Stress-resilienz aufbauen oder ausharren

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    Nalani zeigt in letzter Zeit immer vermehrt grossen Stress wenn sie merkt, dass es zum Spaziergang rausgeht. Wenn ich mich anziehe und die Bauchtasche packe, fängt sie jeweils an zu hecheln, gähnen und winseln, trabt aufgeregt umher. Momentan versuche ich das so zu händeln, dass ich mich dann mit angeleintem Hund in der Wohnung vor die Tür setze und warte, bis sie runterfährt. Sie legt sich dann irgendwann hin und hört auf zu winseln. Sobald ich aufstehe, legt sie aber wieder los, ich muss wirklich jeden Schritt, den ich mache erst aussitzen. Habt ihr solche Phasen auch durch und wie habt ihr das behandelt?

    So als Input... Abgesehen von der Läufigkeit, kann es sein, dass du die Spaziergänge vielleicht zu spannend / zu lang gestaltest oder sonst einfach sehr viel unternimmst mit ihr? Ich weiss, das hört sich absurd an :winking_face: Aber wenn der Spaziergang stressig ist (egal ob Eu- oder Distress) kann das einfach auch zuviel sein. Grad bei einem jungen Hund, bei dem evtl. der Spaziergang neben der Beschäftigung und bewusstem Training auch sonst viele Reize mit sich bringt. Das kann absolut auch noch verstärkt sein durch die Läufigkeit, bei der innerlich sicher auch wieder viel passiert.

    Je nachdem, wieviel du aktuell so machst (ganz generell und auch Spaziergangs-spezifisch), würde ich da dran schrauben und evtl. mal etwas runterfahren. Auch mal einfach "Latschi-Spaziergänge" ohne Bespassung machen, auch, um die Erwartungshaltung zu brechen. Oder auch (eben, absolut je nachdem, was ihr im Moment so macht) mehr kürzere Spaziergänge machen.

    Einfach mal den Spaziergangs-Status-Quo hinterfragen. Ich muss mich da selber auch öfters mal an der Nase nehmen, grad bzgl. Erwartungshaltung, was Beschäftigung angeht.

  • Anne Spaziergänge sind für sie generell eher aufregend, sie ist ein neugieriger und hibbeliger Hund, Reize prasseln draussen quasi ungefiltert auf sie ein und sie hört, sieht, riecht alles :grinning_face_with_smiling_eyes: Machen tun wir auf den normalen Spaziergängen eigentlich nicht viel. Klar, der Rückruf wird zwischendrin geübt und ich baue kurze Leinenführigkeitsübungen ein. Wenn ein Bänkli kommt, setzen wir uns da mal hin und machen eine Ruheübung, auch da muss sie noch viel üben, da es sie stresst, wenns nicht schnell genug weitergeht. Generell lege ich beim Spazieren aber viel Wert auf Entschleunigung. Wenn sie einen guten Tag hat, sich viel an mir orientiert und entspannt ist, spielen wir auch mal kurz oder rennen ein Stück um die Wette, danach gehts aber wieder gemütlich weiter :smiling_face: Trotzdem sind unsere Abendrunden an normalen Tagen zwischen 1 und 1,5 Stunden lang. Seit wir das so machen, ist sie im Alltag ausgeglichener und weniger aufgedreht.

    Was ich neu angefangen habe im Hinblick auf die Unruhe vor der Wohnungstür, dass ich mich mit ihr einfach mal bei uns vor das Haus setze anstatt einen richtigen Spaziergang zu machen. Da kommen auch Menschen, Hunde, Katzen vorbei, wir sitzen und beobachten dann einfach und managen die Begegnungen, gehen noch ein paar Schritte und dann wieder nachhause und ab in die Ruheoase zum verarbeiten. Das möchte ich in nächster Zeit öfter machen.

    Ich unterscheide normale Spaziergänge vom Dummytraining. Morgens fahren wir zum Dummytraining an ein bestimmtes Waldstück und Abends machen wir einen Spaziergang.

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    Hatte nun paar Tage fast etwas Hemmung dazuzuschreiben und doch, auch wenn Marvel noch nicht entspannt ist, kann ich doch einige Besserungen berichten und in Sachen Frust und Gelassenheit ist mir Zelda doch gelungen :upside_down_face:


    Machen tun wir auf den normalen Spaziergängen eigentlich nicht viel.

