Augenblicke vor dem "Startschuss" noch gedacht. Und nicht reagiert. Dann war es zu spät, die beiden quer übers Feld. Der Goldie ist dann nach rund drei Minuten zurück gekommen, die Krähen längst weg - für Jimmy kein Grund zurückzukommen. Er rannte weiter querfeldein, suchte sich ein anderes Ziel, fand einen Graureiher, jagte den. Nach einer gefühlten Ewigkeit (die vielleicht 10 Minuten gedauert hat) kam er zurück. Danach blieb die Schleppe wieder dran.


    Nach wie vor üben wir täglich, Fokus auf dem Rückruf. Aber auch ihn sitzen lassen, weglaufen, mich verstecken (er muss sitzen bleiben), ihn aus dem "Sitz" zu locken, gleiches mit "Platz" - funktioniert gut (ok, mal besser, mal etwas weniger gut). Nur der Rückruf... Für mich muss der einfach sitzen. Im Moment bin ich ziemlich frustriert. Wie lange geht das, bis Jimmy zuverlässig zurück kommt? Was mache ich falsch? Es kommt mir so vor, als würden alle Junghunde, die bei uns unterwegs sind, mächtig Fortschritte machen. Nur wir bleiben stehen. Ich habe mir überlegt, ob ich den Rückruf neu aufbauen soll. Also ein neues Kommando dafür verwenden. Denn unser "zu mir" hat er ja schon x-mal ignoriert. Doch bringt mich das dem Ziel näher? Ändert das grundsätzlich etwas an unserem Problem? Was genau ist unser Problem? Bin ich einfach zu ungeduldig? Ist es wirklich zu hoch gesteckt wenn ich von meinem 17-monatigen Junghund erwarte, dass der Rückruf klappt? Ich bin ungeduldig. Und diesbezüglich ehrgeizig. Am liebsten würde ich den ganzen Tag mit meinem Vierbeiner auf dem Feld stehen und den Rückruf üben und üben und üben bis es klappt. Ich kann mich in etwas verbeissen - ist vielleicht das das Problem? Dass ich zu viel Druck mache?


    So, das ist jetzt ziemlich lang geworden (und doch habe ich ganz viel gekürzt!). Vielleicht mag ja jemand seine Gedanken "zu Papier" bringen, mich würde es freuen!


    Liebe Grüsse

    Solche Geschichten kannte ich immer nur vom Hören-Sagen und war froh, dass Hundebegegnungen mit Jimmy so "easy" sind. Dann kam der Tag X im vergangenen Herbst, ich mit zwei meiner Kindern und Hund unterwegs. Wir sahen eine Reiterin mit ihrem Hund (die uns kurz davor problemlos überholt hat) und eine andere Hundehalterin mit ihrem Vizsla knappe hundert Meter vor uns auf dem Feldweg stehen. Da der Weg mit Pferd, Frau und Hunden voll war entschloss ich mich, in die Wiese auszuweichen. Wir waren noch sicher vierzig Meter von der Gruppe entfernt als sich der Vizsla von der Gruppe löste und auf uns zugeschossen kam. Wie eine Furie. Lefzen oben, ich weiss gar nicht mehr ob er irgend welche Geräusch von sich gab. Pfeilschnell schoss er auf uns zu, ich versuchte Jimmy, der an der Leine war, hinter mich zu bringen, was natürlich nicht gelang. Ich probierte mich so gut es ging zwischen den Hunden zu positionieren, der Vizsla war dann hinter mir, versuchte durch meine Beine an Jimmy zu gelangen. Meine beiden Kinder riefen nur immer wieder ganz verängstigt "der will Jimmy beissen!". Dann kam die Besitzerin angerannt und ich dachte, jetzt ist es vorbei. Sie - und ich kann es bis heute kaum glauben was ich sah - versuchte mit dem kleinen Finger den Ring am "Gstälti" zu fassen, so dass sie ihren Rüden anleinen konnte. Was nicht klappte (was ja irgendwie auch absehbar war), der Hund riss sich wieder los und stürzte sich nun von der Seite auf Jimmy. Es dauerte nochmals eine gefühlte Ewigkeit, bis es der Besitzerin gelang ihr Tier anzuleinen. Ich habe keine Ahnung ob sie etwas zu uns gesagt hat, mein Herz hat gerast, der Adrenalinpegel bei Kinder, Jimmy und mir war hoch. Jimmy hat während der Aktion keinen Mucks von sich gegeben, seine Ohren und das Fell im Nacken waren voller Speichel vom Vizsla-Rüden, Bissverletzungen hatte er keine. Es dauerte einen Moment bis wir alle wieder runtergefahren waren.