    Rückruf und Leinenlaufen sind genau die zwei Komponenten die extrem viel Impulskontrolle benötigen. Vielleicht sagt dir die Löffelitheorie etwas? Das wären schon einige "Löffeli" aufgebraucht für diese für uns banal erscheinende Aufgaben. Denn es ist immer gegen die Natur vom Hund, da er bei beidem die eigenen Bedürfnisse zwingend hinten anstellen muss, damit die Aufgabe klappt.

    da es sie stresst, wenns nicht schnell genug weitergeht.

    Hier werden Eimerweise Löffeli aufgebraucht :upside_down_face:

    zwischen 1 und 1,5 Stunden lang

    Das bedeutet für den Hund 60-90 Minuten sein Hirn bei dir zu haben.



    Als Marvel mich ankläffte auf den Spaziergängen, hab ich auf Anraten von Anne und Jessy die Spaziergänge mal deutlich gekürzt und Marvel ist nun dreijährig und schafft die oben genannten Spaziergänge vielleicht so 30 Minuten. Danach sind seine Löffeli aufgebraucht und das hibbeln und fiddeln hab ich nicht reduziert, sondern verstärkt.

    Zelda war kein Hibbelhund, sondern reagiert einfach mit Kopfabschalten und wurde nicht mehr Ansprechbar. Bei ihr half es, wirklich etwas zu finden, was ihr 100% entspricht. Ob das zu Nalani passt, weiss ich nicht, aber bei Zelda waren zum Beispiel Spaziergänge an der 3m Leine, an der sie sagte, wo es lang geht, wie schnell, wohin, und wo durch. Das war durchaus mal quer durch den Wald oder 15min an derselben Stelle. Kurzum ich war Begleitperson die nur auf ihr körperliche Sicherheit achtete. Kein sitz, bleib, warten bei irgendwelchen Begegnungen. Durfte sie irgendwo nicht hin, nahm ich sie am Geschirr und wartete bis das Auto vorbei war oder liess sie überlegen, wo sie sonst noch lang möchte.

    Für Marvel merke ich, dass ein Tag komplette Auszeit in der Woche nicht schädlich, sondern nützlich ist. Er lernte an dem Ruhetag mal richtig zu schlafen, weil eh nichts passiert, er hat weniger Erwartungshaltung und ist am nächsten Tag deutlich ruhiger und entspannter. Früher dachte ich, dass ich nach dem Pausetag ich möglichst etwas trainieren muss oder ihn erst recht beschäftigen, aber meist reicht eine gemütliche, 40min runde mit 1-2 kleinen Übungen total aus um ihn auszulasten.

    Dass wir mit unseren Hunden spazieren gehen ist ein sehr D-CH-AT Phänomen, was auch kürzlich ein Hundetrainer mal wieder bestätigte. Kaum ein Land geht so oft spazieren wie wir und beschäftigt dazu noch die Hunde. Hat permanent Angst zu unterbeschäftigen oder nicht gerecht zu werden. Manchmal ist viel weniger, deutlich mehr und immer noch absolut genug. :upside_down_face:

  • Manchmal ist viel weniger, deutlich mehr und immer noch absolut genug. :upside_down_face:

    Lass dich umarmen für diesen Satz :super:

    Ich kenne das Gefühl, dass ich zu wenig mache mit den Hunden, durchaus, wenn ich tagelang "nur" spazieren oder versäubern war. Trotzdem sind die Hunde extrem entspannt und schlafen extrem viel und tief. Gerade Taro wird, je länger er "nichts" tut und "nur" versäubert & schläft umso ruhiger, entspannter und ansprechbarer. Immer mehr komme ich zur Ansicht, dass wir generell viel zu viel machen mit den Hunden und eben normale Spaziergänge total unterschätzen.

  • Dass wir mit unseren Hunden spazieren gehen ist ein sehr D-CH-AT Phänomen, was auch kürzlich ein Hundetrainer mal wieder bestätigte. Kaum ein Land geht so oft spazieren wie wir und beschäftigt dazu noch die Hunde. Hat permanent Angst zu unterbeschäftigen oder nicht gerecht zu werden. Manchmal ist viel weniger, deutlich mehr und immer noch absolut genug. :upside_down_face:

    Das ist bei manchen Hunden so. Sowohl Tabasco wie mein Appenzellermix waren kurzzeitig ohne viel Spaziergänge gut zurechtgekommen. Sie machten an faulen Tagen z.B. viel „Wacharbeit“ im Garten.

    Aber unser Familiensetter, der wäre ohne rennen zu können todunglücklich und garantiert auffällig geworden. Der brauchte mehrere Stunden am Tag seine Bewegung.

    Ich denke, man sollte aufpassen, dass man den Hund nun nicht zu stark „schont“. Meiner Meinung nach liegt das Hauptproblem heute eher darin, dass aus der Hundezucht immer mehr Hunde kommen, die einfach zu wenig robust sind. Geistig robust.

  • Magi Ja das Löffeli-Prinzip kenne ich :smiling_face: Ich weiss, die Ruheübungen draussen sind anstrengend. Wir sitzen da aber auch keine 15 Minuten, nur so lange, bis sie runterfährt und mich nicht mehr anwinselt. Ich werde es in nächster Zeit öfter mal so machen, dass wir anstatt eines Spaziergangs einfach nur vor das Haus sitzen und die Umgebung wahrnehmen. Ruheübungen unterwegs machen wir zu einem späteren Zeitpunkt dann wieder. Wichtig finde ich dennoch, dass der Hund akzeptieren kann, dass man sich unterwegs einfach mal kurz irgendwo niederlässt.

    Die Leinenführigkeit übe ich pro Spaziergang 1-2x, das sind aktuell ca 10 Schritte an der kurzen Leine. Danach geht es an Geschirr und Schleppi weiter, da mache ich nur so viel, wie sie bringen kann.

    Ich weiss, sie verbraucht viele Löffeli, lernen ist anstrengend aber gewisse Dinge muss sie einfach lernen, auch wenn es anstrengend ist.. Ich bin selber auch der Meinung, lieber mal etwas weniger mit dem Hund machen als zu viel. Es gibt so viele Workaholics und sie wäre genau so einer, würde man sie ständig hochpushen. Wir haben auch einen Ruhetag, immer Montags :smiling_face:

    Im Alltag, Zuhause, Büro etc ist sie eigentlich ziemlich ausgeglichen. Würde sie nach den Spaziergängen komplett aufdrehen, wäre da schon was nicht in Ordnung.. Es geht aber aktuell wirklich nur um den Moment bevor es zum Spaziergang losgeht.

    Ich glaube, was für Zelda so gut funktioniert hat, würde bei Nalani nicht gehen. Es hat lange gedauert, bis sie gelernt hat, auf Wegen zu bleiben, sich an Kreuzungen an mir zu orientieren und zwischendurch immer wieder Rücksprache zu halten. Würde ich sie den Guide machen lassen und mich nur an der Leine festhalten und hinterhergehen, würde sie wahrscheinlich ziemlich schnell wieder immer in der Schleppi hängen und ich müsste sie ständig aus Gebüschen rausziehen. Das hatten wir am Anfang :frowning_face:

    Dass wir mit unseren Hunden spazieren gehen ist ein sehr D-CH-AT Phänomen, was auch kürzlich ein Hundetrainer mal wieder bestätigte. Kaum ein Land geht so oft spazieren wie wir und beschäftigt dazu noch die Hunde. Hat permanent Angst zu unterbeschäftigen oder nicht gerecht zu werden. Manchmal ist viel weniger, deutlich mehr und immer noch absolut genug. :upside_down_face:

    Ehrlichgesagt würde ich aber auch in keinem anderen Land als D, CH, AT Hund sein wollen :grinning_face_with_smiling_eyes: Obwohl ich schon oft gehört habe, dass "walk your dog" in vielen anderen Ländern auch gepredigt wird.

    • Offizieller Beitrag

    Ich glaube, was für Zelda so gut funktioniert hat, würde bei Nalani nicht gehen.

    Das verstehe ich absolut, es war einfach mal ein Erzählen (auch zum Aufzeigen wie unterschiedlich nur schon meine Hunde sind).