    Seither sind Hundebegegnungen für uns eine Herausforderung. Kennt Jimmy den uns entgegenkommenden Hund nicht, wird er zur Leinenbestie. Er wirft sich in die Leine, stellt den Kamm am Kopf (er hat am Hinterkopf einen Streifen Fell, den er stellen kann), Lefzen hochgezogen, sabbert und ich bin froh, nur ein 15-Kilo-Tier zu haben. Total unansprechbar. Einzig Distanz hilft. Kann er zu dem fremden Hund hin, ist alles ok. Doch er kann nicht zu allen Hunden hin, das möchte ich nicht. Vor ein paar Tagen habe ich eine Frau mit zwei Volpinos, die uns gekreuzt haben (Jimmy wie üblich als wilde, schäumende Bestie in der Leine) gefragt, ob es ihr etwas ausmachen würde bei uns stehen zu bleiben bis Jimmy sich beruhigt. Sie hat eingewilligt und nach rund 10 Minuten hat Jimmy sich angefangen zu beruhigen, hat eingesehen, dass seine Bellerei ihn nicht zum gewünschten Ziel bringt. Nach ein paar weiteren Minuten hat er sich entspannt, ist sogar hingelegen. Ich habe mir vorgenommen, diese Taktik weiter zu verfolgen und hoffe, dass Jimmy so lernt, dass er einerseits nichts zu befürchten hat und anderseits, dass ihn sein Theater nicht zum Erfolg führt. Und ebenfalls gelernt habe ich, dass ich viel, viel vehementer gegen fremde Hunde vorgehen muss. Auch wenn mir das bereits "Schimpfis" von einer Hundehalterin eingebracht hat. Doch damals auf der Wiese war ich total überrumpfelt von den Ereignissen.

    Jimmy hat mit gerade mal fünfeinhalb Monaten angefangen das Bein zu heben beim Pinkeln. Anfänglich hat er noch ein wenig "bschissen" und sich Orte ausgesucht, wo er anlehnen konnte. Nach ein paar Tagen dann gings ohne Pinkelhilfe. Wenn ich ihn wecke für die letzte Pipirunde oder früh morgens setzt er sich allerdings hin wie ein Mädchen.

    Habe ihn letzte Nacht angeleint. Nicht die ganze Nacht, nur während der Zeit, die ich auf Toilette war. Ging ohne Jammern oder irgend etwas. Er hat es einfach hingenommen und friedlich weitergeschlafen. Um 6.30h bin ich mit ihm raus - tja, manchmal können Lösungen so einfach sein. Und ich frage mich, wieso ich nicht früher darauf gekommen bin.


    Allen einen schönen - und vielleicht sogar sonnigen - Tag und liebe Grüsse

    Das ist es ja, er weckt mich nicht. Im Sommer, als er Durchfall hatte, hat er mich geweckt. Anfänglich, als ich nicht geschnallt habe, dass er Durchfall hat, habe ich sein Anstupsen nicht gross beachtet (kurz hinter dem Ohr gekrault und ihn zurück ins Körbchen geschickt). Er ist dann aber nicht ins Körbchen sondern nervös rumgetigert und noch ein paar mal zu mir gekommen. Ich Ignorant hab es immer noch nicht kapiert, so dass er am Ende rein gemacht hat. Auch aufgrund dieser Erfahrung schliesse ich eigentlich auf einen "Tick" und nicht auf ein "Müssen". Denn er schläft ja friedlich in seinem Körbchen und steht erst auf wenn ich aufstehe.


    Ich habe mir überlegt, ob ich ihn einfach anleinen soll wenn ich auf Toilette gehe und ihn dann wieder ins Körbchen schicke wenn ich wieder ins Bett gehe. So dass er gar keine Möglichkeit hat sich von mir zu entfernen und sein Pipi zu machen (dies für den Toilettengang meinerseits vor vier Uhr).