    Die andere Richtung und das relativ krass anders, wäre sie auch mal bolzen zu lassen? Warm laufen, fahren gehen, auslaufen, ruhe.
    So wäre der Input von Wild, Kinder, Lärm etc. weniger vorhanden und ihr körperliches Bedürfnis wäre trotzdem erfüllt. (auch an Tabascos beitrag angelehnt)
    Ist immer schwierig, Tipps zu geben, wenn das Repertoir so riesig ist an Möglichkeiten.

    Nur sehe ich anhand von deinem beschriebenen, ganz viel das Löffeli benötigt und ja, gehört zum Leben, doch wenn sie das so noch nicht erbringen kann, wäre ein Reduzieren von jenen, sicher ein Input.

    Tabasco, und genau Setter passen immer weniger in unsere aktuellen Anforderungen an einen "normalen" Hund. Viel zu weitläufig, freiheitsliebend und riesiger Radius. Kenne kaum Besitzer, die ihren Hund in der Schweiz nicht alternativ beschäftigen müssen. Und da fängt ja dann eben diese Balance wieder an. Wo beim Setter rennen/beschäftigen die Balance ist, so ist sie bei anderen arbeiten/ruhen, jagen/runterfahren etc.

  • Aber unser Familiensetter, der wäre ohne rennen zu können todunglücklich und garantiert auffällig geworden. Der brauchte mehrere Stunden am Tag seine Bewegung.

    Ich denke, man sollte aufpassen, dass man den Hund nun nicht zu stark „schont“. Meiner Meinung nach liegt das Hauptproblem heute eher darin, dass aus der Hundezucht immer mehr Hunde kommen, die einfach zu wenig robust sind. Geistig robust.

    danke dafür.


    und genau Setter passen immer weniger in unsere aktuellen Anforderungen an einen "normalen" Hund. Viel zu weitläufig, freiheitsliebend und riesiger Radius. Kenne kaum Besitzer, die ihren Hund in der Schweiz nicht alternativ beschäftigen müssen. Und da fängt ja dann eben diese Balance wieder an. Wo beim Setter rennen/beschäftigen die Balance ist, so ist sie bei anderen arbeiten/ruhen, jagen/runterfahren etc.

    Ich wohne neben einer Zucht für Gordon Setter und es hat dort auch den einen oder andern Irish. Kenne auch zwei Nachzuchten (beides Gordonhündinnen) und die sind alles andere als auffällig. Keiner der Hunde wird jagdlich geführt und alle sind zwar sportlich unterwegs (will heissen die Besis sind sportlich und viel mit ihnen unterwegs) und mind von einem weiss ich, dass er Hundesport macht (u.a. trailen) aber sonst find ich die toll und die haben, jedenfalls für mich die an Windis gewöhnt ist, einen ganz normalen Radius und ein gutes Nervenkostüm. Nach Windis und Grosspudel sind Setter definitiv etwas, das ich mir vorstellen könnte. Ich möchte definitiv keinen Hund, bei dem ich dauernd auf die Bremse drücken muss weil er sonst reizüberflutet, allgemein überfordert oder sonstwas in diese Richtung ist. Das kenne ich von meinen so gar nicht, zum Glück. Mir sind Nerven wie Drahtseile dfinitiv lieber und wichtiger als die Fähigkeit, viele Tricks zu lernen oder hundesportlich sehr aktiv zu sein.

    herzliche grüsse conny und kalani mit nastassja, jendayi und dawn im herzen

  • Die andere Richtung und das relativ krass anders, wäre sie auch mal bolzen zu lassen? Warm laufen, fahren gehen, auslaufen, ruhe.

    So wäre der Input von Wild, Kinder, Lärm etc. weniger vorhanden und ihr körperliches Bedürfnis wäre trotzdem erfüllt. (auch an Tabascos beitrag angelehnt)

    Das werden wir bald wieder machen, wenn die Canicross-Zeit startet, damit haben wir vor dem Sommer begonnen und es ging ihr super damit :smiling_face: Mal schauen, ob sich die Erwartungshaltung dann verbessert oder verschlimmert, werde auf jeden Fall dran bleiben :winking_face:

    • Offizieller Beitrag

    :thinking_face: als ob ich es toll finde, dass Marvel nervlich nicht stabil ist. Darum gehts doch nicht. Nala1617 äusserte sich ja selbst, dass Nalani zur nervösen Sorte gehört und auch da bezweifle ich, dass sie es geil findet, es ist nun halt einfach so. Und dazu Input geben, hilft ihr mehr, als dass (Show-) Windhunde gäbigere Hunde sind.