    Auf ein pubertäres Phänomen bin ich gekommen, denn als ich ihn vor ein paar Tagen beim auf den Teppich Pinkeln beobachtet habe, hat er sich wie ein Weibchen oder Welpe hingesetzt, also das Bein kaum vom Boden gehoben. Auch sonst pisst er nicht an Wände, einfach flach auf den Boden.


    Jedenfalls herzlichen Dank für euere Anregungen. Vielleicht legt sich der Spuk ja von selbst...

    Guten Morgen MG1393


    Danke für deine Antwort.


    Dass er eine Blasenentzündung haben könnte, schliesse ich aus. Sonst würde er ja auch tagsüber nicht vier bis fünf Stunden einhalten können. Dass er am Morgen Druck auf der Blase hat, ja klar. Ist für mich auch vollkommen ok, dass ich erst mit ihm um 5 oder meinetwegen auch um 4 in der Früh raus gehe. Aber halb eins..?


    Letzte Nacht blieb alles trocken, ich arbeite heute und stand um fünf auf. Als erstes Hund angeleint und kurz mit ihm raus. Damit kann ich leben. Allerdings möchte ich gerne verstehen, was dazu führt, dass er zeitgleich mit mir "muss". Oder macht. Ob er dringend muss bleibt dahingestellt. Er macht einfach. Die Lache vom Malheur von vorgestern um halb eins war jedenfalls nicht sehr gross.


    Gibt es noch weitere Junghundebesitzer, die mit ähnlichem Problem kämpfen? Oder gekämpft hatten und Lösungen gefunden haben?

    Liebe Foris


    Ich wende mich mal wieder an euch, da ich Rat brauche. Zur Situation:


    Vor einiger Zeit, ich denke so vier Wochen, hat Jimmy angefangen, nachts rein zu pinkeln. Im Sommer hatte er mal Durchfall, da hat er mich nachts geweckt. Das ist jetzt nicht der Fall. Er machte das regelmässig, also eigentlich jeden Morgen fand ich eine nasse Stelle auf dem Teppich. Nicht die gleiche, doch immer im selben Zimmer, manchmal eben auf den Teppich, mal auf ein Sitzkissen oder einfach auf den Boden. Nicht an Wände, also wohl eher kein Markieren. Mein erster Gedanke war, er kann nicht einhalten, hat wohl einfach eine volle Blase. Zu dem Zeitpunkt bin ich davon ausgegangen, dass er eher gegen den Morgen hin rein "brünzelt". Selber muss ich regelmässig gegen den frühen Morgen (vier, halb fünf) zur Toilette. So kam es, dass ich auf dem WC sass und plötzlich ein Plätschern hörte. Und siehe da, Jimmy hat zeitgleich ins Nebenzimmer (eben da wo er immer rein macht) gebrünzelt. Ich dachte an Zufall, nahm mir vor, ab jetzt jedoch dann gleich noch mit dem Hund raus zu gehen. Am nächsten Tag der gleiche Ablauf, ich auf Toilette, Hund pinkelt ins Nebenzimmer. Also wechselte ich die Reihenfolge, ich mit voller Blase aufgewacht, Hund an die Leine und erst mit ihm raus bevor ich auf Toilette ging. Immer gegen den frühen Morgen hin, hat geklappt. Letzte Nacht wachte ich allerdings bereits um halb eins auf. So früh, so meine Überlegung, muss ich nicht auch noch mit dem Hund raus. Der war ja um 22 Uhr auf seiner letzten Runde. Falsch gedacht. Diesmal pinkelte er, da die Tür zu dem Zimmer, in welches er sonst jeweils gepisst hat zu war, seelenruhig ins Wohnzimmer.


    Erst dachte ich ja, vielleicht hängt das mit der Pubertät zusammen (also dass er nicht mehr so lange einhalten kann. Lange will heissen von ca. 22h bis 6.30h). Doch nach den Erlebnissen der letzten Nächte bin ich mir da nicht sicher. Denn von "lange einhalten" konnte da ja nicht die Rede sein. Hat er da irgend eine komische Verknüpfung gemacht? So à la "Frauchen geht zur Toilette also ich auch"? Oder hat er sich einfach angewöhnt, dass er pinkeln kann wenn ich nachts aufstehe? Ich bin gerade etwas ratlos. Und auch frustriert. Ich meine der Hund ist 12 Monate, da hatte ich gehofft nicht mehr nachts auf Pipirunde gehen zu müssen (von Ausnahmen abgesehen).