    alle sind zwar sportlich unterwegs (will heissen die Besis sind sportlich und viel mit ihnen unterwegs) und mind von einem weiss ich, dass er Hundesport macht (u.a. trailen)

    Das zeigt doch, dass die Besitzer mehr investieren, als nur Freilauf :thinking_face:und die Besitzer mögen super gut darin sein, die Balance darin zu haben. Ob nun gelernt oder aus Bauchgefühl ist ja egal. Aber sie wird vorhanden sein müssen. Genauso wie es züchterisch auch beim Setter immer mehr "Show"/Alltagstypen geben wird und geben werden muss. Weil die Wurzel der Rasse liegt nicht bei 2 Stunden Gassi auf einer Allmend.

  • Ich kenne keine Hunderasse bei der die Wurzel dort liegt... und man sollte in jeden Hund mehr investieren als nur Freilauf... nur schon in die Stadt gehen ist mehr, Bergbahn fahren, Sitz und Platz und Warte üben... meins sind, im Gegensatz zu Settern, Sprinter aber auch die wollen Auslauf und ein Minimum an Beschäftigung, ganz sicher aber nicht dreimal täglich um den Block und einmal die Woche irgendwo rennen lassen.

    herzliche grüsse conny und kalani mit nastassja, jendayi und dawn im herzen

  • Nur sehe ich anhand von deinem beschriebenen, ganz viel das Löffeli benötigt und ja, gehört zum Leben, doch wenn sie das so noch nicht erbringen kann, wäre ein Reduzieren von jenen, sicher ein Input.

    Ich werde mehr darauf achten :nicken: jedoch wird es sich in ihrer Erziehung nicht vermeiden lassen, dass sie zwischendurch ihre Löffeli aufbraucht oder ihr Impulskontroll-Glas leer wird.. :noidea: Wichtig finde ich persönlich die Regeneration danach. Nach einem spannenden Wochenende ist Montags sowieso nichts los ausser schlafen. Auch sonst, nach jedem Spaziergang, Dummytraining, was-weiss-ich, ist ausnahmslos immer ein paar Stunden ruhen, schlafen, dösen, kuscheln angesagt.

    • Offizieller Beitrag

    :upside_down_face: ne, vor allem wirst und kannst du sie ja nicht schützen..

    Ich weiss ja aktuell selber nicht, wie ich mein Management optimieren kann und versuch das neu zu eruieren. Das gehört bei manchen Hunden zur Prägephase oder wie bei Claudia zur Übernahmenphase und bei manchen ist es ein lebenslanges immer mal wieder über die Bücher gehen. Grundsätzlich kann ich dir nicht sagen, was ihr helfen wird. Aber hab kürzlich einfach wieder an den Input damals gedacht, und fand dein Beschrieb von Nalani, dem vom Marvel sehr ähnlich. Ähnlicher als eben zu Zelda.

  • Ich glaube, bei der Reizgewöhnung eines Hundes mit tiefer Reizschwelle gehören Ausreizung und auch mal Überschreitung der Grenzen dazu. Das ergibt sich oft ganz einfach im Alltag, weil unverhofft irgendwas kommt oder aber auch ganz bewusst mit aussitzen gewisser Situationen. Bei Yorik z.B. weiss ich bis heute nicht, ob es ihm vielleicht sogar geholfen hätte, wenn ich ihn länger in gewissen Situationen drin gelassen hätte als Welpe/Junghund. Er muss oft seinen Reizdingen (Leute, Hunde, Katzen, bla) sehr seeeehr lange einfach nachschauen und kann sich schlecht lösen. Immerhin schaut er heute einfach, wo er in jungen Jahren hochgefahren ist. Da kann ich mich jetzt fragen: hab ich zu viel oder zu wenig gemacht?
    Taro ist viel stabiler in diesen Dingen, obwohl auch er sehr hochfahren kann, aber er kommt viel schneller wieder runter, wenn man ihn sauber und klar führt, auch ohne ihm Dinge zu verbieten. Vielleicht ist es auch einfach der Grundcharakter, der spielt.