    Wie gewöhne ich ihm das wieder ab? Habe mir mal gedacht, ich leine ihn an wenn ich aufstehe (er kommt dann aus seinem Korb und folgt mir ins Erdgeschoss), so dass er gar nicht die Möglichkeit hat sich zum Pinkeln zu verziehen. Oder er halt - bei grossem Druck auf der Blase - auf den Badezimmerboden macht. Immerhin wäre es dort einfach zu reinigen. Schwacher Trost. Doch ich denke nicht, dass es mit voller Blase zu tun hat. Doch was mache ich wenn ich dann wieder ins Bett gehe? Trotzdem davor noch mit ihm raus? Verknüpft er das dann nicht erst recht mit "Wenn Frauchen muss, darf ich danach auch"?


    Wie gesagt, ich bin total ratlos. Und nein, Veränderungen in der Familienstruktur hat es nicht gegeben.


    Auf euere Ideen, Anregungen und Tipps bin ich gespannt und danke euch schon mal im Voraus!

    Ich habe auch keine Versicherung für Jimmy, habe mir das vor der Anschaffung nie ernsthaft überlegt. Nachdem wir allerdings einen "Hund-hat-schwarze-Schokolade-gefressen"-Notfall hatten (mit Magenentleerung im Tierspital inkl. Übernachtung im Hotel Tierspital) habe ich mir das kurz überlegt und hin und her gerechnet. Am Ende habe ich keine Versicherung abgeschlossen, lege jetzt aber jeden Monat etwas auf ein spezielles Konto zurück. Allerdings habe ich keine Vergleiche gemacht, also nur bei unserer Versicherung nachgefragt. Prämie wären 330 Franken gewesen, Selbstbehalt 200 Franken pro "Schadenfall", Impfungen nicht inklusive. Wenn ich so lese was andere Versicherungen zahlen... vielleicht sollte ich erneut rechnen.

    Unsere Katze, eine Freigängerin, benutzt ihr Klo nur im Winter. Mittlerweile ist sie über sechzehn Jahre alt und ihr Bewegungsradius hat sich stark eingeschränkt - so stark, dass sie in unseren Garten kackt. Früher habe ich sie das nie machen sehen, da hat sie die Gärten der Nachbarn bevorzugt (man macht sich ja nicht ins eigene Revier). Da wir ländlich wohnen hat es in unserer Nachbarschaft viele Katzen und entsprechend viel Katzenkot in unserem Garten. Das ist nicht toll, doch ist es wie es ist, ich ärgere mich da nicht gross und bin froh, dass unsere Nachbarn das gleich sehen (die ja auch Katzen haben und die alle zu Hause ein sauberes Kistchen haben).


    Ob das "Drinnen-Kacken" mit Bindung oder gar Erziehung zu tun hat, stelle ich in Frage. Unsere Katze hat eine starke Bindung zu uns, kommt wenn wir sie rufen - aber sie ist eine Katze und somit viel unabhängiger und eigenwilliger als z.B. ein Hund.


    Kaffeesatz mögen Katzen nicht, das haben wir selber auch ausprobiert, das scheint die Katzen fernzuhalten. Allerdings muss man regelmässig neuen, frischen Kaffeesatz ausbringen, sonst verflüchtigt sich seine Wirkung. Nur so als Input.


    Liebe Grüsse

    Danke für euere Antworten.

    Spritzpistole und Co. ... Na weiss nicht. Das mit dem "Sitz" habe ich vor ein paar Tagen eingeführt, war so eine spontane Handlung, einfach weil ich ihn mir vom Leib habe halten wollen. Hat sehr gut geklappt. Das werde ich jetzt mal eine Weile durchziehen. Hatte heute den Eindruck, er hat schon kapiert was von ihm erwartet wurde, ohne dass ich etwas sagen musste hat er sich hingesetzt.

    Danke nochmals - werde euch auf dem Laufenden halten!