    Magi .. ich finds gut, wenn du mal neu eruierst. Manchmal ist man betriebsblind und fährt sich fest auf einem Weg und es braucht nur wenig, um eine neue Schiene zu finden, die vielleicht besser passt. Grundsätzlich aber hat mir z.B. sehr geholfen, den Hund einfach mal so zu nehmen, wie er ist und das zu akzeptieren. Daraus hat sich von meiner Seite her mehr Gelassenheit eingestellt, die wiederum dem Hund geholfen hat.

  • Ich denke, man sollte aufpassen, dass man den Hund nun nicht zu stark „schont“. Meiner Meinung nach liegt das Hauptproblem heute eher darin, dass aus der Hundezucht immer mehr Hunde kommen, die einfach zu wenig robust sind. Geistig robust.

    du bringst es auf den Punkt. Anschließend werden sie vom Besitzer nicht dem kleinsten Stress ausgesetzt (könnte ja schaden) und lernen somit nie, mit Stress umzugehen und den selbst zu verarbeiten. Stessfreies Leben gibt es weder für Hunde noch für Menschen.
    ich kann auch das leidige « ein Welpe hat sofort zu lernen ruhig zu bleiben nicht mehr hören. Da schleppt man sie in Welpengruppen und dort sollen sie dann inmitten aller Menschen und Hunde runterfahren und sich ausruhen. Klappt das nicht sofort gehts weiter zu Verhaltenstrainern und sonstigen Gurus. Die Möglichkeit den gesunden Menschenverstand einzusetzen wird komplett ignoriert….

  • Ich glaube, bei der Reizgewöhnung eines Hundes mit tiefer Reizschwelle gehören Ausreizung und auch mal Überschreitung der Grenzen dazu. Das ergibt sich oft ganz einfach im Alltag, weil unverhofft irgendwas kommt oder aber auch ganz bewusst mit aussitzen gewisser Situationen.

    Mit welchem Ziel sollte man die Grenzen des Hundes wissentlich überschreiten? Da ist die Wahrscheinlichkeit einer Sensitivierung und später gar erlernter Hilflosigkeit viel grösser.

    Es macht doch viel mehr Sinn dem Hund die Reize in einem geringen Mass zu präsentieren, damit er sie noch bewusst wahrnehmen und verarbeiten kann. Es gibt auch diverse Verhaltensweisen und Strategien, um das Erregungslevel zu senken – das kann man zu Beginn auch ausserhalb der Situation aufbauen.

    Ja, Stress begegnet uns immer wieder und ist manchmal unvermeidbar. Ich finde es auch wichtig, dass Hunde lernen mit einem gewissen Mass an Stress und Frust umzugehen und Strategien kennen, um schnell wieder runterzukommen. Das übe ich aber kleinschrittig und helfe meinem Hund dabei. Ihn alleine in der Situation sitzen zu lassen ohne Handlungsmöglichkeiten finde ich unvertretbar.

  • gesunden Menschenverstand einzusetzen wird komplett ignoriert….

    Dies fehlt meiner Meinung nach heute vielen...


    Sie kennen zwar alle Theorien haben alles gelesen etc.
    Aber stehen sich oft danach selbst im Weg einfach auch mal aus dem Bauch heraus zu handeln.
    alles wird hinterfragt und analysiert.

    aber die Lösung liegt oft sehr nah und es würde manchmal einfach helfen ,,hündischer,, zu denken oder zu handeln :winking_face:

    das ist meine Meinung...

    Kira, 20.01.2003 - 09.02.2018 für immer im :red_heart:zen

    June, 19.01.2012

    Lane, 07.05.2018

    Ivy, 08.02.2022

    ,,Ein Hund ist nicht "fast ein Mensch", und ich kenne keine grössere Beleidigung des Hundes, als ihn so zu bezeichnen,,

  • Kannst du mir erklären wie das den Hund stärken soll und was er dabei lernt?

    Vergleichs mal mit einem Menschen z.B. Sportler. Der überschreitet seine Grenzen dauernd ( mental und körperlich) genau das führt ihn zum Sieg. Ist beim Hund nicht viel anders, wenn ihm nicht ein Mensch im Wege steht, der ihn daran hindert und ihm alle Wege vorgibt.